Veranstalter der Ökozeile und des Thänhuser Marktes räumen kurz vor knapp Differenzen aus

Biomeile auf der Kippe

Fernsehköchin Barbara Stadler kocht auch in diesem Jahr wieder auf der Biomeile des Thänhuser Marktes. Archivfoto: Albrecht

Thedinghausen - Von Philipp Köster. Die Biomeile auf dem Thänhuser Markt stand kurzzeitig auf der Kippe. „Wenn die nicht bezahlen, gibt es auch keine Biomeile“, hatte Hans-Ludwig Durka, Vorsitzender der Gemeinde der Selbstständigen (GdS), vor einer Woche im Rahmen eines Pressegesprächs gesagt. Die rund 20 Beschicker der Biomeile müssen, wie andere Standbetreiber auch, eine Gebühr zahlen, zierten sich aber bisher. In den verlangten 2 800 Euro sind zum Beispiel Strom und Wasser enthalten sowie die Beteiligung an Elektrikerkosten.

Schon bei der Präsentation der Meile vor dem Rathaus vor knapp drei Wochen waren atmosphärische Spannungen spürbar gewesen. Durka war gelinde gesagt angesäuert gewesen, dass sich die Firma Stadtland+ und der Schwarmer Verein Kiebitz, die diese Biomärkte mit Erfolg in der Region organisieren, erst so spät bei der GdS, der Veranstalterin des Thänhuser Volksfestes, gemeldet hatten.

Und auch nach der ersten Verständigung auf eine dritte Auflage des Biomarktes gärte es hinter den Kulissen. Nach Informationen dieser Zeitung standen zwei Probleme im Raum. Da ist wie gesagt die Gebühr. Laut Reinhard Bumann von Stadtland+ gibt es in diesem Jahr keine Förderung mehr für die Veranstalter durch Bremen. Die Hansestadt will sich künftig auf Märkte innerhalb der Landesgrenzen beschränken. Zuschüsse erhoffen sich Stadtland+ und Kiebitz künftig von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung – und für dieses Jahr ein Entgegenkommen der GdS.

Das zweite Problem war das Höhenfeuerwerk am Freitag auf der Wiese von Hof Meyer-Roselius, einem der Biomeilen-Beschicker. Im vergangenen Jahr seien Bumann und seiner Partnerin Angela Wilhelms zufolge beim Feuerwerk Lupinen zertreten worden und es habe danach Müll herumgelegen. Für dieses Jahr stand das Spektakel noch zur Disposition. Über die Verbindung beider Punkte, Gebühr und Feuerwerk, gibt es zweierlei Sichtweisen (Bumann: zwei Paar Schuh, Durka: hängt miteinander zusammen).

Nachdem also der GdS-Vorsitzende die Biomeile beim Pressegespräch vergangene Woche deutlich infrage gestellt hatte, konfrontierte diese Zeitung Bumann und Wilhelms mit der Gefahr.

Dann ging alles ganz schnell. Bumann und Torsten Roselius vereinbarten rasch ein Gespräch mit Durka, bei dem alle strittigen Fragen geklärt wurden. Das Höhenfeuerwerk kann auf der Wiese von Meyer-Roselius gezündet werden. Und die GdS kommt den Biomeilen-Leuten bei der Standgebühr entgegen: Statt 2 800 Euro müssen sie nur 2 000 Euro bezahlen. „Wir werten das als Geste“, sagt Bumann, weil sowohl die GdS als auch die Samtgemeinde die Bioabteilung auf dem Thänhuser Markt (am zweiten Septemberwochenende) als Bereicherung ansähen. Das sieht auch Durka so. Gleichwohl will er nach dem Markt mit den Vorstandskollegen beraten, was die GdS im nächsten Jahr machen möchte. „Es wäre auch eine Option, dass wir das komplett übernehmen. Wozu brauchen wir einen zweiten Veranstalter?“ Durka denkt an einzelne Stände mit dem entsprechenden Bioangebot, auf das Programmzelt mit Kochschule könnte er verzichten.

Bis Dienstagvormittag war die Gebühr Durka zufolge noch nicht überwiesen.

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