1,2-Millionen-Euro-Projekt: Abnahme des dritten Bauabschnitts des Weserdeichs in Oiste

Ein Kilometer modernisierter Schutz

Technisches Bauwerk erfordert technische Abnahme: Vertreter von Landkreis, Mittelweserverband, Baufirma, Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz, Samtgemeinde sowie Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sehen sich das Ergebnis der im Sommer 2019 begonnen Arbeiten am Deich an. 
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Technisches Bauwerk erfordert technische Abnahme: Vertreter von Landkreis, Mittelweserverband, Baufirma, Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz, Samtgemeinde sowie Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sehen sich das Ergebnis der im Sommer 2019 begonnen Arbeiten am Deich an.
  • Philipp Köster
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Oiste – „Es gibt Leute, die meinen, es gebe heute keine Hochwasser mehr“, sagt Peter Neumann. Doch dieser Ansicht kann der Geschäftsführer des Mittelweserverbands (MMV) nicht zustimmen. Wetterlagen wie vor Jahren beim Elbhochwasser mit einem gefährlichen Mittelmeertief könnten mit entsprechendem Ostwind auch die Weser treffen. Und auch angesichts schneearmer Winter der jüngeren Vergangenheit – ausgeschlossen sei viel Schnee, Tauwetter plus weiterer Regen für die Zukunft nicht. Kurzum: Hochwasserschutz ist Neumann zufolge nach wie vor wichtig.

Am Dienstag erfolgte in Oiste in der Gemeinde Blender die technische Abnahme des dritten Bauabschnitts zur Ertüchtigung des Weserdeichs. Gut ein Kilometer umfasst dieser Abschnitt bis kurz vor die Kreisgrenze zu Nienburg. Für 1,2 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln hat die Firma Mittelweser Tiefbau aus Warpe einen neuen Deich nach dem Stand der Technik mit einer Krone von drei Metern Höhe errichtet. Wo vorher bis an den Böschungsfuß noch der Acker bestellt wurde, führt nun ein drei Meter breiter Deichverteidigungsweg entlang. Denn um den Deich verteidigen zu können, muss man auch erst mal hingelangen, sagt Neumann. Ferner wurde der Seitengraben mit einer Dränage ausgestattet, um das Sickerwasser kontrolliert abzuleiten.

Die „Soldaten“ für die permanente Verteidigung des Deichs sind auch schon rekrutiert: Schafe des Oisters Schäfers Henner Meyer. Sie rücken demnächst an, um den Deich zu pflegen, indem sie die „Grasnarbe wehrhaft kurz halten“, erklärt Neumann.

Meyer ist dann einer von vier Schäfern, die mit ihren Tieren 38 der insgesamt 52 Kilometer Deich im Zuständigkeitsbereich des Mittelweserverbands links des Flusses pflegen und verdichten. Denn die Gefahr bei einem Bruch sei nicht unbedingt die Höhe des Wassers, sondern vor allem, dass er aufweiche. So dienen Mittelweserverbands-Geschäftsführer Neumann zufolge die Sandsäcke bei Hochwasserlagen mit eingestautem Wasser nicht zur Erhöhung sondern zur Beschwerung.

Entsprechend sind Kaninchen von der Innenseite und Nutrias von der Außenseite mit ihrer Buddelei Gift für die Deiche. „Kommende Woche präsentieren Jäger bei einer Schwanzzählung wieder geschossene Nutrias. Pro Stück gibt es sechs Euro Prämie“, sagt Peter Neumann.

Der nächste Neubau ist übrigens schon geplant: 2022 ist ein Abschnitt an der westlichen Grenze der Samtgemeinde in Riede Richtung Weyhe-Ahausen dran.

Von Philipp Köster

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