Renovierung und Sommergarten geplant

Neues Leben in altem Thedinghauser Gasthaus „Zum Adeligen Holze“

Das alte Herrenhaus des Gasthauses „Zum Adeligen Holze“
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Das alte Herrenhaus ist heute noch ein imposantes Gebäude. In Kürze soll es als Gasthaus „Zum Adeligen Holze“ wieder in altem Glanz erstrahlen

Thedinghausen – Das Gaststättensterben hat die Samtgemeinde Thedinghausen in letzter Zeit besonders stark erwischt (wir berichteten mehrfach). Doch nun ist Besserung in Sicht: Ins ehemalige Gasthaus „Zum Adeligen Holze“ an der Westerwischer Straße in Thedinghausen soll das Leben zurückkehren. Der neue Eigentümer Thomas Böing aus Eißel will das einstige Schmuckstück wiedereröffnen.

Er erklärt: „Es stehen in Kürze umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an. Der Garten mit Teich soll wieder an alte Zeiten erinnern, und auch der Innenbereich wird natürlich ordentlich aufgemöbelt.“

Schon Ende Mai sollen die Arbeiten erledigt sein. Thomas Böing: „Es soll wieder ein normaler Gaststättenbetrieb herrschen. Das Objekt soll verpachtet werden. Ich sehe der Suche nach einem Wirt mit großem Optimismus entgegen. Schließlich handelt es sich um einen Betrieb, der in Thedinghausen stets einen sehr guten Ruf hatte. Dazu kommt die ausgezeichnete Lage.“

Neben der Gaststube und den beiden Clubzimmern mit insgesamt 60 Sitzplätzen wartet auch der Saal mit Platz für 80 bis 100 Leute auf Festlichkeiten aller Art. „Die genaue gastronomische Ausrichtung bleibt dem neuen Betreiber überlassen“, erklärt Böing, der noch auf ein weiteres Highlight hinweist: „Auch der Sommergarten wird wieder aktiviert.“

Zur Historie: Das Gebäude ist ein ehemaliges Herrenhaus. Seit dem Bau 1912 ist es bis zum jetzt erfolgten Verkauf im Privatbesitz der Familien Peuleke/Bischoff/Bielefeld gewesen. Der Bier- und Kaffeegarten wurde 1919 von einem Bremer Landschaftsgärtner für Heinrich Bielefeld und dessen Ehefrau Doris entworfen und gestaltet. Der kleine Teich wurde schon 1914 angelegt. Das Garten-Ensemble ist in seinen Grundzügen bis heute erhalten. Der alte Baumbestand stammt aus den ersten Anpflanzungen rund um das Haus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Gasthof zunächst zum Lager-Depot der deutschen Kriegsmarine, nach dem Krieg wurde es zum Quartier der englischen Besatzungssoldaten. Aufwärts ging es wieder, als Junior Friedel (Friedrich) aus dem Krieg zurückkehrte und mit Ehefrau Greta den Betrieb übernahm. Der Gasthof blühte auf. Tochter Irma führte ab 1970 zusammen mit Ehemann Manfred die Regie. Sie, die viel zu früh verstarb, war eine gestandene Gastwirtin und eine ausgezeichnete Köchin. 1970 wurde ebenfalls die bislang noch parallel betriebene Landwirtschaft eingestellt.

Petra Peuleke war die Letzte im Bunde, die das traditionsreiche Familienunternehmen 1995 von ihren Eltern übernahm. Im Jahr 2000 wurde das „Adelige Holz“ noch einmal modernisiert.

Bis zu seiner Schließung im Jahr 2011 war der Gasthof „Zum Adeligen Holze“ für viele Thedinghauser Vereine, Institutionen und Privatleute eine feste Anlaufstelle. Familienfeste aller Art, Schützenfeste (früher stand auf dem Gelände der Schießstand), Gartenpartys, diverse Aktivitäten mit dem damals benachbarten Reitverein, Treibjagden, Treffpunkt für Himmelfahrt- und Pfingstradler und einiges mehr. Vieles von dem soll nun wiederbelebt werden.  

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