Auch Dorfverein stimmt zu / Gemeinsamer Ankauf des Schießstandes zu gleichen Teilen / Domizil für alle Bürger / Zuschüsse?

Schützen und Dorfverein unter einem Dach

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Der Schießstand in Wulmstorf soll vom Dorfverein und vom Schützenverein gemeinsam angekauft und in ein Gemeinschaftshaus umgebaut werden.

Wulmstorf - Bei nur einer Enthaltung beschlossen die 36 anwesenden Mitglieder des Dorfvereins Wulmstorf in einer außerordentlichen Versammlung, gemeinsam mit dem Schützenverein das örtliche Schützenhaus zu kaufen, um es künftig gemeinsam zu nutzen.

Zum Hintergrund: Der Pachtvertrag für den Schießstand, der auf dem Grund und Boden von Bäckers Gasthaus steht, läuft aus. Das Schützenhaus samt Grundstück steht zum Verkauf. Der Schützenverein ist in Zugzwang. Andererseits war man im Ort bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Dorfgemeinschaftshaus. In einen solchen Treffpunkt soll der Schießstand jetzt umgebaut werden.

Der Schützenverein hatte sich auf seiner letzten Versammlung bereits mehrheitlich für einen gemeinsamen Ankauf bei gleichzeitiger Aufgabe des Kleinkaliberstandes ausgesprochen.

Vorsitzender Thomas Metz zeigte auf der Versammlung des Dorfvereins die wesentlichen Eckpunkte für einen möglichen Ankauf und eine spätere Nutzung auf. „Das künftige Dorfgemeinschaftshaus soll allen Gruppen und Institutionen im Dorf offen stehen.“ Bereits im Rahmen der Dorferneuerung sind zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten angedacht worden. Zum Ankauf des Schützenhauses steuern beide Vereine gleiche Anteile aus ihrem Vereinsvermögen bei. Eine Spende hat die Jagdgenossenschaft zugesagt und weitere Spenden seitens der Mitglieder des Schützenvereins wurden in Aussicht gestellt.“

Vorgesehen ist ein Umbau in Bauabschnitten, geplant von Hermann Meyer, angepasst an die finanziellen Möglichkeiten der Vereine und abhängig von der Gewährung zu beantragender Zuschüsse. Noch offene Fehlbeträge sollen durch Zuschüsse (KSB, Gemeinde Thedinghausen) und durch Eigenleistung aufgefangen werden. Weitere denkbare „Finanzspritzen“ wären weitere Spendenaufrufe – oder auch der Erlös einer Schrottsammlung im Ort.

Dieter Mensen stellte einen Antrag vor, der kurzfristig zusammen mit Thomas Metz im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens „Regionalität und Mehrfunktionshäuser“ bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gestellt wurde. Sollte dieser Förderantrag Erfolg haben, wäre mit einem Zuschuss zu Kauf und Umbau in Höhe von 44 Prozent der Gesamtkosten zu rechnen. Der Bescheid wird erst im September/Oktober erwartet. Bis dahin darf mit der Maßnahme nicht begonnen worden sein. Das bedeutet auch, dass der formelle Grundstückskauf erst dann erfolgen kann. Mensen: „Ob der Antrag Aussicht auf Erfolg hat, ist ungewiss.“ Es soll aber auf jeden Fall ein Vorvertrag mit dem Eigentümer geschlossen werden. Dass das Bauvorhaben umgesetzt wird, steht außer Frage. Im Falle eines negativen Zuschuss-Bescheides müsste es gegebenenfalls etwas gestreckt oder abgespeckt werden.

Angesprochen wurde im Rahmen der Versammlung die Frage, ob es nötig sei, das Blei aus dem Schießstand zu entsorgen. Schützenvereins-Vorsitzender Gerhard Körn erläuterte, dass gemäß der Erfahrungen anderer Schützenvereine der Erlös aus dem Bleiverkauf in der Regel die Kosten der Entsorgung aufwiegen würde.

Das Projekt soll jetzt mit Volldampf angegangen werden. So wird es in 2016 kein Birnenfest geben, da die Arbeiten rund um das Schützenhaus alle Kapazitäten in Anspruch nehmen sollen.

Inwieweit die Vereine über kurz oder lang in dem gemeinsamen Domizil auch zusammenwachsen werden, ist noch nicht abzusehen. Ein kleiner Anfang ist jedoch gemacht. Die Dorfvereins-Versammlung beschloss, zum Erntefest am 26. September einen gemeinsamen Wagen mit dem Schützenverein zu schmücken und zu besetzen.

sp

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