Sturmschaden in Lunsen: Industriekletterer reparieren in luftiger Höhe

Bergsteiger auf dem Kirchendach

Doppelt gesichert sind die Industriekletterer auf dem Lunser Kirchendach im Einsatz (li.). Noch schwieriger sind die Reparaturarbeiten an der steilen Kirchturmspitze.
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Doppelt gesichert sind die Industriekletterer auf dem Lunser Kirchendach im Einsatz (li.). Noch schwieriger sind die Reparaturarbeiten an der steilen Kirchturmspitze.

Lunsen – „Die Säulen der Erde“ heißt einer der größten Erfolgsromane des Bestsellerautors Ken Follet. Er handelt vom mühsamen Bau einer Kathedrale im Mittelalter.

Doch auch andere Sakralbauten sind vor langer Zeit mit viel Enthusiasmus hochgezogen worden, beispielsweise die Kirche in Lunsen, deren Ursprünge schon im Jahre 1250 urkundlich erwähnt wurden. Das Gotteshaus „St. Cosmas und Damian“ in ihrer heutigen Gestalt, ein Sakralbau im neugotischen Stil, wurde von 1874 bis 1877 auf dem Platz der alten Lunser Synodalkirche aus dem 14. Jahrhundert erbaut.

Solch ein historisches Gebäude muss auch in Schuss gehalten werden. Erst vor wenigen Jahren wurde der Innenbereich der Kirche aufwendig renoviert und auch im Außenbereich gab es eine sichtbare Aufhübschung.

Jetzt waren wieder einmal die Handwerker gefordert. Aber nicht irgendwelche. Aus Hamburg waren eigens vier Industriekletterer einer Spezialfirma angereist, um das Kirchendach auf Schäden zu überprüfen und kaputte Schieferschindeln auszutauschen. Rund zehn, so der Vorarbeiter, seien ihm von der Kirchengemeinde gemeldet worden. Erfahrungsgemäß würden stets ein paar mehr gefunden, die erneuert werden müssen. „Dennoch“, so der Vorarbeiter: „Ein gut verarbeitetes Schieferdach hält mehr als ein Menschenleben.

Auch das jetzige Dach, es ist nicht mehr das erste, hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Es wurde 1974, seinerzeit unter Pastor Bechler, neu gedeckt.

In schwindelnder Höhe wurden jetzt die Reparaturen durchgeführt. Die arbeitenden Kletterer waren dabei doppelt durch eine Seilkonstruktion gesichert. Der Beruf hat nicht von ungefähr große Ähnlichkeit mit dem Bergsteiger – nur dass die Industriekletterer nicht zum Vergnügen einen „Steilhang“ emporsteigen. Der Lunser Kirchturm beispielsweise ragt nahezu senkrecht nach oben.

Die Kosten für die Reparatur halten sich mit wenigen tausend Euro in Grenzen. Das kirchliche Gemeindesäckel wird sowieso geschont, weil es sich hier um einen Versicherungsfall nach einem Sturmschaden handelt.

Pastorin Anja Sievers ist jedenfalls froh, dass ihre Kirche instandgesetzt wird. Sie meint lachend: „Endlich ist mein Dachschaden repariert worden“ und fügt hinzu. „Dieses Gotteshaus ist zu schön, um Sachen schluren zu lassen.“  sp

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