Donia-Luisa Remer übernimmt

Emtinghauser Kita-Leiterin Paula Fröhlich geht in Rente

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Mit viel Schwung in den Ruhestand: Donia-Luisa Remer schubst Paula Fröhlich an.

Emtinghausen - Als Paula Fröhlich im Sommer 1993 den Emtinghauser Kindergarten übernahm, waren die Zeiten noch besser. Die von Werder Bremen zumindest. Die Grün-Weißen waren frisch gebackener Deutscher Meister. Demnächst kann sie sich voll und ganz auf den Abstiegskampf konzentrieren. Die Morsumerin ist Fan von Werder und sieht die Spiele gern im Weserstadion. Zum 1. Februar geht die 65-Jährige in den Ruhestand – nach mehr als 25 Jahren als Leiterin der Kita. Pünktlich zum ersten Heimspiel nach dem Start der Rückrunde feiert sie Resturlaub ab. Am 29. Januar wird sie verabschiedet. Bis dahin wird sie noch ihre Nachfolgerin Donia-Luisa Remer eingearbeitet haben.

Die Zeiten waren damals, im Bremer Meister-Sommer, auch in Emtinghausen andere: „Der Kindergarten endete mittags um 12.30 Uhr. Es gab keinen Mittagstisch“, erinnert sich Paula Fröhlich. Heute können die Eltern die Kinder bis 14 Uhr betreuen lassen. Zudem gibt es einen Frühdienst ab 7.30 Uhr für die beiden Gruppen. Damit trägt auch die Emtinghauser Einrichtung in der alten Schule dem gewachsenen Bedarf nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf Rechnung.

Abgesehen von den Zeiten hat sich vor allem das „Drumherum“ geändert: „Die Formalien haben immens zugenommen.“ Die Erzieherinnen hätten auf Datenschutzverordnungen und Medikamentengaben zu achten. Viel Aufwand verursachten aber auch Förderpläne und Entwicklungsberichte über die Sprösslinge. „Das ist aber auch gut so“, urteilt Paula Fröhlich. Denn die Kinder hätten sich natürlich ebenso geändert, nicht immer unbedingt zum Besseren. Die Noch-Leiterin nennt sprachliche und motorische Defizite, die häufiger als früher auftreten würden.

Paula Fröhlich hat an die Ausbildung zur Erzieherin ein Studium der Psychologie rangehängt. Im von ihr ausgeguckten schulpsychologischen Dienst gab es dann aber keine freie Stelle. So schaute sie, wie sie mit zwei kleinen Töchtern einen adäquaten Job finden konnte, und griff beim Angebot der Kita-Leitung in Emtinghausen zu. Auch ihre Nachfolgerin Donia-Luisa Remer hat studiert: Ihrer Ausbildung zur Erzieherin ließ sie ein Studium der fachbezogenen Bildungswissenschaften an der Universität Bremen mit dem Abschluss Fachwirtin für Kindertageseinrichtungen folgen. Nach ihrer Tätigkeit im Lebenshilfe-Kindergarten in Thedinghausen arbeitete sie zuletzt drei Jahre in der Kita in Riede, wo sie sich mit Mann und Tochter auch niedergelassen hat. Nun also das Angebot, Paula Fröhlich zu beerben. Die 33-Jährige wird aber anders als Fröhlich nur vertretungsweise in den Gruppen aktiv und sich dafür hauptsächlich den Leitungsaufgaben widmen. Als Gruppenkraft kommt Maren Bolte neu in die Einrichtung und komplettiert das Erzieherinnen-Team mit Mona Schrader, Regina Seecamp und Ina Wichelmann.

Was will Donia Remer anders machen? „Ich will erst mal ankommen“, betont sie. Veränderungen kämen dann noch früh genug. Das sei aber auch gut so, unterstreicht ihre Vorgängerin. „Veränderungen sind nötig, sonst wäre ich hier vor Langeweile schon eingegangen“, sagt die 65-Jährige.

In ihrer Freizeit will sich Paula Fröhlich künftig Zeit für die Enkel und den Garten nehmen und vielleicht Seminare an der Uni besuchen. Auf eine Veränderung von Werders Ligazugehörigkeit wird sie – wie viele Fans der Grün-Weißen – sicher gerne verzichten.

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