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Einbahnstraße soll Gewusel entschärfen

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Straße Auf dem Felde vor der Kita Riede
Durch die eingeschränkten Betreuungszeiten bündelt sich das Verkehrsaufkommen vor der Kita derzeit extrem. Auf der schmalen Straße gab es schon einige Beinahe-Unfälle. © Schlüter-Ehrecke

Riede – Eng und unübersichtlich ist es morgens vor der Kindertagesstätte Riede an der Straße „Auf dem Felde“. Und bis vor Kurzem auch noch dämmerig. Eltern rangieren mit dem Nachwuchs auf der Rückbank ihre Autos in oder aus Parklücken. Andere Familien sind zu Fuß unterwegs, schlängeln sich mit den Sprösslingen im Kinderwagen oder an der Hand zwischen fahrenden Autos hindurch.

Wieder andere kommen mit dem Rad. Sie alle teilen sich die schmale Straße vor der Kita, die in beide Richtungen befahren werden kann. Einen extra Fuß- oder Radweg gibt es nicht. Da sind Umsicht und Rücksichtnahme gefragt.

Mehr als 100 Kinder aus Riede und umzu besuchen täglich die Krippe und den Kindergarten im Ort. Normalerweise entzerren die angebotenen Früh- und Spätdienste in den einzelnen Gruppen die Bring- und Abholsituationen. Doch seit die Samtgemeinde zu Jahresbeginn die Betreuungszeit in allen kommunalen Kitas zur Eindämmung des Corona-Virus auf maximal sechs Stunden begrenzt hat und die Kinder in festen Kohorten und deshalb ohne gruppenübergreifende Sonderdienste betreut werden, hat sich die Verkehrssituation vor der Kita Riede vor allem am Morgen deutlich zugespitzt.

Straße Auf dem Felde Kita Riede
So soll es sicherer werden: Die Straße „Auf dem Felde“ wird freiwillig wie eine Einbahnstraße befahren. Vom Spielplatz aus kommend geht es zur Kita, wieder raus dann Richtung Schule und Supermarkt. © Schlüter-Ehrecke

Punkt 8 Uhr öffnen sich nun die Türen der Einrichtung, und auf der Straße knubbeln sich Menschen und Fahrzeuge. „Es gab einige brenzlige Situationen“, berichten Meike Lange vom Leitungsteam der Kita und Katharina Reunitz, Vorsitzende des Elternbeirates: Beinahe-Unfälle und Spiegelklatscher. Viele Eltern seien sehr besorgt gewesen um die Sicherheit ihrer Kinder. Deshalb suchte der Elternbeirat nach einer Lösung.

Die scheint nun gefunden. Seit Ende Januar gibt es das Projekt „Freiwillige Einbahnstraße“. Eltern, die mit dem Auto zur Kita wollen, befahren die Straße „Auf dem Felde“ vom Spielplatz aus kommend. Wieder raus aus der Straße geht es dann Richtung Schule und Supermarkt. Begegnungsverkehr wird dadurch deutlich reduziert, was wiederum die Sicherheit für all jene erhöht, die zu Fuß oder mit dem Rad auf der Straße unterwegs sind.

Katharina Reunitz hat bereits jede Menge positives Feedback von den Eltern erhalten. „Ich bin sehr beeindruckt, wie viele mitmachen. Der Verkehr läuft viel fließender“, hat die Mutter zweier Kinder festgestellt. Sie betont, dass das Projekt freiwillig ist und im Übrigen nur eine Übergangslösung sei, bis sich die Corona-Lage so weit entspannt habe, dass wieder Früh- und Spätdienste angeboten werden könnten.

Meike Lange findet die Initiative der Eltern „ganz wunderbar“. Die Verkehrssituation habe sich nach ihrer Beobachtung ebenfalls zum Positiven verändert.

Sie hat noch weitere Tipps, um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen: helle Kleidung tragen, keine Wettrennen direkt am Zaun zur Straße beim Abschied, die lieben Kleinen immer an die Hand nehmen und der Appell an die Autofahrer, speziell beim Ausparken auf kreuzende Kinder zu achten und ansonsten nur Schritttempo zu fahren. „Wenn sich alle umsichtig verhalten, ist das für alle gut“, so Lange.

Von Claudia Schlüter-ehrecke

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