Zwei Menschen sterben bei Feuer

Brand in Riede: Angeklagter spricht

Verden/Riede - Erstmalig in dem neu aufgerollten Landgerichtsprozess um einen für zwei Menschen tödlich geendeten Brand Ende 2015 in Riede hat sich gestern der 46 Jahre alte Angeklagte geäußert. 

Er habe im ersten Prozess nicht alles offenbart, „jetzt will ich sprichwörtlich die Hosen runterlassen“, kündigte er zu Beginn der von Verteidigerin Jasmin Tobisch verlesenen Erklärung an. Jegliche Tatbeteiligung wird aber weiterhin bestritten. Vorgeworfen wird ihm unter anderem Mord. „Inzwischen habe ich fast das Vertrauen in die Justiz verloren“, so die einleitenden Worte in dem mehrseitigen Schriftstück. Noch habe er aber die Hoffnung, „dass die Wahrheit ans Licht kommt“.

„Ich schwöre Ihnen, diese Menschen hätten nicht sterben müssen. Ich habe mit deren Tod nichts zu tun. Ich habe deren Tod nicht gewollt und nicht verursacht“, so die verlesenen Beteuerungen. Geplant gewesen sei ein Versicherungsbetrug, jedoch keine Brandstiftung. Sein „krimineller Halbbruder“, den er gestern einer weiteren Brandstiftung inklusive Mordversuch beschuldigte, habe aus dem damals neu erworbenen Haus des Angeklagten mehrere Gegenstände entwenden sollen. Im Auftrag des 46-Jährigen, der den Einbruch dann seiner Hausratversicherung melden und 6 000 bis 7 000 Euro kassieren wollte. Das Geld habe er für eine Badsanierung verwenden wollen, heißt es in der Einlassung. Außerdem habe er sich von dem Geld einige Wünsche gemeinsam mit seinen Freundinnen erfüllen wollen.

Doch noch vor der Ausführung durch den rechtskräftig verurteilten Halbbruder, will der Angeklagte von der Tat Abstand genommen haben. Den Halbbruder bezichtigte er der Lüge. Dass dieser das Haus angesteckt habe, auf die Idee will der Angeklagte nach der Brandnacht erst gar nicht gekommen sein.

Viele Fakten aus den Ermittlungen werden in der Einlassung in einen anderen Zusammenhang gesetzt. Es fehle auch an einem Motiv, so die Darstellung des Angeklagten. „Ich habe den Schaden bei der Gebäudeversicherung überhaupt nicht gemeldet“, behauptete er. Vielmehr habe er durch die Tat enormen Schaden erlitten und alle persönlichen Dinge verloren. Es stimme auch nicht, dass er pleite gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass der 46-Jährige Probleme mit der Finanzierung des gekauften Hauses hatte. Deshalb soll er seinen Halbbruder mit der Brandlegung beauftragt haben, um die Gebäudeversicherung kassieren zu können.

Sechs Beweisanträge wurden gestern zudem von den beiden Verteidigern gestellt und 25 weitere angekündigt. Die gestrigen hatten es bereits in sich. So wird darin die damalige Freundin des Halbbruders beschuldigt, diesen zum Mord in zwei Fällen angestiftet zu haben.  wb

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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