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Osterfeuer in Thedinghausen: Darauf müssen Veranstalter achten

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Von: Marvin Wennhold

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Bereits 27 Anmeldungen: Nach zwei Jahren Corona-Pause finden in diesem Jahr wieder Osterfeuer in der Samtgemeinde statt. Archivfoto: weNck
Bereits 27 Anmeldungen: Nach zwei Jahren Corona-Pause finden in diesem Jahr wieder Osterfeuer in der Samtgemeinde statt. Archivfoto: weNck © Wenck

Thedinghausen – Das Getränk in der einen, die Bratwurst in der anderen Hand. Bei einem netten Plausch mit dem Nachbarn oder Bekannten wandert der Blick parallel auf die lodernden Flammen, die die Wangen erwärmen. Osterfeuer können eine gemütliche Angelegenheit sein – natürlich nur, wenn auch das Wetter stimmt. Nach über zwei Jahren coronabedingter Pause können sich die Bewohner der Samtgemeinde dieses Jahr jedenfalls wieder auf das wohlige Miteinander freuen.

Doch ein Osterfeuer ist mehr als das. Es ist Bestandteil alter Bräuche. Die Umsetzung unterliegt daher auch klaren Spielregeln, wie das Ordnungsamt erklärt.

Bisher haben sich 27 Personen bei der Samtgemeinde Thedinghausen gemeldet und ein Osterfeuer angekündigt. „Doch es könnten noch mehr werden“, sagt Laura Asendorf, Sachbearbeiterin beim Thedinghausener Ordnungsamt. Ein wenig Zeit hätten die potenziellen Veranstalter noch. „Es wäre aber schön, wenn die letzten Anmeldungen noch diese Woche eintrudeln könnten“ – ohne ginge es jedenfalls nicht, denn ein Osterfeuer unterliege besonderen Regeln. Die vorherige Anmeldung sei eine davon, macht Asendorf deutlich. Denn ein solch großes Feuer ist eigentlich gar nicht erlaubt – zumindest nicht zu jeder Zeit im Jahr. „Beim Osterfeuer machen wir eine Ausnahme, da es sich um ein altes Brauchtum handelt und die Veranstaltung einen öffentlichen Charakter hat.“ Nur wenn diese zwei Faktoren gegeben sind, darf demnach das Feuer überhaupt entzündet werden. „Das Osterfeuer dient zudem nicht der Müllentsorgung“, macht Kollegin Renate Dunker im Gespräch deutlich.

Damit das Fest vor Ort nicht zu einem Flammeninferno wird, müssen sich die Veranstalter an klare Vorgaben halten. „Wir geben die Anmeldungen an die Polizei weiter. Die Beamten wissen genau, wo die Osterfeuer stattfinden und könnten jederzeit vor Ort eine Kontrolle machen.“ Um dabei Ärger zu vermeiden, seien einige Punkte besonders wichtig: „Zuallererst muss immer ein Verantwortlicher bei uns seine Kontaktdaten hinterlassen“, sagt Laura Asendorf. Dann dürften nur pflanzliche Grünabfälle – also alles, was eben in der Natur so vorhanden ist – für das Feuer benutzt werden. Für das Entzünden selbst dürfe keine Chemie verwendet werden. „Nur trockenes Stroh und keine Brandbeschleuniger.“ Nicht nur das Abbrennen ist genau geregelt – auch der Aufbau.

„Das Material für das Osterfeuer darf frühestens 14 Tage vor dem Event zusammengetragen werden“, sagt Asendorf. Damit könne das Risiko eingegrenzt werden, dass Tiere sich den Aufbau als Unterschlupf oder Schutz zu Eigen machen könnten und dann beim Abbrennen in Gefahr geraten.

Wenn sich nun der Ort des Geschehens zudem noch außerhalb eines Naturschutzgebietes befindet, dann kann aus Sicht des Ordnungsamtes eigentlich nichts mehr schiefgehen – vorausgesetzt, niemand von den kleinen und großen Besuchern nähert sich zu sehr den Flammen.

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