Ilse Lange von der Initiative Schulwegsicherheit greift zu kreativen Mitteln

Eine Ampel aus Ingolstadt für Riede

Ilse Lange hätte gern eine gebrauchte Ampel aus Ingolstadt für Riede-Felde. Die Bayern haben alte Lichtzeichenanlage abzugeben, weil sie auf moderne LED-Technik umrüsten.
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Ilse Lange hätte gern eine gebrauchte Ampel aus Ingolstadt für Riede-Felde. Die Bayern haben alte Lichtzeichenanlage abzugeben, weil sie auf moderne LED-Technik umrüsten.

Riede-Felde – Die Ampel bringen die meisten Menschen in diesen Tagen vermutlich eher mit der neuen Bundesregierung in Verbindung. Für Ilse Lange vom Förderverein Bürgerinitiative (BI) Schulwegsicherheit Riede ist sie ein lang gehegter Wunsch. Der Verein bemüht sich bekanntlich seit Jahren darum, dass Schüler in Felde heile zu der Haltestelle gelangen, von der Busse sie wochentags zur Schule befördern.

Derzeit stockt das Projekt. Der Vereinsvorsitzenden Ilse Lange zufolge hat die Untere Verkehrsbehörde ihre Genehmigung erteilt und das Land hat grünes Licht gegeben dafür, dass die Kommune auf eigene Kosten eine Querungshilfe errichten darf. Die Gemeinde Riede habe das auch gewollt und zweimal dafür gedachtes Geld in den Haushalt eingestellt. Aber nach enormen Preissteigerungen – 2018 sei von rund 25 000 Euro Anschaffungskosten plus Unterhalt die Rede gewesen, 2019 von der doppelten Summe und dieses Frühjahr von 71 000 Euro – habe der Rat dann nicht beschlossen, das fehlende Geld noch einmal oben drauf zu legen. Nun sei es eine „Hängepartie“, sagt Lange.

Darum musste die pensionierte Lehrerin auch nicht zweimal überlegen, als sie kürzlich in der Zeitung las, dass das oberbayrische Ingolstadt 20 Ampeln älteren Modells ausgemustert hat und gegen eine Spende abgeben würde. Man müsse sich nur melden.

„Du liest das und denkst: Ja, guck mal“, erinnert sich die Felderin. Klar, die mehr als 681 Kilometer entfernten Bayern geben die Anlagen ab, weil sie sie durch neuere mit LED-Technik ersetzen. Aber die älteren Modelle seien ja trotzdem noch nutzbar, sagt sich die Initiative Schulwegsicherheit.

Im Gegenzug hat sie den Ingolstädtern sechs Ehrenkarten für das nächste Benefizkonzert mit den Rock-Rentnern „NeverTooLate“ am 27. August 2022 Open Air im Schloss Erbhof in Thedinghausen angeboten. „Und ich persönlich würde auch noch drei Übernachtungen auf dem Wohnmobil-Stellplatz beim Erbhof spendieren“, schreibt Ilse Lange in ihrer E-Mail an die Verwaltung der Stadt ganz weit im deutschen Süden.

Im ersten Anlauf hat es nicht geklappt; die 20 Signalanlagen sind an andere Empfänger gegangen. „Aber ich habe das Rathaus noch einmal angeschrieben und gefragt, ob von den weiteren Ampeln noch eine für uns übrig ist“, hat die Felderin am Freitag gesagt. „Ich bin da ganz optimistisch.“ Schließlich gehe es ja um eine gute Sache. Und, schiebt Lange nach: „Auch die längste Pechsträhne muss irgendwann enden.“

Schulwegsicherheit ist seit dem Jahr 2009 ihr Thema. „Da habe ich das erste Mal beobachtet, wie die Situation hier in Riede-Felde ist.“ Und die habe ihr gar nicht gefallen. An der gut zweieinhalb Kilometer langen Ortsdurchfahrt, der Landesstraße 331, gibt es drei Haltestellen – „und an keiner der Haltestellen gibt es eine Querungshilfe, eine Ampel oder so etwas“, erklärt Ilse Lange. Zudem überholten Autofahrer die haltenden Schulbusse regelmäßig so, dass es für die Kinder gefährlich enden kann.

Ein weiterer Dorn im Auge des Fördervereins ist, dass es zwischen dem Syker Ortsteil Okel und Riede-Felde, auf den letzten gut vier Kilometern der Landesstraße 333, keinen sicheren Radweg gibt. Dort „müssen sich Fußgänger und Radfahrer die sechs Meter schmale Fahrbahn mit dem motorisierten Verkehr teilen“, heißt es in einem Informationsflyer der Bürgerinitiative.

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