BDM-Aktive aus Samtgemeinde fahren mit

Lange Milchspur führt bis München

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Johanna Böse-Hartje (links) und Lore Meyer mit ihrem Anhänger-Motivwagen für die große Protest-Staffelfahrt der Milchviehhalter.

Eißel - Familienbetrieben in ganz Europa drohe bei einem Milchpreis von 26 Cent pro Kilogramm mit weiter fallender Tendenz die Vernichtung.

Dafür trügen auch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, Kanzlerin Merkel und der bayerische Ministerpräsident Seehofer die Verantwortung.

Sie weigerten sich nämlich, das vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) vorgeschlagene Kriseninstrument einzusetzen und Milchmengen europaweit vom Markt zu nehmen, bis sich die Preise wieder in Richtung 50 Cent stabilisieren.

Auch die niedersächsische BDM-Landesvorsitzende Johanna Böse-Hartje vom gleichnamigen Biolandhof in Eißel bekräftigt diese Vorwürfe. Gemeinsam mit der ebenfalls im BDM aktiven Lore Meyer aus Thedinghausen stellten Johanna und Elisabeth Böse-Hartje einen eigenen Motivwagen bei der großen Protest-Staffelfahrt der Milchviehhalter, die vom Norden und Osten aus quer durch Deutschland zum Ziel München führt.

Dort läuft ab 11 Uhr am Dienstag, 1. September, die zentrale Abschlusskundgebung auf dem Odeonsplatz. Auch Busse aus dem Landkreis Verden fahren dorthin, und Johanna Böse-Hartje rief gestern alle „Milchpreisgebeutelten“ dazu auf, mit einzusteigen.

An der gesamten Staffelfahrt mit bis zu über 100 Traktoren auf der Strecke beteiligten sich die drei Frauen an drei Tagen vom nördlichen Krumhörn bis nach Bonn. Es wird auch eine kleine, lange Milchspur hinterlassen, die am Ziel in München endet .

„Wir wollen uns ja mit unseren Erzeugnissen dem Markt stellen, aber uns wird jetzt der Zugriff zum Markt verwehrt“, erläuterte die BDM-Landesvorsitzende. In anderen Wirtschaftsbereichen sei es üblich, bei Überproduktion Kurzarbeit einzuführen – was in diesem Fall einer Mengenbegrenzung entspreche.

Allein in der Samtgemeinde sei durch Absacken des Milchpreises um zehn Cent ein Wertverlust von 2,3 Millionen Euro entstanden. Das wirke sich auch in anderen Branchen aus, wenn Milchbauern Geld etwa zum Kauf neuer landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte fehle.

Besonders empörend sei die Ablehnung des BDM-Konzepts zur Mengenbegrenzung durch CSU-Landwirtschaftsminister Schmidt mit der Begründung, durch ein solches Eingreifen werde der nötige Strukturwandel in der Landwirtschaft gehemmt, und außerlandwirtschaftliche Investoren würden abgeschreckt.

600 Großbetriebe mit jeweils über 500 Kühen in ganz Deutschland oder großflächiger Einstieg der Großunternehmen von Fielmann bis Reemtsma in den Agrarbereich aus Subventions- oder Abschreibungsgründen seien wirklich keine erstrebenswerten Ziele, betont Johanna Böse-Hartje. Vielmehr gelte es zu verhindern, dass starke eigentümergeführte Landwirtschaftsbetriebe auf diese Weise „platt gemacht“ würden.

Übrigens sei das Anliegen der Milchbauern-Protestfahrt bei Passanten am Wege auf breite Zustimmung gestoßen, fügt die Eißelerin an.

la

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