Altes Handwerk, Kunst und Kulinarisches sorgen für volles Haus in Blender

Einblick ins Herz der Mühle

Wie aus Milch Butter wird, zeigte Karl-Heinz Rengstorf.

Blender – In einer Zeit, in der es in jedem Supermarkt Aufbackbrötchen zu kaufen gibt, weiß nicht mehr jedes Kind, wie eigentlich gebacken und wie zuerst mal aus Getreide Mehl hergestellt wird. Spannend war es für die Gäste, am Pfingstmontag beim Mühlentag in Blender hinter die Kulissen der 1872 erbauten Windmühle zu schauen und Einblick in altes Handwerk zu erhalten. Die beiden ausgebildeten Müller des Mühlen- und Erntevereins, Kurt Hustedt und Charly Neumann, gaben Auskünfte über die Mühle und ihre Funktionsweise.

Karl-Heinz Rengstorf zeigte auf dem Hof mit einer Zentrifuge, wie aus Milch Butter hergestellt wird. „Leider ein bisschen weich, die Butter“, entschuldigte sich Rengstorf. Brauchte er aber gar nicht: Die Butter auf einem Stück Schwarzbrot schmeckte lecker. Überhaupt hatte der Mühlenverein mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern auf dem Freigelände neben der Mühle groß aufgetischt: Das Rahmenprogramm lud zu einem längeren Verweilen ein. Immer wieder für viele Freunde der Blasmusik ein Hochgenuss: das Blasorchester aus Uphusen. Schnell füllte sich die Mühlenscheune, und draußen auf dem Vorplatz wurde der Musik gelauscht. Frikassee war kurz nach Mittag ausverkauft. Aber da war ja noch das Kuchenbüfett...

Vorgefahren waren auch Oldtimer und alte Traktoren, die angeschaut werden konnten. Ein Lanz-Bulldog, Baujahr 1956, tuckerte über den Hof und fuhr zu seinem Stellplatz. Schnell scharten sich die Schaulustigen um das Nachkriegsgefährt der Landwirtschaft, das fein rausgeputzt und restauriert war.

Jürgen Knake aus Schwarme zeigte live seine Kettensägekunst: Am Fuße der Mühle entstand eine Gartenbank mit Pferdekopflehne. „Der Clou: Sie bekommt auf Kundenwunsch eine Halterung an die Rückenlehne, die nach vorne geklappt werden kann, um Teller oder Tasse abstellen zu können“, erzählte der Künstler mit der Kettensäge.

Volker Wolters, der Archivar „Alt-Blender“, zeigte eine sehr umfangreiche Sammlung von Postkarten aus der Reiterstadt Verden und Sven Ampts eine Fotoausstellung zum Thema „Infrarot-Fotografie“. Ins rechte Licht gerückt und sehr lebensnah fotografiert, zeigte Rotraud Scholz in der Mühle ihre Marionetten.

Am Nachmittag sorgte Samba mit brasilianischen Rhythmen für zusätzliche Stimmung. Für Kinder gab es Ponyreiten, Dosenwerfen und eine Hüpfburg. In der zweiten Mühlenscheune ist im ersten Stock das Museum weiter gewachsen. Ein Schwerpunkt in diesem Jahr: die Ausstellung von altem Geschirr und Porzellan. Ein bisschen Miniaturwunderland aus Lego hatten Pascal und Vincent mit ihren Freunden aufgebaut, dazu kleinste Details fotografiert und zu einem Suchspiel ausgearbeitet. Ein Flohmarkt und eine kulinarische Vielfalt von Gegrilltem über Pizza bis hin zu Eis und Erfrischungsgetränken rundeten den außerordentlich gut besuchten und hervorragend organisierten Mühlentag in Blender ab.  ha

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