Aktuelle Erkenntnisse im Rat präsentiert

Blender See: Die Anwohner als „Vergifter“

Was ist nun zu tun, um die Wasserqualität des Gewässers zu verbessern?

Blender - Nicht etwa von den Ackerflächen, sondern von Gartengrundstücken an der Uferseite gegenüber droht dem Blender See die Hauptgefahr in Sachen Phosphatbelastung. Das lässt sich aus bisherigen Ergebnissen der laufenden, detaillierten Untersuchung des Gewässers und seiner Umgebung schließen.

Einen ausführlichen Zwischenbericht erstattete Dr. Stefan Sandrock vom Institut Bioplan für angewandte Biologie und Landschaftsplanung aus der Nähe von Rostock jetzt auf der Blender Gemeinderatssitzung im Feuerwehrgerätehaus.

Böse Absicht ist See-Anwohnern nicht zu unterstellen. Dr. Sandrock vermutet, dass es etliche Rückstände aus alten Klärgruben im Erdreich der Ufergrundstücke gibt. Nach starkem Regen oder wenn Anwohner den Rasen –  oft mit aus dem See gepumptem Wasser – sprengen, steige der Grundwasserspiegel an Land. Der Druck wachse, Wasser fließe unterirdisch zum See und nehme dabei die Schadstoffe mit.

Zwar wurde auch Phosphorzufuhr von landwirtschaftlichen Flächen registriert – aber in sehr viel geringerem Ausmaß als die vom anderen Ufer her. Auch von Ablagerungen auf dem Seegrund treten kaum Phosphate aus, sondern werden im Gegenteil eher aus dem Wasser aufgenommen. Und Zuläufe sind mit Ausnahme der Emte überwiegend geringer belastet als das Seewasser. Von dort konnten Verunreinigungen also auch nicht kommen.

Was ist nun zu tun, um die Wasserqualität des maximal 3,4 Meter tiefen Gewässers mit einer Sichttiefe von manchmal nur einem Meter zu verbessern?

Wasser zum Sprengen besser aus einem Brunnen

Zunächst wäre es gut, wenn Anwohner ihr Wasser zum Sprengen aus einem Brunnen statt aus dem See beziehen, schlug der Experte vor. Weitere Idee: Drainagerohre dicht am Seeufer zu verlegen, um ausgeschwemmte Schadstoffe hier abzufangen. Besonders elegant wäre laut Dr. Sandrock die Lösung, klares Regenwasser gleich aufzufangen und in den See weiterzuleiten.

Die Überlegungen müssen sicher noch ausgefeilt werden – auch in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Sulingen. Als dessen Vertreter hatte Hans-Heinrich Schuster dem Biologen interessiert zugehört und zusätzlich Kunststoff-Spundwände ins Gespräch gebracht.

Glasklares Wasser mit Spitzenwerten wie im Bodensee – das sei in Blender nicht zu erreichen, betonte Dr. Sand-rock. Von der jetzt niedrigen Qualitätsstufe aber deutlich höher zu steigen, wäre machbar. Dazu gehöre später, Fischbestand und Pflanzenbewuchs im Wasser stets zu begrenzen.

Applaus auch von den zahlreichen Besuchern der Ratssitzung sowie anerkennende Worte von Bürgermeister Andreas Meyer erhielt der Wissenschaftler für seinen Powerpoint-Vortrag. Gemeindedirektor Harald Hesse wies noch darauf hin, dass die Studie zum Blender See aus EU-Mitteln finanziert werde und auch für Sanierungsmaßnahmen erhebliche Zuschüsse von außerhalb der Kommune zu erwarten seien. 

 la

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