Mit der Dampflok auf großer Fahrt

Gelungene Aufführung der Morsumer Laiens: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, statten dem Kaiser von China einen Besuch ab.

Morsum - Von Heiner Albrecht. Die liebevoll-spannende Geschichte von Jim Knopf, Lukas, dem Lokomotivführer, und den sympathischen Bewohnern der Insel mit zwei Bergen, genannt „Lummerland“ hat sicherlich schon so manchen durch seine Kindheit begleitet. Nun führten die „Morsumer Laiens“ eine Bühnenfassung des Kinderbuchs von Michael Ende in der Aula und Bühne der Thedinghauser Gudewill-Schule auf.

Dabei nutzte das Ensemble durch die verschiedenen Szenenbilder die Größe der Bühne, und sogar die Aula, um das Publikum zu begeistern. Besonders die Fahrten mit der Dampflok „Emma“ durch den Saal waren so unterhaltsam wie spannend für die Kinder. Doch nicht nur für die Kleinen lohnte es sich: Das Ensemble unter der Regie von Elke Kopp schaffte es, mit diesem Theaterstück die ganze Familie mit ins Boot (oder, vielleicht passender, in den Eisenbahnwaggon) zu holen.

Im Führerhäuschen durch die Aula: Mit Emma gehen Lukas und Jim auf große Reise. - Fotos: Albrecht

Zur Geschichte: Weil Lummerland langsam für alle Bewohner zu klein wird, soll der Zugbetrieb eingestellt werden. Doch was ist ein Lokomotivführer ohne Lokomotive? So beschließt Lukas, die Insel mit zwei Bergen zu verlassen und sein Glück woanders zu suchen. Jim Knopf, der als Baby in einem Paket auf der Insel gelandet war, schließt sich ihm kurzerhand an. Mit ihrer umgebauten Dampflok Emma segeln sie gemeinsam übers Meer und gelangen nach China. Dort und auf der weiteren Reise erleben sie große Abenteuer, lernen viele neue Freunde kennen und Jim erfährt sogar etwas über seine Herkunft.

Lukas, gespielt von Ines Lührs, und Jim Kopf (Mallo Wilsdorff) verkörperten die Rollen der Hauptdarsteller perfekt und leidenschaftlich. Alle anderen Ensemblemitglieder mussten derweil in Doppelrollen schlüpfen: Mal der König Alfons von Lummerland, dann ein Türsteher im chinesischen Königshaus.

Liebevolle Details mit Ortsbezug inklusive, trug das selbst entworfene Bühnenbild zu einer stimmigen Aufführung bei.

Das bedeutete auch hinter der Bühne ordentlich was zu tun. Die Requisiten und Kostüme mussten oft in Windeseile getauscht werden. Doch da können sich die Laiens-Damen voll auf ihre Familienmitglieder und Männer verlassen.

Angefangen beim Spotlicht und Lichteffekten, dem entsprechenden Sound über die verschiedenen Szenenbilder – Dampflok Emma hatten die geschickten Bastler selbst gebaut – bis hin zu Kaffee und Kuchen, grenzt die Theatergruppe an ein familiäres Kleinunternehmen. Da griff ein Rad in das nächste, sodass das Publikum am Ende einen tollen Theaternachmittag erlebte. Alle Zuschauer fieberten mit, als der kleine Held Jim Knopf zum Schluss nicht nur das Rätsel seiner Herkunft lösen kann, sondern obendrein nach Lummerland zurückkehren darf.

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