Anwohnerklage hat aber kaum Chancen

Schuppenstreit am Botterdamm schwelt weiter

Thedinghausen - Ein älterer Anwohner vom Botterdamm in Thedinghausen gibt nicht auf, obwohl Vorsitzender Richter Kai-Uwe Klinge vom Verwaltungsgericht Stade beim Ortstermin dringend zur gütlichen Einigung riet.

Es geht um einen Holzlagerschuppen auf dem Nachbargrundstück, der dicht an die Grenze gebaut wurde. Der Streit darum schwelt seit etlichen Jahren. Beklagter ist der Landkreis Verden als Bauaufsichtsbehörde. Der Anwohner fordert dessen baupolizeiliches Einschreiten, weil er die Grundstücksgrenze verletzt sieht.

Jetzt beantragte er vor Ort ein Standsicherheitsgutachten. Der Anwohner befürchtet, dass der rund acht Meter lange Nachbarbau auf sein Grundstück stürzen könnte.

Schon vor rund sechs Jahren war eine Klage des Mannes in der Angelegenheit abgewiesen worden. Damals hatte er den Nachbarn vorgeworfen, sich beim Errichten des Schuppens nicht genau an die Baugenehmigung gehalten zu haben. Der Landkreis hatte die monierten Beeinträchtigungen an der Grundstücksgrenze, wo der Bewohner einen Zaun gezogen hat, als zu geringfügig zum Einschreiten bewertet und bekam Recht.

„Wir haben nach einem Gespräch mit dem Landkreis korrigiert, was wir korrigieren sollten“, versicherte die Nachbarin jetzt beim Ortstermin. „Eine spürbare Beeinträchtigung des anderen Grundstücks“ sei auch für ihn hier nicht erkennbar, meinte Richter Klinge. Dass die Rückwand des Schuppens nicht ganz genau senkrecht stehe, komme auch bei anderen Bauten immer wieder vor.

Gerade die nachträglich angebrachten Stützen für den Schuppen hatte der Mann von nebenan zudem kritisiert. Sie würden auf seine Fläche ragen und ihn hindern, ebenfalls an der Grenze im Garten etwas zu bauen, ohne dass zum Schuppen hin baurechtlich verbotene Zwischenräume entstünden.

Die Frau vom Nachbarhaus bedauerte, dass mit dem allein lebenden älteren Herrn kein friedliches Miteinander möglich sei. Dabei habe er doch seinen Garten mit den Rosenstöcken so schön gestaltet und könne hier auch anderen sicher wertvolle Tipps geben.

Rolf Thies, als stellvertretender Leiter der Bauordnungsabteilung des Landkreises mit beim Ortstermin, bekräftigte, dass es hier seiner Einschätzung nach um Marginalien gehe, die ein Eingreifen nicht rechtfertigten. Und Richter Klinge deutete am Ende ziemlich klar an, dass wohl auch jetzt wieder die betreffende Klage kaum Chancen habe.

la

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