Ehlers (SPD): Wäre fast hintenüber gekippt

Eltern-Arbeitsnachweis vertagt Grünes Licht für Maststall-Extras

+
Der Schweinemaststall an der Härsenstraße in der jetzigen Hochwasserzeit. Die Pläne zum Anbau von zwei Ausläufen, dem Neubau einer Mehrzweckhalle, von Getreidesilos und einer Güllegrube werden vom Gemeinderat einstimmig unterstützt.

Thedinghausen - Er wäre „fast hintenüber gekippt“, als er das gelesen habe, bekannte Diethelm Ehlers (SPD) auf der Thedinghauser Gemeinderatssitzung. Es ging um eine von der Verwaltung angestrebte Änderung der Kindergartensatzung für alle Einzelgemeinden der Samtgemeinde.

Eltern müssten sich danach wie berichtet beim Anmelden ihrer Kleinen für die Kindergärten künftig vom Arbeitgeber bescheinigen lassen, dass sie auch wirklich berufstätig sind.

Durch diese Bedingung würde allgemein das Recht auf einen Kita-Platz für alle Drei- bis Sechsjährigen eingeschränkt, aber speziell junge Mütter seien unmöglichen Situationen ausgesetzt, kritisierte Ehlers. Da frage dann ein Arbeitgeber die Bewerberin, ob sie für ihre Kinder denn einen Kita-Platz habe, und die Frau müsse darum flehen, dass ihr erst einmal der Chef im Vorhinein die Berufstätigkeit bescheinige.

Gabriele Artelt-Marquardt von der Unabhängigen Liste gab zu bedenken, dass die Verwaltung Entscheidungskriterien brauche, wenn es zum Beispiel noch einen freien Platz in Kita oder Krippe, aber mehrere Bewerber gebe. Dann solle doch lieber gelost als nur die Berufstätigkeit herbeigezogen werden, meinte Ehlers.

Weil ohnehin erst abzuwarten sei, wie die von der Landesregierung beabsichtigte allgemeine Befreiung von Kita-Gebühren genau aussehe, schlug er vor, das Thema Berufstätigkeitsnachweis zu vertagen. Bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde das so beschlossen. Ob das Thema je wieder auf die Tagesordnung kommt, weiß niemand.

Schweinemaststall findet Befürworter

Unstrittig waren die Pläne zur Weiterentwicklung eines größeren landwirtschaftlichen Betriebs an der Härsenstraße in Morsum. Es geht darum, zwei neue Ausläufe für den dortigen Schweinemaststall mit 1 980 Plätzen zu schaffen. Außerdem plant der Landwirt den Neubau einer Mehrzweckhalle, neue Getreidesilos und eine Güllegrube.

Johanna Böse-Hartje, Grünen-Politikerin vom Bioland-Hof in Eißel, bewertete das gesamte Vorhaben ausgesprochen positiv. Es gebe dort jetzt einen jungen Betriebsnachfolger, der den Hof eindeutig „in Richtung mehr Klasse als Masse“ führen wolle, erläuterte sie.

Auch Harald Hesse – bekanntlich ebenfalls ein Grüner – machte sich in seiner Funktion als Gemeindedirektor von Thedinghausen für „den weiteren Baustein der Hofentwicklung“ stark. Die Zahl der Tierplätze ändere sich damit nicht, und durch die zwei Ausläufe verbesserten sich die Haltungsbedingungen des vorhandenen Schweinebestands.

Der Mehrzweckhallenbau wurde ohnehin von den zuständigen Behörden schon genehmigt.

Das gemeindliche Einvernehmen zum beantragten Vorhaben an der Härsenstraße wurde schließlich einstimmig vom Rat erteilt.

la

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kolumbien verliert in Unterzahl - Kagawa und Osako treffen

Kolumbien verliert in Unterzahl - Kagawa und Osako treffen

WM 2018: Diese heißen Schlitten fahren Messi, Ronaldo und Co.

WM 2018: Diese heißen Schlitten fahren Messi, Ronaldo und Co.

Trauriger Rekord: Nie gab es weltweit so viele Flüchtlinge

Trauriger Rekord: Nie gab es weltweit so viele Flüchtlinge

MTV Movie & TV Awards: Dieser Film räumt die meisten Preise ab

MTV Movie & TV Awards: Dieser Film räumt die meisten Preise ab

Meistgelesene Artikel

Stadtfest in Achim erneut ein Kracher

Stadtfest in Achim erneut ein Kracher

Versuchter Totschlag: Streit um Rap-Video auf dem Bahnhof Verden

Versuchter Totschlag: Streit um Rap-Video auf dem Bahnhof Verden

Eindrucksvolle Inszenierung von „Der gute Mensch von Sezuan“ am Domgymnasium

Eindrucksvolle Inszenierung von „Der gute Mensch von Sezuan“ am Domgymnasium

Jugendfeuerwehr Walle feiert 50-jähriges Bestehen

Jugendfeuerwehr Walle feiert 50-jähriges Bestehen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.