Franzisca Wolters und Ava Schröder kandidieren als eigene Gruppe in Blender

Parteiungebundene Blutauffrischung

Wollen mit einer eigenen Gruppe in den Blender Rat: Franzisca Wolters (l.) und Ava Schröder
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Wollen mit einer eigenen Gruppe in den Blender Rat: Franzisca Wolters (l.) und Ava Schröder.

Blender – Blickt man in die Räte der Mitgliedskommunen, drängt sich zuweilen der Gedanke auf: Hier könnte eine Blutauffrischung gut tun. Und tatsächlich: Alle Parteien mühen sich, junge Leute als Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderäte zu gewinnen. In Blender müssen sie aber auf Franzisca Wolters und Ava Schröder verzichten: Die beiden 23-Jährigen haben nämlich gleich eine eigene Wählergruppe gegründet.

Sie wollen dem nächsten Blender Kommunalparlament angehören. Dafür machen sie gerade Haustürwahlkampf. „Klinkenputzen“, nennt das Franzisca Wolters.

Doch von „Kampf“ kann gar nicht die Rede sein. Denn die jungen Frauen wollen mit den anderen Parteien zusammenarbeiten, so sie gewählt werden. Gleichwohl haben sie den Anwerbeversuchen von CDU, SPD und FDP widerstanden. Sie wollen ihr eigenes Ding machen. „Wir können uns nicht zu 100 Prozent mit den Parteien identifizieren, das wäre aber nötig. Deswegen haben wir die Junge Wählergruppe Gemeinde Blender gegründet“, sagt Ava Schröder.

Auf den kommunalpolitischen Trip sind die Blenderinnen über die Praxis gekommen: In der Frühphase der Corona-Pandemie haben sie die Nachbarschaftshilfe gegründet. Sie wird noch heute in Anspruch genommen, berichten die beiden. Außerdem haben sie im vergangenen Jahr gemeinsam mit vielen anderen Freiwilligen an zwei Aktionen am Blender See zur Minimierung des Hornblatts teilgenommen. Das Interesse am Blender See hat sie mit der gleichnamigen Interessengemeinschaft um Dieter Tank in Verbindung gebracht. Von dort kam der Hinweis: Besucht doch mal eine Gemeinderatssitzung. „Da sind wir dann mit sechs Leuten hin und haben viele Fragen gestellt“, so Ava Schröder.

Nicht nur Fragen zu stellen, sondern auch Antworten zum Blender See zu geben – das erhoffen sie sich, wenn sie in den Gemeinderat gewählt werden. Sie würden sich dann als Bindeglied zwischen Fachleuten und Bürgern sehen wollen und sich für die Sanierung einsetzen.

Doch, das betonen Ava und Franzisca, immer wieder: Ihr Engagement soll nicht auf den See beschränkt sein. Ihr Oberthema ist vielmehr die Stärkung der Gemeinschaft in der Gemeinde. Sie wollen das Zusammengehörigkeitsgefühl in den einzelnen Dörfern aber auch in der ganzen Gemeinde Blender stärken. Bei ihren Haustürbesuchen haben Schröder und Wolters festgestellt, dass es damit außer vielleicht in Oiste nicht so weit her ist. Vor allem Neubürger wünschen mehr Zusammenhalt und Kontakt. Entsprechend sollte das für Blender im Raum stehende neue Einkaufszentrum dem Jungpolitikerinnen-Duo zufolge möglichst vielfältig als Begegnungszentrum genutzt werden. Die Dorfgemeinschaft soll zum Beispiel auch durch die Wiederbelebung der Strandfeste oder Sportangebote gefördert werden, wünschen sich die beiden.

Die Rückmeldung, die die Lebensmitteltechnologie-Studentin im Master Schröder und die Arbeitsagentur-Mitarbeiterin Wolters bekommen haben, sind bis auf eine Ausnahme positiv. Auch und gerade die ältere Generation begrüßt demnach, dass sie sich kommunalpolitisch engagieren wollen, berichten sie.

Weitere Informationen

www.jwb-blender.de

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