Ausnahmemusikerinnen Ksenia Dubrovskaya und Sona Barseghyan glänzen

Atemberaubende Präzision, beeindruckende Leichtigkeit

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Ksenia Dubrovskaya und Sona Barseghyan erwiesen sich bei ihrem Konzert im Erbhof-Renaissance-Saal als wahre Könner.

Thedinghausen - Mit Ksenia Dubrovskaya und Sona Barseghyan war es dem Erbhof-Förderverein gelungen, zwei Ausnahmemusikerinnen nach Thedinghausen einzuladen. Dort fanden sie im Erbhof-Renaissance-Saal den passenden Rahmen für ihr Klassik-Konzert.

Nach einer kurzen Einführung begann der Abend mit dem „Fratres“ (1977) des estnischen Komponisten Arvo Pärt in einer späteren Fassung für Violine und Klavier.

Anschließend folgen die Sonaten 7 und 8 aus op.30 von Ludwig van Beethoven. Ursprünglich als „Sonate für Pianoforte und Violine“ geschrieben sind die Violinsonaten eigentlich Duette gleichberechtigter Instrumente. Sie wurden 1803 mit einer Widmung für den russischen Zar Alexander I. veröffentlicht.

Dubrovskaya und Barseghyan agierten selbstbewusst und kraftvoll – der Dynamikspielraum beider Instrumente und auch die gute Akustik des Erbhof-Saales wurde ausgenutzt, ohne aufdringlich zu wirken. Beide Sonaten wurde mit hoher Virtuosität und einem traumhaften Zusammenspiel präsentiert, was bei den Hörer eine sprachlose Begeisterung auslöst.

Nach der Pause stand dann die „Kreutzer-Sonate“ Nr.9 von Johann van Beethoven auf dem Programm, die von dem Geiger, dem sie gewidmet ist, nie gespielt wurde. Er hielt sie schlichtweg für unspielbar. Die beiden Künstlerinnen gingen wohl deshalb hoch konzentriert an das Werk heran, meisterten jedoch alle Schwierigkeiten mit einer atemberaubenden Präzision und beeindruckender Leichtigkeit. Allein dieses fast 45 Minuten dauernde Werk hätte als eine Programmhälfte dienen können.

Den Abschluss bildete das dreisätzige „Souvinir d´un cher“ op. 42 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski aus dem Jahre 1878. Mit diesem Werk wurde die Klammer geschlossen von zeitgenössischer Musik aus dem Osten, über Beethovens Sonaten bis hin zu traditionell anmutende Klänge vom „Meister der Melodien“.

Dubrovskaya entschuldigte sich kurz für den „langen Abend“, die Zuhörer konnten aber einen musikalischen Abend der Extraklasse genießen. Man merkte dem Duo nicht an, dass es erst vier gemeinsame Konzerte gespielt hat. Die beiden Musikerinnen wirkten wie langjährig aufeinander eingespielt. Vor allem konnte man ihnen die große Begeisterung für ihre Musik anmerken. Man hatte zeitweilig den Eindruck, als würden sie sich gegenseitig durch ihr Spiel noch weiter anspornen.

Schade nur, dass einige Plätze im Publikum frei blieben. Dieser kammermusikalische Abend hätte ein größeres Publikum verdient gehabt. Dadurch sollten sich aber die Veranstalter nicht verunsichern lassen.

ey

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