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Der Thedinghauser Manfred Feldt ist mit rund 800 Kamelien einer der größten Hobbyzüchter

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Von: Philipp Köster

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Manfred Feldt mit seiner ältesten Kamelie, einem stattlichen Exemplar von mehr als drei Metern Höhe.
Manfred Feldt mit seiner ältesten Kamelie, einem stattlichen Exemplar von mehr als drei Metern Höhe. © Köster

Thedinghausen – Vor dem Haus von Manfred Feldt blühen jetzt die Schneeglöckchen. Sehr schön. Doch üppiger und farbenfroher noch als die kleinen Amaryllisgewächse künden die ersten Blüten von Dutzenden seiner Kamelien vom Ende eines trüben, nicht besonders kalten Winters. Und zwar vor dem Haus, hinter dem Haus und in einem großen Gewächshaus hinten im Hof.

Manfred Feldt beherbergt in Thedinghausen an der Hägerstraße rund 800 Kamelien aus 200 Sorten. Sein ältestes Exemplar ist ein mehr als drei Meter hoher Baum. Er hat ihn vor 28 Jahren aus Saatgut gezogen. Die rosafarbenen Blüten gehen jetzt auf.

Kamelien stammen aus Ostasien. Da sie dort auch noch in 2000 Metern Höhe wachsen, haben sie in unseren Breiten keine Probleme, berichtet der 64-Jährige. In diesem Winter sowieso nicht, aber auch der strenge Frost im Februar 2021 sei nicht dramatisch gewesen für die draußen stehenden Pflanzen. Die Blüten fielen zwar ab, aber den Knospen mache die Kälte nichts aus. Und die Blätter würden sich zusammenrollen wie bei Rhododendren und danach wieder entfalten.

Seine Jungpflanzen aus Saatgut und Stecklingen hat Manfred Feldt aber im beheizten Gewächshaus stehen. Und die Töpfe mit den etwas älteren Kamelien schafft er bei Dauerfrost ins Haus auf eine ungeheizte Diele.

Fast gefährlicher noch als Kälte ist Wärme. Das hat der Thedinghauser am Anfang seines Umgangs mit Kamelien vor 34 Jahren gelernt: „Ich habe mir beim Gärtner zwei Pflanzen gekauft und über die Heizung gestellt. Nach drei Tagen waren die Blüten hin, nach einer Woche die noch geschlossenen Knospen. Und nach 14 Tagen war kein Blatt mehr dran.“

Statt den Gärtner zur Rede zu stellen, den ja auch keine Schuld traf, hat sich Manfred Feldt in das Thema eingelesen und Kontakt zum „Kamelienpapst“ Peter Fischer in der Wingst aufgenommen.

Über die Jahre ist aus Feldt selbst eine Koryphäe geworden, was die Hobbyzucht anbelangt. Neben dem bloßen Ziehen von Saatgut betätigt sich das Mitglied der Deutschen sowie der Internationalen Kameliengesellschaft auch als „Schöpfer“, indem er Blüten mit einem Pollenpinsel bestäubt und so Kreuzungen erzeugt, die zum Beispiel rosa-weiße Blüten hervorbringen. Meist lässt er aber die Natur walten – und freut sich dann über seltene Exemplare, die wie bei einer Korkenzieherhasel verdreht wachsen und mit vielen Knospen angefüllt sind.

Im neuen Gewächshaus aus dem Jahr 2021 haben es Mehrjährige und junge Setzlinge warm, aber nicht zu warm.
Im neuen Gewächshaus aus dem Jahr 2021 haben es Mehrjährige und junge Setzlinge warm, aber nicht zu warm. © -

Viele seiner 800 Pflanzen haben gar keine Namen, sondern sind der Einfachheit halber „nur“ nummeriert. Andere Nachzüchtungen aus Handelssaatgut tragen große Namen, wie etwa „Loki Schmidt“. Besonders prachtvolle Exemplare aus eigenem Haus sind „Mein kleiner Juwel“ oder „Meine Marlene“. „Marlene heißt meine Lebensgefährtin.“ Fotos der schönsten Blüten haben es in einen bunten Kamelienkalender 2022 geschafft, für den Manfred Feldt mit anderen Züchterinnen und Züchtern Bilder lieferte.

Der Thedinghauser macht aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung keine Geheimwissenschaft. So rät er, beim Kamelienkauf unbedingt auf den Zustand der Wurzeln im Topf zu achten. Seien sie schwarz statt weiß, sterbe die Pflanze bald ab. Dünger brauchen die Pflanzen auch nicht, nur gute Blumenerde. Wichtig sei neben regelmäßigem Beschneiden auch Umtopfen, kleine Pflanzen nach zwei bis drei Jahren, größere nach vier Jahren. Später könnten die Kamelien nach draußen gepflanzt werden. Sie machen auch als bienenfreundliche immergrüne Hecke eine gute Figur.

• Für Ende März bis Ende April plant Manfred Feldt wieder Tage des offenen Gartens an der Hägerstraße 8 – vorbehaltlich der Corona-Situation. Dann präsentiert er Interessierten seine Kamelien und bietet auch Setzlinge zum Verkauf. „Ich kann ja nicht alle behalten.“ Weitere Informationen unter Telefon 04204/22 33 269.

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