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„Barfoot in’n Snee“ in Holtum-Marsch

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Von: Heiner Albrecht

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Beim Familienstreit auf der Hallig wird’s auch schon mal handgreiflich ...
Beim Familienstreit auf der Hallig wird’s auch schon mal handgreiflich ... © Albrecht

Holtum-Marsch – Die Geschehnisse in der plattdeutschen Komödie „Barfoot in´n Snee“ und die unbekümmerte Sprache sind der Theatergruppe des Gemischten Chors Polyhymnia wie auf den Leib geschrieben. Eine rundum lustige Vorstellung bot das Laienensemble bei der Premiere am Samstagabend auf dem Hof Klinker in Holtum-Marsch. Das Regie-Team Johann von Salzen und Iris Wigger hatte bei der Besetzung des Stücks und der Rollenverteilung ein glückliches Händchen bewiesen, sodass es ein überaus vergnüglicher Theaterabend für das begeisterte Publikum wurde.

Die Geschichte handelt von der zerstrittenen erwachsenen Kinderschar der Familie Badenhop, dessen Oberhaupt sie unter einem Vorwand auf die Hallig Öderbraurup lockt. Dort sollen alle unter fachkundiger Anleitung des fernsehbekannten Coaches Andy McHunter (Wilfried Henke) wieder zueinander finden. Dieser wird stark gefordert von der kernigen Fallschirmjägerin Ulli (Sandra Gohde) – da dürfen sich die Zuschauer der weiteren Vorstellungen in den nächsten Wochen auf einen ganz besonders Einflug freuen –, dem besserwisserischen und Fingernägel kauenden Lehrer Robert (Rolf Thies), der cholerischen Brigitte (Sibylle Haake), der sexuelle Begierden auslösenden Angela (Iris Meyer) und dem Vertriebs- und Lebenskünstler Freddy (Andreas Schumacher). Und auch die Mentalität des Hallig-Bewohners (Frank Fröhlich) will erst einmal verstanden werden. Dabei sind die Tücken des einsamen Eilands ebenso wenig zu unterschätzen wie die heimlich nachgereiste Magda (Sabine von Salzen), Andys einmaliger Fehltritt aus einer polnischen Frauenkneipe. Nun muss der Coach Magda nicht nur der Familie Badenhop erklären, sondern die Dame auch zusätzlich zu der zerstrittenen Familie bändigen. Und das erweist sich als deutlich anstrengender als eine Fernsehshow ...

Was polnischer Wodka, ein bisschen Rotlicht und ein versehentlich verschicktes Foto in die sozialen Medien anrichten können, was für ein Kribbeln ein Spaziergang barfuß im Schnee auslöst und wie dann noch die Klatschpresse (Sandra Klein) auf der Hallig einfällt, das alles bekommt das Publikum im dritten Akt präsentiert.

Zu lachen gab es reichlich, und die Zuschauer geizten nicht mit Beifall. Spritzige Pointen und ein hohes schauspielerisches Niveau sorgten für eine gelungene Premiere.

„Premiere bedeutet immer viel Anspannung. Aber ich glaube, sie ist uns geglückt“, sagte Regisseur Johann von Salzen im Anschluss zufrieden und mit Stolz auf das große Team vor und hinter den Kulissen, das unendlich viel Freizeit und Herzblut in das plattdeutsche Theater in Holtum-Marsch investiert.

Wer wissen will, ob die Badenhops ihren Familienfrieden wiederfinden, hat noch bis Ende November Gelegenheit zum Besuch von einer der zehn weiteren Theatervorstellungen auf Klinkers Diele. Wie die Gesamtleiterin Marlis Wedemeyer mitteilt, gibt es für jede Aufführung noch einige Restkarten. Karten sind ausschließlich telefonisch oder per Mail erhältlich bei Marlis Wedemeyer unter 04233/575 oder theater.holtum-marsch@web.de.

Viel zu lachen hat das Publikum bei der plattdeutschen Komödie „Barfoot in’n Snee“
Viel zu lachen hat das Publikum bei der plattdeutschen Komödie „Barfoot in’n Snee“, die die Theatergruppe Holtum-Marsch bis Ende November noch zehn Mal auf die Bühne bringt. © Albrecht

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