Stimmgewaltiges Konzert begeistert Publikum in voll besetzter Maria-Magdalena-Kirche

Angelika Milster: Für die Liebe, gegen den Hass

Gänsehaut garantiert: In rotes Licht getaucht präsentierte Angelika Milster ein stimmungsvolles Kirchenkonzert und demonstrierte die verbindende Kraft der Musik. - Foto: Schmidt

Thedinghausen - Eindrucksvoll präsentierte Sängerin und Schauspielerin Angelika Milster ihr facettenreiches Repertoire am Freitagabend in Thedinghausen.

Mit ihrer kraftvollen und ergreifenden Musical-Stimme, die in der Maria-Magdalena-Kirche ihren einzigartigen Klang entwickelte, verzauberte die Grande Dame des Musicals den vollbesetzten Kirchensaal. Charmant und humorvoll baute sie mit Anekdoten ihrer Kindheit Brücken und schaffte eine Begegnung voller Freundschaft mit ihrem Publikum. Begleitet wurde sie an der Orgel von Jürgen Grimm.

Mit ihrem ersten Titel „People Who Need People“ von Doris Day aus dem Musical „Funny Girl“ spielte sie thematisch auf ihr aktuelles Programm an, mit dem sie getreu dem Motto „Begegnungen“ als Botschafterin für mehr Menschlichkeit auftritt. „Menschen, die Menschen lieben, sind die glücklichsten der Welt“, erklärte die 64-Jährige. Mit solchen Anmerkungen und ihrer Titelwahl tritt Angelika Milster an gegen den Hass in unserer Zeit. So folgte sanft „Ich hab geträumt von einer besseren Welt“ als Martin Luther Kings Glaubensbekenntnis. Ausgesprochen nuancenreich und ausdrucksstark vergegenwärtigte sie die Aktualität von Marlene Dietrichs Anti-Kriegs-Song „Sag mir, wo die Blumen sind“.

In der Folge präsentierte die Diva eine Brechtinterpretation („Meine Herren, mit 17 Jahren kam ich auf den Liebesmarkt“) ebenso wie klassische Titel. Beispielsweise ein dramatisches „Agnus Dei“ oder die unvergleichliche Arie „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“, mit der sie spielend Startenöre imitierte. Flexibilität und Vielfalt ihrer stimmlichen Darstellung bewies die Künstlerin mit Edith Piafs „Mon Dieu“, Harold Arlens „Over The Rainbow“, „Ein Land ist mein“ oder „Jerusalem! Öffne die Tore weit“. Ganz gleiche welche Stilrichtung - Angelika Milster bewegte sich in allen absolut sicher, reihte Klassiker an Klassiker.

Absolute Highlights des Abends waren ihre Musical-Interpretationen: Anrührend und zugleich mitreißend intonierte sie den Song „Mondlicht“ aus „Cats“, oder „Maria Magdalena“ aus dem Welterfolg „Jesus Christ Superstar“ sowie „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“. Manches Mal verlor das Publikum Bodenhaftung und bedachte ihre Darbietung mit stehenden Ovationen. Insgesamt präsentierte die Sängerin 21 Stücke in einer einzigartigen Atmosphäre. Wenn Angelika Milster ihre Stimme erklingen lässt, tönt sogar ein Schlaflied wie ein Weckruf. „Ob Klassik, Pop, Schlager oder Chanson – sie alle bestehen aus Harmonien, die den Zuhörer umarmen“, beschreibt Angelika Milster die Kraft der Musik. „Man muss sie fühlen und sich greifen lassen.“Mit der Zugabe „The Rose“ in der deutschen Version bedankte sich Angelika Milster für die Standing Ovations und verabschiedete sich mit den Worten: „Schön, dass wir uns begegnet sind.“ - sch

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