Bürgermeister: „Bloß keine Panik“

Atommüllendlager in Thedinghausen?

Thedinghausen/Landkreis - „Bloß keine Panik“, so kommentiert Harald Hesse, Bürgermeister der Samtgemeinde Thedinghausen, die Tatsache, dass „seine“ Kommune zu den insgesamt 129 potenziellen Standorten bundesweit gehört, die bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager ins Blickfeld geraten könnten. Erstellt hatte die Liste die Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“.

„Aufgrund vorhandener Studien, etwa von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, haben wir die Regionen identifiziert, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen können, in die Suche einbezogen zu werden. Es handelt sich hier um erste Anhaltspunkte“, erklärte hierzu kürzlich Jochen Stay, Sprecher der Organisation. Wichtig sei der Hinweis, dass die in der von „ausgestrahlt“ veröffentlichten Karte eingezeichneten Gebiete noch nicht von offizieller Seite ausgewählt sind, jedoch aufgrund ihrer geologischen Voraussetzungen potenziell für das Standortauswahlverfahren infrage kommen.

Unter Thedinghausen befindet sich nach von jedermann einsehbaren Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ein Salzstock. Dieser verläuft in mehreren hundert Metern Tiefe auf einer Länge von etwa 35 Kilometern von Quelkhorn über Schaphusen, Thedinghausen und Emtinghausen bis nach Heiligenfelde.

Die Suche nach einem Atommüllendlager eilt, denn schon 2022 soll in Deutschland der Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen sein, und dann müssen im Laufe der folgenden Jahre unter anderem die Brennstäbe aus den Kraftwerken entsorgt werden.

Bürgermeister Hesse beruhigt: „Ich habe derzeit keinerlei Erkenntnisse, geschweige denn offizielle Mitteilungen, dass sich irgendeine Institution mit uns als Standort beschäftigt. Man muss hier ganz in Ruhe abwarten, zumal meines Erachtens die unmittelbare Nähe zur Großstadt Bremen solch ein Vorhaben eigentlich von vornherein unmöglich macht.“

„ausgestrahlt“ will dennoch vorwarnen

Landrat Peter Bohlmann ergänzt auf Nachfrage: „Im offiziellen Standortauswahlverfahren der Bundesregierung taucht nach meinem Kenntnisstand Thedinghausen nicht auf. Ein Landkreis, der Erdbebengebiet ist und der von Gasbohrungen durchlöchert ist, dürfte auch kaum in frage kommen.“

Die Organisation „ausgestrahlt“ will die Bürger der potenziell betroffenen Gebiete dennoch vorwarnen und die Einwohner auf das mögliche Risiko aufmerksam machen - und sei die Chance auf Realisierung eines Atommüllendlagers, in diesem Falle in Thedinghausen, auch noch so klein.  

sp

Rubriklistenbild: © dpa

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