Abnahme des neu gebauten Deichabschnitts im Bereich Oiste

Bollwerk gegen das Hochwasser steht

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An der Abnahme des Deichneubaus samt Verteidigungsweg und Graben für das Sickerwasser waren Vertreter des Mittelweserverbandes, des Landkreises Verden, des Amtes für regionale Landesentwicklung und des Landesbetriebs Wasserwirtschaft beteiligt. 

Blender-Oiste - „Die Weser ist unberechenbar.“ Darauf wies Peter Neumann, Geschäftsführer und Fachingenieur beim Mittelweserverband, im Zuge der Abnahme des neu gebauten Deichabschnittes in Oiste am Mittwoch noch einmal hin. „Wir sind jetzt für ein mögliches Winterhochwasser gerüstet.“

Um künftig gegen alle Überschwemmungen gewappnet zu sein, wurde der Deich in einem ersten Bauabschnitt von der Flutbrücke bis zur Überfahrt Nordfeldweg auf rund 700 Meter Länge komplett erneuert. Die Baumaßnahme, die aus EU-Mitteln finanziert wurde, kostete rund 600 .000 Euro. Die Hauptbauzeit lief von August bis November letzten Jahres, wobei der nasse Herbst die Baufirma ziemlich unter Druck setzte. Am Ende blieb man aber im Zeitrahmen.

Der alte und teilweise marode Deichabschnitt entsprach schlichtweg nicht mehr den heutigen Anforderungen an einen effektiven Hochwasserschutz. Eine Deichverteidigung im Falle eines Falles war nicht oder nur schwer möglich, weil die Äcker direkt an den Deichkörper heranreichten und schwere Fahrzeuge hier nicht zum Einsatz kommen konnten. Im Extremfall hätten Materialien wie Sandsäcke per Menschenkette transportiert werden müssen. Auch der Neigungswinkel des alten Deiches (1:2) war nicht mehr zeitgemäß.

Der Neigungswinkel des neuen Deiches (1:3) bietet dem Hochwasser weniger Druck-Angriffsfläche. Die Deichkrone ist mit drei Metern deutlich breiter. Gravierendste Maßnahme war jedoch der Bau eines Verteidigungsweges aus Beton, der gewährleistet, dass das Bollwerk in Gefahrensituationen problemlos mit schwerem Gerät erreicht werden kann. Wie Peter Neumann vor Ort weiter erläuterte, sei der Weg nicht öffentlich befahrbar. Der Grund: Die Gemeinde ist nicht bereit, die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen. Darum wird der Deichverteidigungsweg auch mit Eisentoren gesichert.

Sickerwasser (das es bei jedem Deich gibt) wird über ein Drainage-System in den parallel laufenden Graben abgeführt. Die benötigten 7000 Kubikmeter Klei- und Sandboden wurden aus einer Außendeichs-Fläche in Intschede-Reer angefahren.

Der nötige Grunderwerb von den Landbesitzern erfolgte in Kooperation mit dem Amt für regionale Landesentwicklung in Form einer kleinen Flurbereinigung.

Der schöne neue Deich nützt natürlich wenig, wenn das Wasser an anderer Stelle überlaufen kann. Darum soll bereits Mitte August der zweite Bauabschnitt vom Nordfeldweg bis zum „Weg zum Holderneß“ in Angriff genommen werden, ein Stück von rund 600 Metern Länge. Peter Neumann machte deutlich, dass mit dieser Maßnahme begonnen werde, obwohl noch die Finanzierungszusage der EU fehle. Eine erste Bewerbung auf die Ausschreibung der Arbeiten liege bereits vor. Der Mittelweserverband tritt dabei in finanzielle Vorleistung. Neumann ließ nicht unerwähnt, dass aufgrund der brummenden Baukonjunktur die Kosten für den zweiten Abschnitt höher liegen könnten als beim ersten. Zeitnah soll dann auch der dritte Bauabschnitt bis Ende Ortslage Oiste folgen.

Zum Hintergrund: Der Mittelweserverband mit Sitz in Syke, Verbandsvorsteher ist Gerhard Winter aus Holtum-Marsch, ist zuständig für 52 Kilometer linksseitige Weserdeiche, ein Großteil davon im Bereich der Samtgemeinde Thedinghausen. 

- sp

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