Drei Rieder mit bei Gründung des Landesvereins „Vernunftkraft Niedersachsen“

Vereint für den Ausbaustopp

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Am Vorstandstisch des in Walsrode frisch gegründeten Vereins „Vernunftkraft Niedersachsen“, von links: Schriftführer Harald Frauenknecht, Vorsitzender Matthias Elsner aus Husbäke bei Oldenburg, Kassenwartin Ilona Springer und der zweite Vorsitzende Christian Gresens.

Riede/Walsrode - „Der Unmut über ausufernden Ausbau der Windenergie und damit einhergehende Zerstörung der letzten naturstillen und industriefreien Landschaften Niedersachsens kann nun mit einer Stimme deutlich gemacht werden“, betont Matthias Elsner, der neue, einstimmig gewählte erste Vorsitzende des Vereins „Vernunftkraft Niedersachsen“.

66 stimmberechtigte Mitglieder, die niedersachsenweit über 100 Bürgerinitiativen und Bürgernetzwerke repräsentieren, waren in der Stadthalle Walsrode, als aus dem 13 Jahre bestehenden Landesverband Landschaftsschutz Niedersachsen in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung per Satzungsbeschluss die „Vernunftkraft Niedersachsen - Landesverband Landschaftsschutz“ wurde.

Aus Riede reisten Wilfried Wessel, Wolfgang Weinert und Ralf Büsselmann von „Gegenwind“ zum Gründungstreffen. Aus Giersberg war Hartmut Schubert in Walsrode, aus Kirchlinteln Gerold Rosenthal. Dorit und Ursula Scholing vertraten Wahnebergen.

Zum neuen Vorstand gehören neben Elsner Christian Gresens als 2. Vorsitzender, Ilona Springer als Kassenwartin und Harald Frauenknecht als Schriftführer an Der Landesverband ist nun als bereits zehnter Verband der „Bundesinitiative Vernunftkraft“ angeschlossen.

Die Vereinsziele wurden in einem Positionspapier festgehalten. Hauptforderung ist ein sofortiger Ausbaustopp und ein Moratorium für Windenergieanlagen. „Es gibt signifikante Hinweise für massive Gesundheitsgefahren durch Infraschall. Hier muss es ergebnisoffene Forschungen geben, wenn man nicht billigend eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung in Kauf nehmen will“, fordert „Vernunftkraft“.

Auch im führenden Land der Windstromerzeugung, Dänemark, gebe es einen faktischen Ausbaustopp zu Lande bis weitreichende Forschungsergebnisse vorliegen. Zudem werde es in absehbarer Zeit keine wirtschaftlichen Speicherlösungen geben. Windenergie spare durch parallel hochgefahrene Kohlekraftwerke kein Gramm CO² ein und töte darüber hinaus hunderttausende Vögel und Fledermäuse, erläuterte Elsner.

Den fehlenden Fortschritt bei der Entwicklung von wirtschaftlichen Speichertechnologien belegte Prof. Dr. rer. nat. Frank Endres vom Institut für Elektrochemie der Technischen Universität Clausthal in seinem Vortrag auf der Versammlung.

„Natürlich wünschen auch wir uns eine möglichst weitgehende, regenerative Stromversorgung. Die besteht aber nicht darin, ganze Landschafts- und Vogelschutzgebiete mit Industrieanlagen zu überfrachten“, ergänzte Harald Frauenknecht.

Neben dem Moratorium fordert der Landesverband vor allem von der Landesregierung, den unter der Leitung von Umweltministers Wenzel geplanten Windenergie-förderlichen Erlass auszusetzen, bis die Ergebnisse aus Dänemark und Deutschland zur Gesundheitsbeeinträchtigung vorliegen.

Wenzels Entwurf sehe lediglich die doppelte Anlagenhöhe als Mindestabstand zur Wohnbebauung vor und plane den Wegfall jeglicher Höhenbegrenzungen der Windenergieanlagen. Inzwischen seien weit über 1 000 Eingaben gegen diesen Erlass in Hannover eingegangen.

Eine gewisse Euphorie und viel Gemeinschaftsgefühl hätten die „gelungene Gründungsveranstaltung“ geprägt, berichtete auf Nachfrage Wilfried Wessel aus Riede. Sehr beeindruckt habe vor allem der Vortrag von Professor Endres.

la

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