Hauchdünne Entscheidung

Emtinghauser Gemeinderat stimmt dafür, Förderantrag für Eyterbrückenbau zu stellen

Von der 120 Jahre alten Eyterbrücke stehen nur noch die Pfeiler.
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Von der 120 Jahre alten Eyterbrücke stehen nur noch die Pfeiler.

Emtinghausen – Knappes Ding: Mit einer Stimme Mehrheit hat sich der Emtinghauser Gemeinderat am Montagabend in der Schützenhalle in Bahlum dafür ausgesprochen, einen Förderantrag für den Brückenneubau über die Eyter zu stellen. Wie berichtet, gibt es Überlegungen – auch und gerade vonseiten der Gemeinde Schwarme – die vor ein paar Monaten abgebrochene, aber schon viel länger gesperrte Querung der Eyter (Verlängerung Wohlersdamm) zu reaktivieren.

Bürgermeister Gerold Bremer hatte eingangs betont, dass es nur um den Förderantrag gehe, noch nicht um eine Entscheidung, ob die Brücke auch gebaut werde. Bauamtsleiter Frank Bielefeld skizzierte die Kosten. Demnach sind rund 99 000   Euro zu veranschlagen, 87 000 Euro für die Brücke und 12 000 Euro für die Zuwegung auf Emtinghauser Seite. 63 Prozent würden bei Bewilligung durch das Amt für regionale Landesentwicklung gefördert. Es verbliebe ein kommunaler Eigenanteil von 32 000 Euro, der zwischen den Gemeinden geteilt würde. Für Emtinghausen macht das Bielefeld zufolge 16 000 Euro plus der verbleibende Wegeanteil von 4 000  Euro. Summe: „20 000 Euro, wenn alles gut läuft“, so der Bauamtsleiter. Wenn die Förderung bewilligt würde, dann müsste auch rasch gebaut werden.

Johann Wendt (CDU) sprach sich für die Antragstellung aus. Wenn nicht, würde das ganze Projekt, das für die touristische Entwicklung der Gemeinde sehr gut sei, gestoppt. Es böte sich nun die „einmalige Chance, dass wir eine Brücke bekommen“.

Ute Janßen von der Wählergemeinschaft war dagegen:. Sie könne den Zweck nicht erkennen und halte nichts von der angedachten Metallbaukonstruktion. Es gebe in der Nähe zwei Brücken und die 20 000 Euro seien sinnvoller einzusetzen, etwa beim Kindergarten.

Torsten Niemann (CDU) warf ein, dass die Kosten von der Verwaltung sehr hoch angesetzt seien, sowohl für die Brücke angesichts der zurzeit noch hohen Stahlpreise („Das sieht nächstes Jahr vielleicht anders aus), als auch für die Zuwegung. „Das können wir selber machen und für 1 000 Euro Splitt draufkippen.“ Über die andere Eyterquerung in der Nähe fahre niemand, weil die Zuwegung über einen Sandweg verlaufe.

Niemann wusste aus Schwarme zu berichten, dass die Eyter wieder gestaut werden solle, um trockene landwirtschaftliche Flächen und etliche Biotope zu befeuchten.

Harald Hemmje (Grüne) war zwiegespalten. Die Investition könne sich die Gemeinde leisten, es handele sich ja nicht um eine geschwungene Holzbrücke, sondern um eine einfache Konstruktion; auch sei die Radlerroute eine Bereicherung und der Eingriff in die Natur gering. Auf der anderen Seite würden aber auch die Tiere in ihrer Ruhe gestört. Darum enthielt er sich am Ende der Stimme.

Ablehnend hingegen seine Parteifreundin Marina Meyer sowie Jörg Schümann von der Wählergemeinschaft. Auch dessen Kollege Jan Schäfer sprach sich gegen den Antrag aus. Am Ende seien – Förderung hin oder her – knapp „100 000 Euro für 30 Radler in der Woche“ aus Steuergeldern zu bezahlen. Mit dem Geld sei vernünftig umzugehen.

Dennis Körte (SPD) warb hingegen dafür, die Chance nicht zu vertun, diese „alte Verbindung zwischen den Gemeinden wiederaufleben zu lassen“. Es sei gut angelegtes Geld.

Mit seinem und den vier Voten der CDU für den Antrag, bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung war der Beschlussvorschlag also knapp angenommen. Bürgermeister Bremer verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch die Gegner die Brücke nutzen werden. Was ihm sofort den Rüffel von Jörg Schümann einbrachte: Noch sei darüber nicht entschieden worden, nur über den Förderantrag. Bremer ruderte zurück: „Okay, ich will keinen Streit – dass wir beiden uns, wenn sie gebaut wird, oben auf der Brücke begegnen werden.“

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