Energieerzeugung durch Gülleverwertung geplant / Auch kritische Stimmen

Rat akzeptiert Biogasanlage

Dieser landwirtschaftliche Betrieb, hier ein Blick aus Richtung Syker Straße, plant im hinteren Bereich (hier links) den Bau einer Biogasanlage. Foto: sp

Emtinghausen – Gegen diesen Antrag bestehen keine baurechtlichen Bedenken“, machte Gemeindedirektor Harald Hesse gleich zu Beginn der Beratung deutlich und bestätigte damit die Rechtsauffassung seiner Verwaltung. Hesse: „Biogasanlagen sind im Außenbereich zulässig.“

Konkret ging es um die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens zu Neuerrichtung und Betrieb einer Anlage zum Lagern von Gärresten, den Neubau einer Biogasanlage mit Gärrestbehälter, die Änderung eines Güllelagers zum Gärrestelager, eines Blockheizkraftwerk-Containers und Fermenters mit Gaslager, den Neubau einer Mistplatte, von Silagelagerflächen und von drei Futtersilos.

Mit diesen Anlagen will ein landwirtschaftlicher Milchvieh-Familienbetrieb an der Straße „Am Foßböhl“ in Emtinghausen seinen Betrieb erweitern beziehungsweise erneuern. Letztlich geht es darum, dass die vor Ort anfallende Gülle von 370 Milchkühen plus Jungvieh mittels einer neuen Biogasanlage (75 Kilowatt Leistung) zur Erzeugung von Bioenergie (Stroum und Wärme) genutzt werden soll.

Gemeindedirektor Hesse machte den Ratsmitgliedern weiterhin sofort klar: „Das letzte Wort in dieser Sache hat der Landkreis. Der würde auch eine ungerechtfertigte Verweigerung unseres Einvernehmens ersetzen.“

Verwaltungschef Hesse wies zudem darauf hin, dass der Kreis die vorliegenden Geruchs- und Schallgutachten noch prüfen müsse. Allerdings gingen diese Gutachten davon aus, dass bezogen auf die Nachbarschaft nach Inbetriebnahme aller Anlagen die gesetzlichen Richtwerte eingehalten werden.

Vor diesem Hintergrund und der offenbar klaren Rechtslage sah eine Ratsmehrheit (7:2-Stimmen) auch keine Probleme, dem Antragsteller das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Ganz anders sah das Ratsmitglied Dennis Bösche-Meyer (SPD): „Der Bau dieser Anlagen wird meines Erachtens auf jeden Fall eine weitere Beeinträchtigung der Wohnqualität für die Häuser in der Nähe mit sich bringen. Ich als Volksvertreter werde deswegen das Ja zum Bau verweigern, weil dieses Vorhaben nicht dem Wohl der Allgemeinheit dient. Außerdem befürchte ich, dass das noch nicht das Ende der Betriebserweiterung sein könnte.“ In die gleiche Kerbe schlug Jan Schäfer (WGE).

Von Seiten der Befürworter gab es außer formalen auch praktische Pro-Signale. „Gärreste stinken weniger als Gülle, haben außerdem weniger Masse. Was spricht in Zeiten der Energiewende dagegen, aus sowieso vorhandenen Stoffen, in diesem Falle Gülle, Energie zu erzeugen?“, meinte Thorsten Harries (CDU), Selbst Harald Hemmje (Grüne) sah keine Probleme. Er verwies auf den weitgehend geschlossenen Gülle-Kreislauf (die Gülle-Silos werden nach oben abgedeckt).

Nach dem Okay des Gemeinderates muss jetzt die abschließende Bewertung des Landkreises in diesem Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz abgewartet werden.  sp

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