Planungen für Gemeinschaftsbüro

Co-Working-Space entsteht im ehemaligen Kaufhaus Kastendieck

Samtgemeindebürgermeisterin Anke Fahrenholz (6.v.li) erläutert einer SPD-Delegation aus dem Landkreis die Pläne für den Thedinghauser Ortskern.
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Samtgemeindebürgermeisterin Anke Fahrenholz (6.v.li) erläutert einer SPD-Delegation aus dem Landkreis die Pläne für den Thedinghauser Ortskern.

Thedinghausen – Wie so vieles in der Pandemiezeit lag in den vergangenen beiden Jahren auch das Co-Working-Space-Projekt für Thedinghausen auf Eis. Doch nun soll sich etwas tun, auch dank bewilligter Gelder im sechsstelligen Bereich. Bereits im Mai 2020 hatte das Land knapp 127 000 Euro im Rahmen seines Förderprogramms „Zukunftsräume Niedersachsen“ für die Samtgemeinde bewilligt, rund 60 Prozent der Gesamtkosten.

Thedinghausen hatte sich erfolgreich mit einem Projekt „Opal“ (Ohne Pendeln – arbeite lokal) beworben.

Co-Working-Space klingt nach einem Ort für total angesagte junge Leute, klingt nach Hamburg, Berlin oder Köln. Hinter diesem Begriff – es muss ja heute alles in ein englisches Gewand gekleidet sein! – verbirgt sich aber lediglich eine Art Gemeinschaftsbüro, das Interessierte sehr flexibel mieten können, zum Beispiel Firmen für ihre Angestellten.

Der Co-Working-Space in Thedinghausen soll vor allem zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. „Die Corona-Krise hat das mobile Arbeiten in vielen Unternehmen sehr beschleunigt. Es ist gut, wenn wir dafür eine entsprechende Infrastruktur schaffen und insbesondere Familien mit Kindern entlasten, für die das Pendeln sehr anstrengend sein kann“, sagt die Landesbeauftragte Monika Scherf. Das ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass nicht alle Beschäftigten, die grundsätzlich von zu Hause ihre Arbeit machen können, dies auch wirklich tun können – weil es an Platz mangelt, die notwendige digitale Infrastruktur nicht vorhanden ist oder manche Leute einfach nicht in ihrem Wohnumfeld arbeiten können oder wollen, und sei es nur weil sie die Sozialkontakte vermissen.

Der Bedarf für einen solchen Ort im Grundzentrum mit Strahlkraft auf die umliegenden Orte über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinaus, war in einer von Dirk Fornahl aus Blender angeregten Umfrage ermittelt worden. Die Wirtschaftsförderung hatte dann den Ball aufgenommen und sich um die Fördermittel beworben.

Inzwischen ist auch ein Ort für den Co-Working-Space gefunden worden, nämlich das ehemalige Kaufhaus Kastendieck an der Braunschweiger Straße 42. Während wie berichtet ins Erdgeschoss Iris Söllner mit ihrem Modegeschäft umzieht, soll im zweiten Obergeschoss das Gemeinschaftsbüro eingerichtet werden, berichtet Samtgemeindebürgermeisterin Anke Fahrenholz auf Nachfrage. Sie hatte vor Kurzem eine Delegation der Kreis-SPD sowie die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD) durch den Ortskern geführt. Dabei hatte Fahrenholz die Gäste über anstehende Projekte der Ortskernentwicklung informiert, außer über den Space auch über das Landes- und EU-Programm „Perspektive Innenstadt“, dank dessen 345 000 Euro für Maßnahmen zur Entwicklung des Zentrums investiert werden können.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Wirtschaftsförderin Christiane Riewe ist zuversichtlich, dass der Co-Working-Space im früheren Kaufhaus Kastendieck verwirklicht werden kann, auch wenn die Planungsphase noch nicht abgeschlossen ist und noch Gespräche mit dem Eigentümer zu führen sind. Ihr zufolge soll es neun feste Arbeitsplätze geben, darüber hinaus einen sogenannten Open Desk mit sechs Arbeitsplätzen. Ihr schwebt ein „Loft im industrial Style vor“, eine Ebene mit flexibel veränderbaren Arbeitsmöglichkeiten, einer kleinen Küche und einem offenen Bereich, um sozialen Austausch zu ermöglichen. Die Arbeitsplätze sollen auch zeitlich ebenfalls sehr flexibel buchbar sein, vom Halbtagesticket ab vier Stunden bis zum Monatsticket, um einen möglichst großen Kreis von Kundinnen und Kunden anzusprechen, so Riewe. „Wir haben etliche Anfragen von Frauen, die im Homeoffice arbeiten. Manchmal ist es für die schwer, sich zu konzentrieren mit zwei kleinen Kindern, dann müssen die auch mal flüchten“, sagt die Wirtschaftsförderin. Wann der Space eröffnet wird, kann sie noch nicht sagen. Es gehe erst mal an die Bauanfrage. Sie hofft aber auf das Jahr 2022.

Dirk Fornahl, Triebfeder des Projekts, bedauert, dass so viel Zeit ins Land gegangen ist. „Da kann aber keiner was für. Das lag an Corona.“ An den jüngsten Entwicklungen ist der Professor aus Blender nicht mehr beteiligt gewesen. Er stehe aber Gewehr bei Fuß, wenn sein Rat gefragt sei, zumal er auch über gute Kontakte zu Genossenschaften aus dem Co-Working-Bereich habe.

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