Waliserin Carys Davies kocht Spezialitäten britischer Küche bei Thedinghauser Initiative

Von Curry Puffs bis Mulligatawny Soup

Voller Saal im „Haus Auf der Wurth“ an der Bürgerstraße: Rund 40 Gäste waren der Einladung der Initiative „Ankommen in Thedinghausen“ zum britischen Dinner gefolgt. Fotos: Schmidt

Thedinghausen - Von Ingo Schmidt. Menschen vernetzen und zusammenbringen – so lautet die Devise der Initiative „Ankommen in Thedinghausen“ mit regelmäßigen Angeboten für Alteingesessene, Zugezogene und Gäste der Eyter-Metropole. Bereits seit 2014 laden die Aktiven zur interkulturellen Begegnung ins „Haus Auf der Wurth“ an der Bürgerstraße  23 ein. Neben dem Begegnungs-Café und anderen Treffpunkten wie dem Repair-Café hat sich insbesondere die Kochaktion als ein fester Bestandteil etabliert: „Wir versuchen, einmal im Monat jemanden dafür zu gewinnen“, erklärt Dieter Mensen als Gastgeber des Abends.

Ob syrisch, armenisch, arabisch oder einfach deutsch – die Vielfalt der aufgetischten Speisen kennt keine Grenzen. Am Freitagabend lautete das Motto „It´s Dinner Time“ mit Carys Davies. Die Englisch-Dozentin der Kreisvolkshochschule (KVHS) probiert gerne Neues aus und hatte mit ihrem Gatten Horst Riekeit als Gast am eriträischen Kochabend teilgenommen. „Da mache ich auch mal mit“, hatte sie darauf beschlossen und jetzt eine spannende typisch britische Menü-Folge für die rund 40 neugierigen Besucher zusammengestellt.

Ein große Dinner-Gesellschaft bedeutet für sie dabei keine Herausforderung, denn jeweils zum Semesterende im Mai lädt sie ihre Schülerinnen und Schüler zu sich nach Hause ein. „Ich weiß deshalb sehr genau, welche Varianten hier gut ankommen“, erklärt die Wahl-Morsumerin, „und welche Speisen sich leicht für eine größere Gruppe vorbereiten lassen.“

Auf der Liste standen drei Vorspeisen: Lachs-Créme mit Brot, Sausage Rolls und Curry Puffs. „Auf keiner Familienfeier in Großbritannien fehlen Sausage Rolls“, versichert die gebürtige Waliserin. Die kleinen Blätterteigrollen mit Hackfleischfüllung stehen zu allen wichtigen Anlässen auf dem Esstisch.

Ebenfalls in einem Kleid aus Blätterteig verzaubern Curry Puffs Partygäste auf der Insel oder werden zum Frühstück gereicht. Ihre Füllung ist rein vegetarisch und besteht aus Dinkel, Linsen, Zwiebeln und Karotten mit zarter Curry-Note.

Zwei Suppen bildeten, mit einem Salat als Beilage, das Hauptgericht. Zur Wahl stand einerseits die berühmte Mulligatawny Soup, die im „Dinner for one” Butler James der hochbetagten Miss Sophie serviert. Das Vorbild für die cremige Hühnersuppe mit Kokosmilch, Sellerie, Reis und Curry ist eine indische Sauce, die auf elegante Weise Geflügelreste verwertet.

Die zweite Suppe, versichert Davies, sei eine rein walisische Spezialität: Leek & Blue Soup verbindet das kräftige Aroma eines Blauschimmelkäses mit Kartoffel, Sellerie und Lauch. Als Vitaminlieferant hatte die Köchin ihren Gästen einen Red Cabbage Salad vorbereitet: Rotkraut und Staudensellerie, verfeinert mit getrockneten Backpflaumen und Cashewkernen.

Den Höhepunkt bildete das Dessert mit dem sehr traditionellen Apple & Blackberry Crumble with Custard, dem Schwergewicht Baileys Chocolate Trifle und als Krönung Pavlova. „Die Australier und Neuseeländer streiten sich darum, wer die Pavlova erfunden hat“, berichtet Carys Davies. Die leichte Süßspeise mit Sahne, Früchten und Baiser ist benannt nach der russischen Meistertänzerin Anna Pawlowna Pawlowa, die in den 1920er-Jahren durch Transozeanien tourte. Das traditionelle Dessert, das so leicht sei wie der Tanz der Pawlowa, soll eben zu dieser Zeit entstanden sein.

Die Resonanz der Besucher war überwältigend. „Für diesen Abend hatten sich 32 Personen angemeldet, aber wir liegen deutlich drüber und haben das Maximum erreicht“, beobachtet Mensen. Mit rund 40 Gästen gerieten das Platzangebot, der Geschirrvorrat und die Speisenmenge klar ans obere Limit: Alle Töpfe und Schüsseln waren am Ende leer – und die Gäste restlos begeistert. „Die Mulligatawny Soup war besonders gut, und die kannte ich auch noch gar nicht“, resümiert die langjährige KVHS-Kursteilnehmerin Telse Daude.

Für den schlechten Ruf der britischen Küche hat Carys Davies im Übrigen kein Verständnis: „Natürlich gibt es auch schlechte Küche in Großbritannien, aber das ist in Deutschland nicht anders.“ Die Küche sei regional bedingt in der Qualität sehr unterschiedlich, denn oft biete eine karge Landschaft nur geringe Entfaltungsmöglichkeiten, was sich in den Rezepten niederschlage.

Das Dinner war für die Teilnehmer kostenlos. Aber wer wollte, konnte am Ende eine Spende zugunsten der Thedinghauser Flüchtlingshilfe hinterlegen.

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