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Neue Tempoanzeige: SPD scheitert im Rieder Rat

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Von: Philipp Köster

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Das gelbe Ding ist ein Ortsschild. Es kündet davon, dass man in einen Ort bezeichneten Namens fährt – und dass dort Tempo 50 gilt.
Das gelbe Ding ist ein Ortsschild. Es kündet davon, dass man in einen Ort bezeichneten Namens fährt – und dass dort Tempo 50 gilt. © Behr

Riede – Bereits im Sommer vergangenen Jahres ist das Rieder Ortsschild an der Landesstraße 331 in Richtung Felde versetzt worden. Damit hatte die Landesbehörde nach langem Ringen den Wunsch von Politik und Verwaltung erfüllt – und die Tatsache anerkannt, dass der Ort nun mal gewachsen ist.

Allerdings hat sich diese Versetzung noch nicht bei allen rumgesprochen. Oder anders gesagt: Es fällt offenbar vielen Verkehrsteilnehmern nicht auf, dass dieses gelbe Ding jetzt weiter südlich aufgestellt ist. Anwohnerinnen und Anwohner beklagen sich zuhauf über zu schnell fahrende Autos, Laster und Motorräder, die man schon „aus Schwarme und Dreye“ höre, wie ein Bürger berichtete.

Die SPD hatte für die Sitzung den Antrag vorgelegt, über die Anschaffung einer neuen Geschwindigkeitsanzeige zu beraten, die auf Höhe der Straße „Am Landesgraben“ aufgestellt werde.

Auch woanders wird gerast, zum Beispiel in Thedinghausen

Nicht nur an der Landesstraße 331 in Riede wird schnell gefahren. In der Samtgemeinde gibt es etliche Stellen, wo sich Autofahrerinnen und Autofahrer zumindest nach Einschätzung von Anwohnern und Passantinnen nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben halten.

So berichtete die Thedinghauser Mutter zweier Kinder, Catarina Weidner, unlängst im dortigen Gemeinderat von Rasern beim Adeligen Holze. Dort würde an den Sprösslingen vom Waldkindergarten „De Holtkinners“ selbst noch in unmittelbarer Nähe vorbeigerauscht, sodass die Erzieherinnen genötigt gewesen seien, auf die Straße zu treten und eine Geste zu machen, die zur Geschwindigkeitsreduzierung mahnt. Es wäre gut, wenn dort Tempo 30 gelte. Bauamtsleiter Frank Bielefeld befürchtete, es handele sich um eine Kreisstraße mit entsprechender Zuständigkeit in Verden. „Wir können dann nur ,Bitte, Bitte’ sagen. Bürgermeister Thomas Metz (CDU) brachte die Aufstellung einer Tempoanzeige ins Spiel.

Und auf der eigentlich verkehrsreduzierten Bürgerstraße (Tempo 30) im Zentrum Thedinghausens werde auch zu schnell gefahren, sagte Verena Garscha (Grüne Liste). Immerhin werde dort zuweilen geblitzt, berichtete Diethelm Ehlers (SPD).

Das bringe doch nichts und koste nur viel Geld, hatte eine Bürgerin schon vor der Beratung während der Einwohnerfragestunde geurteilt – und den Einsatz von Radarmessgeräten („Blitzer“) gefordert. Bauamtsleiter Frank Bielefeld und Antragssteller Jürgen Winkelmann (SPD) sehen durchaus einen sensibilisierenden Effekt bei solchen Anzeigen, auch wenn sich „hartnäckige Raser“ (Bielefeld) nicht von ihrem Tun abbringen ließen.

„Wir blitzen nicht selber“, sagte Bielefeld, das machten Polizei und Landkreis. Laut Winkelmann ist es hilfreich, wenn die Bürgerinnen und Bürger selbst beim Landkreis um die Aufstellung eines Blitzers bitten würden – und dafür auch Stellplätze anböten.

Er sprach sich für eine rund 2900 teure moderne Tempoanzeige aus, die solarbetrieben sein sollte.

Andreas Weber-Sordon und Stefanie Klebe teilten die Auffassung, dass gerast werde (laut Weber ab der Bruchstraße) und dass geblitzt werden solle. Klebe missfiel aber, dass eine neue Tempoanzeige gekauft werden müsse, es gebe doch schon eine. „Das Geld haben wir nicht über.“ Sie lehne eine solche „Investition in den Autoverkehr“ ab. Emile Kabert (SPD) wusste von einer Studie aus Sachsen zu berichten, dass eine Tempoanzeige ein wirksamer Beitrag zur Reduzierung der Geschwindigkeit sei. Joachim Otten (CDU) hatte mit dem Landkreis bezüglich der Blitzer telefoniert und gab zu bedenken, dass die Messanlage mit Sanktionsfolgen nicht aufgebaut würde, wenn eine (reine) Geschwindigkeitsmesstafel aufgestellt sei. Er sprach sich entsprechend für ein zeitlich befristetes Aufhängen des vorhandenen Geräts aus. Jürgen Winkelmann entgegnete, er selbst habe das alte Gerät zum Bauhof gebracht. Das Problem sei, dass selbst nach der Anschaffung neuer Akkus die Leuchtkraft der Anzeige rasch abnehme. Ein neues Gerät habe moderne Funktionen, was die Anzeige, die Helligkeit und auch die Auslesemöglichkeit der Daten vom Chip anbelange.

Am Ende konnte sich die SPD nicht gegen die schwarz-grüne Mehrheit durchsetzen. Stattdessen soll die alte Tempoanzeige flott gemacht werden.

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