Aktion der Fischereigenossenschaft dient Erhalt einer zunehmend bedrohten Art

Abertausende von Glasaalen in die Weser freigelassen

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Ein Kilo Glasaale beinhaltet dieser Beutel. Das sind über 3000 künftige Aale. Sie wurden unter der Ueser Brücke ins Weserwasser entlassen. Links Gerd Schröder, ehemaliger Samtgemeindebürgermeister von Thedinghausen und jetzt Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Weser IV.

Thedinghausen - Der Aal wird zu stark befischt. Verbaute Flüsse, Kraftwerke, Verunreinigungen und Kormorane setzen ihm ebenfalls zu. Dagegen wollen die Fischereivereine der Arbeitsgemeinschaft der Fischereigenossenschaft Weser IV etwas tun und kaufen junge Aale auf, um sie in die Natur, sprich hiesige Gewässer, zu entlassen.

Dies ist auch eine EU-förderfähige Maßnahme, was die Kosten für die Vereine um die Hälfte reduziert. „Der Glasaal ist leider begehrt: Der Preis pro Kilo stieg in kurzer Zeit von 80 Euro auf eine fast vierstellige Summe“, sagt Fischereigenossenschafts-VorsitzenderGerd Schröder.

Er musste die Mitglieder daher etwas vertrösten. Statt der gewünschten 100 Kilo Glasaal gab es jetzt nur 60 Kilo zu verteilen.

Die Glasaale sind wenige Zentimeter lange, junge Tiere, die von einer Aufzuchtfirma in speziellen Verpackungen zu je einem oder zwei Kilo am Verteilerpunkt unter der Ueser Brücke angeliefert wurden.

Die Zukunft des europäischen Aals ist nach Expertenansicht aus den genannten Gründen gefährdet. Diese Fischart sei bereits jetzt stark reduziert, so Gerd Schröder.

Denn der Aal sei die einzige Spezies, nach der in jeder Altersstufe gefischt werde. Die EU versucht seit fast zehn Jahren, mit einem Aktionsplan eine Erholung der Bestände zu ermöglichen.

Schröder wünscht sich: „Verzehr und Export von Glasaalen müssen reduziert werden, um genügend Nachwuchs zu haben“.

Nach einer Reise von mehreren tausend Kilometern durch den Atlantik tauchen die Jungaale vor den europäischen Küsten auf, um ihre Wanderung in die Flüsse zu beginnen. Diese riesige Wanderung wird den Glasaalen jetzt abgenommen, wenn sie gleich in hiesigen Gewässern wie der Weser ausgesetzt werden. Gleich unter der Ueser Brücke entließen Aktive des Achimer Anglervereins sie in die Freiheit.

Männliche Aale werden erst im Alter von sechs Jahren geschlechtsreif, die größeren Weibchen benötigen dafür bis zu zwölf Jahre.

Niklas und Stefan Heine aus Thedinghausen werden weitere Aale in der Eyter und im Thedinghauser Weserbereich entlassen. Sie haben fünf Kilo zugeteilt bekommen. Das sind mindestens 15 000 bis 16 000 Klein-Aale von sieben bis acht Zentimetern Länge und einem Gewicht von je 0,3 Gramm.

ha

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