Das Ehrenamt in Person

Nach 40 Jahren als Übungsleiterin im MTV Riede hört Rosemarie Conrad zum Jahresende auf

Rosemarie Conrad geht nun in den MTV-Ruhestand.
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Rosemarie Conrad geht nun in den MTV-Ruhestand.

Riede – „Der MTV war und ist mein Leben, ich war immer für den MTV unterwegs!“ Nun tritt Rosemarie Conrad kürzer. Die 84-Jährige ist zwar fit wie ein Turnschuh. Doch nach 40 Jahren als Übungsleiterin ist zum Jahresende Schluss.

In einem sehr interessanten Gespräch hält Rosi, wie sie von vielen genannt wird, eine Rückschau auf die lange Zeit.

Im Mai 1980 zog sie mit ihrem Mann Klaus von Hamburg nach Riede, weil Klaus hier einen Kettenverkaufsbetrieb übernahm. Bereits zu der Zeit engagierte Rosi sich als Übungsleiterin – zunächst ohne Lizenz – sehr für den Sportverein, wurde dafür vom Niedersächsischen Turnerbund Kreis Verden ausgezeichnet.

Am 3. Juni 1988 erwarb sie dann offiziell die Übungsleiterlizenz, die nun bis zum. 12. Dezember 2025 verlängert wurde.

2011 wurde ihr die Urkunde und Ehrennadel des Landessportbundes verliehen.

2005 flog Rosi mit zehn Teilnehmerinnen ihrer Gymnastikgruppe zum Deutschen Turnfest nach Berlin. Für manche war das überhaupt der erste Flug in ihrem Leben. Es war ein großes Erlebnis in der Hauptstadt, Rosi schwärmt heute noch davon.

Aktiv war sie auch in der Karnevalsgruppe, die „Truppe“ trifft sich heute noch zum Klönschnack. Das Männerballett „Sextett“ –  auch dort übte Rosi die Show ein – erregte bei den Karnevalsauftritten stets großes Aufsehen und der Beifall rauschte nur so.

Rosemarie Conrad als Großmutter im Tanz-Musical „Geträumt“ 2009.

Ihre Gymnastikgruppe nahm auch mit einem bunt geschmückten Wagen an den Erntefestumzügen teil. Für die Kinder organisierte sie im damaligen Gasthaus Scholvin-Ortmann Weihnachtsfeiern mit spektakulären Aufführungen.

Und in der Heinz-Schreiber-Halle wurde im November 2009 das MTV-Tanzmusical „Geträumt“ vor 450 Zuschauern aufgeführt, unter Regie und Choreografie von Martina und Jessica Jeck. Die Begeisterung der Akteure, die mit enormem Herzblut dabei waren, sprang auf die Gäste über. Rosemarie Conrad hatte in dem Stück die Rolle der Großmutter übernommen.

In den vielen Jahren organisierte Rosi zudem zahlreiche Ferienfahrten für Kinder, auch mit ihren Eltern per Bus, zum Beispiel in den Serengeti-Park Hodenhagen oder zur Ostsee-Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Das Prinzenpaar Klaus und Rosemarie Conrad 2007.

Klaus Conrad war von 1985 bis 1999 Vorsitzender des MTV Riede, wurde 2002 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Rosemarie hatte das Amt der 2. Vorsitzenden im MTV von 1981 bis 1984 inne. Während Klaus von 1987 bis 1993 auch Karnevalspräsident war, wurden er und seine Frau Rosemarie 1997 und 2007 zum Prinzenpaar berufen. Leider starb Klaus Conrad im November 2016.

Die 1. Vorsitzende des MTV Riede, Anja Lange würdigt die langjährige Übungsleiterin: „Rosemarie Conrad und MTV Riede – Begriffe, die einfach zusammen gehören.“ Fast alle Themen im MTV Riede ließen sich mit Rosemarie verknüpfen: Kinderturnen, Karnevalsorganisation, Vorstandsarbeit, Ehrenratsmitglied, jahrzehntelange unermüdliche Übungsleiterin in einer Gruppe, die mit ihr zusammen jung und fit geblieben sei. Ein Dankeschön reiche nicht aus, um die Arbeit zu würdigen. „Rosemarie ist das, was man sich unter dem Thema Ehrenamtlichkeit wünscht, was heute aber ganz schwierig in dieser Ausprägung zu finden ist“, so Anja Lange. Wenn jemand seit 1980 Übungsleiterin ist und Woche für Woche Trainingspläne ausgearbeitet und die Sportgruppe fit gehalten hat, ist das laut der Vorsitzenden schon etwas ganz Besonderes.

Sogar ihre Übungsleiterlizenz habe sie noch wieder durch Fortbildungsstunden verlängert. „Wir wissen das sehr zu schätzen, auch wenn es manchmal in der Hektik des Alltags untergeht, häufiger ,Danke’ zu sagen. Wie sagte Rosi so schön: „Mein Leben war der MTV.“

Dass die aktive Zeit nun zu Ende geht, sei sehr schade, aber auch sehr verständlich. Mit 84 Jahren dürfe sich Rosemarie Conrad dann auch mal zur Ruhe setzen.

Ihre Sportgruppe und der MTV wissen, was sie an ihr hatten und wünschen ihr noch viele weitere aktive Jahre und für die Zukunft alles Gute und Gesundheit.

Auch wenn es keine Betätigung mehr in der Sporthalle gebe, so vielleicht doch das eine oder Treffen der langjährigen Sportgruppe auf einen Klönschnack. Schließlich sei nicht nur über viele Jahrzehnte gemeinsam Sport getrieben worden, sondern esseien auch Freundschaften entstanden. Anja Lange: „Rosemarie – wir wünschen dir alles erdenklich Gute und sagen noch einmal von Herzen: Dankeschön!“

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