Zum Erbhof-Jubiläum

Förderkreis zeigt in Schlössern der Region gedrehten Film „Ihr Leibregiment“

Plakat zum Film „Ihr Leibregiment“ Foto: Förderkreis
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Plakat zum Film „Ihr Leibregiment“

Thedinghausen - So einen Streifen findet man heute allenfalls noch auf dem Heimatkanal im Bezahlfernsehen. Und Gerd Schröder spricht auch unumwunden von einer „Schnulze“. Dennoch: Was der Vorsitzende des Förderkreises Erbhof da mit erheblichem Aufwand an Land gezogen hat – für Schröder handelt es sich heute um ein Kulturgut – ist buchstäblich sehenswert. Und das ist normalerweise gar nicht so einfach. Denn im Heimatkanal läuft dieser Film nun gerade nicht.

Die etwas komplizierte Rede ist vom Film „Ihr Leibregiment“ aus dem Jahr 1955. Der Förderkreis zeigt das Werk von Hans Deppe („Schwarzwaldmädel“, „Grün ist die Heide“, „Immer die Radfahrer“) aus Anlass des 400-jährigen Bestehens von Schloss Erbhof. Wie mehrfach berichtet, würdigt der Verein den runden Geburtstag des prachtvollen Renaissancebauwerks mit vielen außergewöhnlichen Veranstaltungen. Eine davon ist die zweimalige Vorführung: am Freitag und Samstag, 20. und 21. März, jeweils um 20 Uhr im Renaissancesaal, der sich in ein Nostalgiekino verwandelt, wie der frühere Samtgemeindebürgermeister verspricht.

Die Verbindung zu Thedinghausen (und Langwedel) besteht, weil Deppe „Ihr Leibregiment“ in den Schlössern Erbhof und Etelsen drehte.

Der Film spielt in einem kleinen Fürstentum und handelt von Liebe, Intrigen, Enttäuschungen und Glück am Hofe. Kurz gesagt: königliche Liebesromanze nach britischem Vorbild. Neben den Hauptdarstellern Ingrid Andree als Prinzessin Ingrid und Gerhard Rietmann als Rittmeister Alexander spielen unter anderem die damals noch nicht so bekannten Schauspieler Günter Pfitzmann als Charly, Harald Juhnke als Hansen, Ralf Wolter als Bursche Jonny und Edith Hancke als Zofe in dem Film mit. Als Statisten wirken zudem Menschen aus der Region mit, die damals hoch zu Ross Mitglieder des Leibregiments mimten. Mit den Überlebenden plant Gerd Schröder einen Kaffeenachmittag Anfang März, bei dem die Statisten von einst und Zeitzeugen über die Entstehungsgeschichte erzählen können.

Der Film ist deshalb ein so rares Kulturgut, das anders als die „Lümmel von der letzten Bank“ und „Forsthaus Falkenau“ nicht im Heimatkanal gezeigt wird, weil es ihn aufgrund ungeklärter Urheberrechte nicht digital gibt. Schon beim ersten Erbhoffestival 2001 wollte ihn der Förderkreis zeigen. Doch er war nicht aufzutreiben, selbst beim Deutschen Filmmuseum in Berlin nicht. Schließlich wurden Gerd und Hannelore Schröder bei der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung fündig. „1993 ist zum Glück aus einem Negativ ein Positiv gemacht worden, das noch neuwertig ist“, sagt Gerd Schröder. Über Kontakte zu Filmvorführern in Oldenburg und Bremen ist der Verein auf Thomas Riemer in Rotenburg gekommen, der einen 35-Millimeter-Projektor von Carl Zeiss Jena aus dem Jahr 1950 hat. Im Rahmenprogramm und zu einem richtigen Nostalgiekino passend zeigt der Förderkreis an den beiden Abenden eine Ufa-Wochenschau aus den 1950er-Jahren.

Karten für zehn Euro das Stück gibt es in der Tourismus-Information der Samtgemeinde im Schloss Erbhof, Braunschweiger Straße 1, Telefon 04204/88 22 und bei Buch und Papier Lange, Braunschweiger Straße 55/56, Thedinghausen, Telefon 04204/294.

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