Niederdeutsche Sprache pflegen

„Dat plattdütsche Huus“ nimmt Formen an

Sie nahmen das künftige „Plattdütsche Huus“ in Augenschein und waren schlichtweg begeistert von dem, was im Orth-Haus entstehen soll – v. l.: Günther und Inge Orth, Frank Bielefeld, Silke Bollhorst, Andrea Stadtlander, Christina Jantz-Herrmann, Diethelm Ehlers, André Habekost, Sascha Stelten, Harald Hesse und Thomas Metz. - Foto: Behr
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Sie nahmen das künftige „Plattdütsche Huus“ in Augenschein und waren schlichtweg begeistert von dem, was im Orth-Haus entstehen soll – v. l.: Günther und Inge Orth, Frank Bielefeld, Silke Bollhorst, Andrea Stadtlander, Christina Jantz-Herrmann, Diethelm Ehlers, André Habekost, Sascha Stelten, Harald Hesse und Thomas Metz.

Thedinghausen/Emtinghausen - Von Joachim Behr. „Dat plattdütsche Huus“ im Orth, also im ehemaligen Modehaus von Inge und Günther Orth in Thedinghausen, zentral in der Braunschweiger Straße 34 gelegen, wird Realität.

Auf Initiative der „Emhuser Plattsnackers“ mit André Habekost an der Spitze soll hier „im Orth“ ein plattdeutsches Kulturzentrum mit überregionaler Bedeutung entstehen. Das Haus soll zunächst langfristig für zehn Jahre gepachtet werden. Dazu hat das Planungsteam ein Konzept zur Verwirklichung und zum Betrieb eines „Plattdeutschen Hauses“, das dem Erhalt, der Pflege und der Förderung der niederdeutschen Sprache dienen soll, erstellt.

Um dieses vorzustellen, hatten die Plattsnackers die Bundestagsabgeordnete Christina Jantz-Herrmann (SPD) aus Schwanewede, Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse, Bürgermeister Thomas Metz, Wirtschaftsförderer Frank Bielefeld sowie Vereinsmitglieder der Plattsnackers zur Besichtigung des künftigen Domizils eingeladen. Dabei natürlich auch die Hausbesitzer Inge und Günther Orth, die im Obergeschoss wohnen.

Bis zu 400. 000 Euro Umbaukosten

Den perfekten „Orth“ als runde Sache stellte André Habekost den Gästen vor: „Anfang Januar wollen wir mit neun Personen eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft mit dem Firmennamen ‚De Plattsnackers‘ gründen, wir erarbeiten mit einem Notarbüro eine Satzung. Der heutige Theaterverein 'Emhuser Plattsnackers' wurde 1984 gegründet, Theater gespielt wird allerdings schon seit 1974 als damalige Unterabteilung des Schützenvereins Emtinghausen.“ Und Andrea Stadtlander von den Plattsnackers ergänzt: „Unserem Verein gehören rund 70 Mitglieder und 12 bis 15 aktive Spielerinnen und Spieler an.“

Christina Jantz-Herrmann zeigte sich begeistert von dem Vorhaben: „Ich spreche zwar kein Platt, kann die Sprache aber verstehen. Ich finde das total klasse, was Sie hier vorhaben, eine tolle Verpflichtung über Jahre. Ich will diese Kultur aus Thedinghausen und umzu auch in Berlin vorstellen. Ich werde mich auch für Fördergelder einsetzen.“

André Habekost legte einen Plan des etwa 400 Quadratmeter großen Erdgeschosses vor. Herzstück des 1938 erbauten Hauses ist der Veranstaltungssaal mit 116 Sitzplätzen, die Sitzreihen sind nach vorne abfallend zur großen Bühne ausgerichtet. Außerdem werden ein Kassen- und Garderobenbereich, Toiletten, Küche, Bar sowie Lagerräume eingerichtet. Für das Speisenangebot wird die Zusammenarbeit mit einem Caterer angestrebt, Getränke sind im eigenen Ausschank erhältlich.

Projekt unter anderem mit Fördergeldern verwirklichen

„Fakt ist“, so André Habekost, „dass die Umbaumaßnahmen mit etwa 350.000 bis 400.000 Euro zu Buche schlagen. Mit Fördergeldern, die zum Teil schon beantragt sind, bereits mündlichen Zusagen für die finanzielle Unterstützung von einigen Privatpersonen und Vereinsmitgliedern sowie Eigenleistungen, sollte das Projekt verwirklicht werden können.“

Aus dem privaten und gewerblichen Bereich seien schon erste Spenden eingegangen. Die Initiatoren freuen sich über weitere Spenden. Für April sei eine große überregionale Spendensammlung geplant. Im Internet sind die Plattsnackers unter www.emhuser-plattsnackers.de präsent.

„Die geplante Umnutzung des Gebäudes wurde bereits mit einer positiven Bauvoranfrage bestätigt. Das zusammen mit einem Architekten entwickelte Raumkonzept ist perfekt auf die Anforderungen des Betriebs abgestimmt und bietet ausreichend Platz für alle Bedürfnisse. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass das Objekt scheitern könnte.“

Dazu Frank Bielefeld: „EU-Förderungen sind auf jeden Fall möglich.“ Harald Hesse ist sicher: „Dieses ‚Plattdütsche Huus‘ wird als Zentrum die Attraktivität von Thedinghausen steigern.“

Nach Fertigstellung heißt es dann laut Veranstaltungskonzept zum Beispiel „Freitag ist Platttag“. Beim Thema Förderung der plattdeutschen Sprache möchten die Plattsnackers auch mit den Schulen zusammen arbeiten. Außerdem soll und kann die Darstellung der niederdeutschen Sprache nach außen auch über zahlreiche weitere Veranstaltungen erfolgen: Theatergruppen, Musik, Lesungen und Künstler aus den unterschiedlichsten Bereichen sind gerne gesehen und auch eigene Formate wie etwa eine plattdeutsche Adaption der beliebten „Krimi-Dinner-Party“.

Das geräumige Foyer des „Plattdütschen Huus“ kann ebenso vielfältig für kleinere Veranstaltungen, Treffen oder Seminare genutzt werden. Die Eröffnung des Hauses ist für Herbst 2018 geplant, gab André Habekost abschließend bekannt.

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