„Dichter dran“: Balladen, so spannend wie ein Krimi

Poesie und Kabarett: Vielseitiger Abend mit Anna Magdalena Bössen und Florian Miro

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Anna Magdalena Bössen (links) ging poetisch-musikalisch auf eine Spurensuche existenzieller Menschheitsfragen.

Thedinghausen - Instrumental ertönte die Musik „The final countdown“ zu Beginn des Programms „Dichter dran – eine Zukunft ohne Goethe ist denkbar, aber nicht schillernd“ im Thedinghauser Erbhof-Renaissance-Saal.

Die Protagonisten Anna Magdalena Bössen und Florian Miro begrüßten die Gäste zu Poesie und Kabarett in der „Bar jeder Entscheidung“ – eine Weltraum-Bar mit Blick vom Mond auf die Erde. Hinterm Tresen versuchte Musiker Florian Miro das Publikum zu einem Weltraumflug zu überreden. „Kommen sie mit mir mit“, warb er, „die Erde ist am Ende, die Zukunft liegt im All.“

Da hatte Anna Magdalena Bössen etwas dagegen. Sie wollte nicht kampflos den Abflug machen und präsentierte Verstärkung zunächst in Form von Pappkameraden. „Wir haben Experten eingeladen zum Thema Leben auf der Erde – begrüßen sie mit mir Johann Wolfgang von Goethe“.

Der Dichterfürst war einer von vielen Poeten, der am Tresen auftauchte. Schließlich ging es um nichts weniger als die Zukunft menschlicher Existenz. Und poetischer Rat wurde da dringend gebraucht. Es begann eine humorvolle Spurensuche nach den Gründen für die globale Verzagtheit die das Publikum in die Auseinandersetzung mit einband.

Ein bisschen Lichtstimmung hatte sich der Erbhofförderverein aus der Gudewillschule geliehen. Schwarze Vorhänge, wie vom Künstlerduo gewünscht, hielt der Erbhofförderverein als Veranstalter allerdings für unpassend. Doch auch in die „normale“ historische Umgebung waren einige Dichter wie Schiller oder Goethe sehr gut eingebunden.

Diplom-Rezitatorin Anna Magdalena Bössen mit ihrer raumfüllenden Stimme ohne akustische Verstärkung kämpfte mit ihrem musikalischen Partner. Beide verbanden Pop-Songs, romantische Chansons und klassische Musik mit kleinen Reimen und großen Werken der Dichterkunst. Vor dem gebannt lauschendem Publikum trug sie manche Ballade so spannend vor, als erzähle sie einen Krimi.

Außerdem verstand sie es zusammen mit ihrem Musiker ausgezeichnet, Dialoge mit dem Publikum aufzunehmen.

Natürlich tauchte man auch wieder ein in die Welt der Erzähler wie Walther von der Vogelweide, Erich Kästner, Bertolt Brecht, Hilde Domin, Mascha Kaléko oder Joachim Ringelnatz. „In den Dichtungen steckt viel Weisheit, Glaube, Mut, Fantasie und unglaublich viel Humor. Eigentlich alles, was wir brauchen“, erläuterte die Künstlerin ihre Intention. Und wer sich von ihr und ihrem Musiker auf diese Reise mitnehmen ließ, der erlebte einen wunderschönen Abend. 

ha

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