Landwirt Gerold Bremer aus Emtinghausen züchtet Wagyu-Rinder

Die besondere Fettmarmorierung macht’s

„Stolze Tiere“ meint Gerold Bremer mit Blick auf seine Wagyu-Rinder, deren Fleisch von Feinschmeckern geschätzt wird.
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„Stolze Tiere“ meint Gerold Bremer mit Blick auf seine Wagyu-Rinder, deren Fleisch von Feinschmeckern geschätzt wird.

Emtinghausen – Kobe-Fleisch aus Japan gilt als bestes Fleisch der Welt. Es zeichnet sich durch eine besondere Fettmarmorierung aus, die dem Fleisch einen besonderen und, wie Kenner sagen, unvergleichlich guten Geschmack gibt. Ein Kilogramm liegt in einem sehr hohen Preissegment. Kobe-Rinder gibt es nur in einem bestimmten Gebiet in Japan. Nur spezielle Tiere aus dem Land der aufgehenden Sonne dürfen sich so nennen. Die Herkunftsbezeichnung ist geschützt.

Es sind aber auch Tiere exportiert worden, und diese bilden den Grundstock für die weitere Züchtung außerhalb Japans. Im Ausland, also auch in Deutschland, geborene Tiere heißen dann Wagyus. Denn auch in Deutschland gibt es viele Feinschmecker, die gerne in den Genuss eines leckeren und exklusiven Stücks Rindfleischs kommen wollen. Für sie züchten Landwirte in Anlehnung und auch in Verwandtschaft des Kobe-Rinds das Wagyu-Rind. Einer dieser Züchter ist Gerold Bremer aus Emtinghausen, der einzige dieser Art im Landkreis.

Bremer erzählt: „Nachdem ich und meine Frau Susanne die Milchviehhaltung auf unserem Hof aufgegeben hatten, haben uns der Spargelanbau und das Weihnachtsbaumgeschäft noch Spielraum gelassen. So sind wir quasi als Seiteneinsteiger auf die Zucht von Wagyu-Rindern gekommen. Wir haben einen Betrieb in Schleswig-Holstein in Augenschein genommen, dort auch mal probiert – und sind im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen.“

Mittlerweile stehen auf der großen Weide hinter dem Bauernhof an der Dorfstraße in Emtinghausen vier tragende weibliche Wagyus und fünf Jungtiere beziehungsweise Kälber. Es sollen noch mehr werden. „Gerold Bremer schwärmt: „Das sind ganz tolle Tiere, die ein spezielles Mastfutter brauchen, damit die Marmorierung des Fleisches mit den kleinen Fettadern auch gut ausgebildet wird. Bekanntermaßen ist Fett ein Geschmacksträger. Die Fettmarmorierung zieht bei der Zubereitung ins Fleisch, und das macht den besonderen, leicht nussigen Geschmack aus.“

Reinrassig sind die Emtinghauser Wagyu--Rinder nicht. Sie wurden mit deutschen Schwarzbunten eingekreuzt. Gerold Bremer: „Derzeit steht die sogenannte F1-Generation auf dem Hof, in Kürze werden wir durch weitergehende Zucht sogar mit der F2-Generation arbeiten können. Ein solches Tier hätte dann 75-Prozent des Erbmaterials eines Kobe-Rindes.“

Damit die Tiere auch prächtig gedeihen, erhalten sie auf der Weide viel Auslauf. Bremer: „Bewegung sorgt für den Aufbau von Muskelmasse.“ Und natürlich gehört auch gutes Futter dazu. Draußen werden die Tiere vom Frühjahr bis in den Spätherbst auf der Weide gehalten. Dort gibt es neben dem natürlich wachsenden Gras ein spezielles Mischfutter sowie ein Mastfutter für das Rindvieh. Im Winter werden die Tiere auf Stroh mit viel Fläche gehalten. Im Stall wird dann überwiegend Mais- und Grassilage sowie Kraftfutter serviert.

Gerold Bremer ist mit seinen 64 Jahren ein erfahrener Landwirt. Und darum hat er auch einen Unterschied im Verhalten zwischen den normalen Deutschen Kühen und ihren japanischen Verwandten ausgemacht. „Die Wagyu-Rinder sind viel anhänglicher und erfordern mehr Zuwendung – inklusive Streicheleinheiten.“

Das schützt sie aber auch nicht vor dem unvermeidlichen Gang zum Metzger. Gerold Bremer: „Im nächsten Jahr soll das erste Tier geschlachtet werden. Das wird aber nicht auf einem Schlachthof passieren, sondern bei einem erfahrenen Hausschlachter in der Region. Die Tiere sollen ihre Leben möglichst stressfrei beschließen – auch, weil eine zu große Hormonauschüttung negative Auswirkungen auf die Fleischqualität hätte.“

Die Tiere werden anschließen zerlegt und in haushaltsüblichen Portionen verkauft. „Ein Teil wird sicher über den Tresen unseres Hofladens gehen“, so Bremer, „doch es haben auch schon Spezialitätenrestaurants aus Bremen, Verden und umzu angefragt.“ Den genauen Kilo-Preis für das Steak oder das Fleisch für anderweitige Leckereien kann der Emtinghauser Züchter noch nicht nennen, aber „so viel wie in Japan wird es bestimmt nicht werden.“

Gerold Bremer weist in diesem Zusammenhang auf einen Trend hin. „Es kommt weniger Fleisch auf den Teller. Aber wenn, dann soll es bei vielen Leuten auch etwas Gutes sein.“  sp

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