„Besser Leben im Alter“: Experten des Landkreises bei Info-Veranstaltung / Thedinghausen noch ohne Palliativ-Fachkraft

Greifer, Kissen, Multiöffner, Sensoren

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Renate Dunker vom Sozialamt, Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse und die Senioren- und Behindertenbeauftragten Dietrich Daude (hinten, von rechts) und Rosemarie Callies (vorn rechts) begrüßen die Referenten Oliver Rothhardt (hinten links), Karen Hentschel (vorn links) und Anneliese Gieschen.

Thedinghausen - „Wie lebe ich besser im Alter? Wie komme ich im täglichen Leben besser zurecht? Ziel ist es doch, möglichst lange in der eigenen Wohnung selbstbestimmt zu leben“, leitete der Thedinghauser Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse den Vortragsnachmittag ein.

Unter anderem Vertreter des DRK und von Sozialverbänden kamen in den Renaissancesaal im Erbhof, um sich über das Thema „Besser leben im Alter“ zu informieren. Auf Initiative der Beauftragten für Senioren und Behinderten der Samtgemeinde, Dietrich Daude und Rosemarie Callies.

Oliver Rothhardt ist beim Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Verden unter anderem für die Samtgemeinde zuständig. „In guten Zeiten sollte man sich damit beschäftigen, was im Alter auf einen zukommen kann, und sich Gedanken über Hilfen machen“, empfahl er. Der Senioren- und Pflegestützpunkt unterstützt dabei - kostenlos, unabhängig und auf Wunsch im eigenen Zuhause. Bei Themen wie Leistungen der Pflege- und Krankenkasse, Pflege, Mahlzeiten-Dienste, Hausnotruf, Patientenverfügung und vieles mehr.

Hesses Fragen beantwortete Karen Hentschel, Technikberaterin des Landkreises Verden, anschaulich und unterhaltsam. Sie zeigte verschiedene Hilfsmittel, mit deren Hilfe das Alltagsleben im Alter erleichtert werden kann. Schnell kam eine lebhafte Diskussion in Gange.

Als erstes: der Greifer. „Damit kann man Gegenstände, die auf dem Boden liegen, aufheben. Denn viele Menschen werden schwindelig, wenn sie ihren Kopf senken“, sagte Hentschel. Die Folge: Stürze. „Das Gerät verkürzt den Weg nach unten.“ Es ist im Sanitätshaus und Baumarkt zu bekommen.

Weiter ging es mit einem speziellen Kissen, das Autofahrern hüft- und gelenkschonendes Ein- und Aussteigen ermöglicht. Einige Teilnehmer kannten es bereits und berichteten von ihren Erfahrungen. Ebenfalls praktisch und leicht zu bedienen: der Fenstergriffverlängerer.

„Mit dem Multiöffner aus dem Drogeriemarkt braucht man nur wenig Kraft, um Flaschen und Dosen zu öffnen“, stellte die Technikberaterin das folgende Gerät vor. Ein Nussknacker tut es aber auch. Eine Anziehhilfe für Strümpfe aus dem Sanitätshaus leistet gute Dienste für diejenigen, die Wert auf rücken- und gelenkschonendes Ankleiden legen.

„Viele Unfälle passieren nachts auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Bad“, weiß Hentschel. „Deshalb gibt es Bewegungssensoren, die bei nächtlichen Toilettengängen für ausreichend Licht und damit Orientierung sorgen.“ Die sind im Baumarkt erhältlich. Und eine Lupe mit eingebauter Lampe aus dem Schreibwarengeschäft hilft, Kleingedrucktes gut zu lesen.

Wer Hilfe braucht: Hentschel fährt auf Wunsch zu den Senioren nach Hause und berät dort, welche Hilfsmittel sich am besten eignen.

Dritte im Bunde der Referenten war Anneliese Gieschen, Koordinatorin des Palliativnetzes im Landkreis Verden. Ziel des Vereins: es unheilbar Kranken und ihren Angehörigen zu ermöglichen, die verbleibende Lebenszeit in vertrauter Umgebung zu verbringen. „Palliativmedizin umfasst beispielsweise Linderung von Schmerzen, Unruhe und Angst“, sagte Gieschen. Unter anderem Hausarzt, Pflegedienste, Palliativmediziner und Apotheker arbeiten im Netzwerk zusammen.

Das Manko: „Thedinghausen hat noch keinen Kooperationspartner“, sagte Gieschen. Dass die Sozialstation Palliativ-care-Kräfte ausbildet, sieht sie positiv: „Wir bauen unser Netz weiter aus.“

Weitere Auskünfte erteilen Oliver Rothhardt unter 04231/15374 und Karen Hentschel unter 04231/ 15268. Wer sich ausführlich über technische Hilfsmittel informieren möchte, sollte sich sputen: Die Technikberaterin ist nur noch bis Februar zu erreichen, dann läuft ihre befristete Stelle aus. Das Palliativnetz ist unter 04202/910104 und im Internet unter www.palliativ-verden.de zu erreichen. Informations-Flyer gibt es im Rathaus.

is

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