Bedenken, „dieses Fass aufzumachen“

Dritte Kraft in Kita-Gruppe: Rat scheut sich

Thedinghausen/Wulmstorf/Morsum - Es sei jetzt gründlich zu überlegen: Machen wir das oder machen wirs nicht? gab Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse auf der Sitzung des Gemeinderats Morsum im Wulmstorfer Dorfgemeinschaftshaus zu bedenken. Gabriele Artelt-Marquardt (UBL), meinte ebenfalls, dass mit der Zustimmung zum Antrag der Morsumer Kindergartenleiterin Andrea Dierenga „ein Fass aufgemacht“ würde.

Dies hält die Einstellung einer dritten Erzieherin in der dortigen Ganztagsgruppe mit 25 Kindern für dringend erforderlich. Die jetzige Belastung sei für zwei Kräfte bei sechs bis sieben täglichen Gruppenstunden zu hoch, erläutert Andrea Dierenga im Antrag. Wie in anderen Kitas steige zudem die Zahl der Kinder mit Förderbedarf, die Elternarbeit bedürfe erhöhter Aufmerksamkeit, und dies gelte auch in Bezug auf die zunehmend jüngeren Kinder.

„Wenn wir die dritte Kraft bewilligen, werden alle anderen kommunalen Kindergärten der Samtgemeinde das Gleiche wollen“, sah Harald Hesse voraus. Das werde zu fast unlösbaren Problemen nicht nur finanzieller, sondern auch personeller Art führen. Erzieheringen seien bekanntlich zurzeit rar gesät, und für die Einstellung nur einer Drittkraft fielen Personalkosten von knapp 38.000 Euro jährlich an.

Dass alle Kitas sich kleinere Gruppen wünschen und das im Prinzip auch gerechtfertigt sei, räumte Hesse ein. Der Ratsvorsitzende Thomas Metz CDU) wusste sogar konkret aus Morsum, dass dort Kindergartenkräfte zum Teil „über ihrem Limit arbeiten“. Ähnliche Defizite gebe es in anderen Kitas ebenso. Der Krankenstand in den kommunalen Kitas sei vergleichsweise hoch, wusste Verena Garscha von der Grünen Liste. Vielleicht sei ein PersonalPool mit Kräften sinnvoll, die bei besonderen Engpässen einspringen, überlegte sie, während Gabriele Artelt-Marquardt über „pädagogische Stützkräfte“ nachdachte, die sich bestimmten Kindern besonders widmen.

Problem: die Gruppengrößen

Petra Roselius (SPD) schlug vor, eine der Kita-„Springerkräfte“ für einen längeren Zeitraum in Morsum einzusetzen.

Nur ihr Parteikollege Diethelm Ehlers plädierte eindeutig dafür, dem Dierenga-Antrag zuzustimmen. Dagegen wandte Dieter Mensen von der Grünen Liste ein, dass immerhin schon eine Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst (Bufti) in der Ganztagsgruppe mit tätig ist. Das sei schon so etwas wie eine dritte Kraft, die zum Beispiel Kindern auch Geschichten vorlesen könne.

Das eigentliche Problem seien die Gruppengrößen, so Mensen. In Bremen etwa liege die Obergrenze bei 20 Kindern.

Am Ende beschloss der Gemeinderat mit großer Mehrheit bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung, das Thema dritte Erzieherin zur weiteren Beratung in den Sozialausschuss zu verweisen. Die Kindergartenleiterin solle mit zur Ausschusssitzung eingeladen werden, um über die Situation in Morsum noch ausführlichere Auskünfte zu liefern. 

la

Rubriklistenbild: © dpa

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