Wulmstorfer Birnbäume tragen „Köstliche“

Begehrte Früchte am Wegesrand

Vor einigen Tagen waren die Birnbäume an der Marschstraße noch dicht behangen.
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Vor einigen Tagen waren die Birnbäume an der Marschstraße noch dicht behangen.

Wulmstorf – „Und die Birnen leuchteten weit und breit,“ so lautet eine Zeile in dem Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, das jedermann, der im Deutschunterricht ein wenig aufgepasst hat, zumindest in seinen Grundzügen noch kennen sollte.

Man braucht aber nicht unbedingt ins Havelland zu reisen, um leckere Birnen probieren zu können. Auch die kleine Ortschaft Wulmstorf ist ein Birnenparadies. Denn zu den bereits dort stehenden Birnbäumen wurden vor einigen Jahren gut 80 junge Birnbäume gesetzt. „Das war eine aufwendige Aktion“, erinnert sich Alfred Gehrke vom Dorfverein, der damals ordentlich mit anpackte. „Wir haben nur die sogenannten Köstlichen in verschiedenen Sorten an der Marschstraße und an der Landwehrstraße gepflanzt.“

Mittlerweile tragen die Bäume Früchte – ungespritzte natürlich. Das „Angebot“ erfreut viele Anwohner und auch Passanten, die sich gerne bedienen. „Die Birnen sind freies Gut“, erklärt Alfred Gehrke. „Jeder, der Appetit verspürt oder die Birnen anderweitig verwenden will, kann sich vom Baum oder vom Boden bedienen – wobei natürlich nicht Sinn der Sache ist, dass sich Gierige den ganzen Kofferraum volladen. Eine Verkaufsaktion für die Birnen wäre ein zu großer Aufwand, ganz davon abgesehen, dass man die Bäume natürlich nicht bewachen kann, damit keine Birnen aus der Verkausfsmasse verschwinden.“

Der „normale“ Passant kommt übrigens nur an die unteren Früchte oder das Fallobst heran. Über den Rest, der oben hängen bleibt, freut sich vielerlei Getier.

Die Birnbäume gedeihen im Wulmstorfer Boden sichtlich gut. Mittlerweile benötigen sie auch Pflege, damit sie weiterhin so prächtig wachsen und viele Früchte tragen. Alfred Gehrke: „Die Pflege, vor allem in luftiger Höhe, kann unser kleiner Dorfverein nicht leisten, zumal wir alle gärtnerische Laien sind. Wir setzten darauf, dass uns der Thedinghauser Bauhof, der die nötigen Gerätschaften für Schnitt und Abfuhr hat, unterstützt.“

In diesem Jahr ist der Ertrag der Bäume mäßig (die eigentliche Erntezeit der süßen Früchte liegt sowieso im Herbst). Darum verzichtet der Dorfverein in diesem Jahr auch auf eine gemeinsame Pfückaktion, um die Ernte zur Saftherstellung in eine Mosterei zu bringen und den gesunden Trank dann zu verkaufen. „Das rechnet sich nicht“, meint Alfred Gehrke. Auch das beliebte Birnenfest, das in den Vorjahren oftmals hunderte Besucher aus nah und fern anzog, fällt in diesem Jahr aus. Das liegt aber an Corona.

Damit brechen auch einige Einnahmen weg, wobei der Dorfverein im Moment sowieso schon finanziell daran zu knapsen hat, dass keine Gebühren für die Vermietung des Dörphus" hereinkommen. „Wir können das Geld ja nicht aus dem Boden stampfen“, meint Alfred Gehrke.

„Könnte man die Birnen nicht dazu verwenden, Hochprozentiges zu produzieren?“, lautet die Frage an Alfred Gehrke. Seine Antwort ist kurz und trocken: „Schnapsidee.“  sp

Verschwunden sind mittlerweile viele Früchte. Nur ganz oben im Obstbaum hängt noch ein Exemplar.
Noch zu grün sind diese Birnen an anderer Stelle der Marschstraße. Auch sie werden demnächst gepflückt.

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