Absage an Hans, Franz und die Teufel

Blender Gemeinderat gegen eine Begegnungsstätte im Außenbereich in Gahlstorf

Diese Häuslingshaus wird keine Begegnungsstätte
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Diese Häuslingshaus in Gahlstorf wird keine Begegnungsstätte.

Blender – In Gahlstorf in der Gemeinde Blender wird es keine Begegnungsstätte für Jugendgruppen, keinen Ruhehort für Wanderer und Radlerinnen und keinen Treffpunkt für Motorradfreunde geben. Einem entsprechenden Ansinnen der Achimer „Schleusenteufel“ mit der Bitte um Änderung der Bauleitplanung im Außenbereich versagte der Blender Gemeinderat jetzt bei vier Enthaltungen seine Zustimmung.

Der Verein hatte wie berichtet ein altes Häuslingshaus gekauft und modernisiert es zurzeit.

Vor allem Gitta Stahl von der Grünen Liste machte ihre Ablehnung mit Vehemenz deutlich. Sie hält das Projekt für den Versuch, „durch die Hintertür ein Vereinsheim“ zu etablieren. Das offen zu kommunizieren, wäre immerhin eine Beratungsgrundlage gewesen. „Was treibt die dazu, das zu beantragen?“ Sie habe sich beim Amtsgericht erkundigt: Vereinszweck sei ausschließlich, dem Motorradsport nachzugehen, nichts anderes. Ein Begegnungszentrum für jedermann sei in Blender auch gar nicht notwendig. Es handele sich um einen „unlogischen Antrag“, ganz unabhängig davon, dass Motorradfahren unter ökologischen Gesichtspunkten kein zeitgemäßes Hobby sei.

Sie habe nichts gegen Motorradfahrer, wolle aber auch keinen Stützpunkt für Biker aus nah und fern. Und schließlich würde der Rat einen Präzedenzfall im Außenbereich schaffen: „Dann kommen Hans und Franz mit ähnlichen Wünschen“, sagte Gitta Stahl.

Anders Holger Haßfeld von der SPD, allerdings mit gleichem Ergebnis: Er finde die Idee einer Begegnungsstätte gut. Er sei auch selbst Motorradfahrer. „Persönlich würde ich zustimmen.“ Doch als Gemeinderatsmitglied müsse er das Ansinnen ablehnen. Es gebe Anwohner, die gegen diesen dauernden Treffpunkt seien. „Zwischendurch“ mal eine größere Veranstaltung zu machen, sei dort in Ordnung. Aber der Antrag sei der SPD zu viel, auch im Sinne der Gleichbehandlung.

Patrick Rott von der CDU argumentierte ebenfalls wie seine Vorrednerin und sein Vorredner. Solche Anträge im Außenbereich müssten ganz objektiv abgelehnt werden. Es gehe nicht um Stimmungsmache gegen Motorradfahrer. Er kritisierte, dass die Anwohner erst zwei Tage vor der Ratssitzung ein Schreiben eingereicht hätten, in dem sie die Begegnungsstätte ablehnen. Er hätte es lieber gesehen, wenn „da in der Einwohnerfragestunde der letzten Ratssitzung schon Protest kommt“ und nicht so kurzfristig.

Rolf Thies (SPD) sagte, es gebe keinen Anspruch auf Bauleitplanung. Und eine Gemeinde dürfe keine Gefälligkeitsplanung machen. Selbst wenn es Bedarf gebe für solch ein Zentrum, warum müsse das ausgerechnet in Gahlstorf sein.

Gemeindedirektor Harald Hesse schließlich gab zudem zu bedenken, dass eine Flächennutzungsplanänderung Sache des Samtgemeinderates sei. Und am Ende könnte der Landkreis auch seine Zustimmung versagen. Es sei schon schwierig gewesen, Verden vom Standort für das neue Feuerwehrhaus in Emtinghausen/Bahlum zu überzeugen.

Robert Morgan, zweiter Vorsitzender der „Schleusenteufel“, hatte zu Anfang in der Einwohnerfragestunde vor allem „eine Fraktion“, nämlich die Grüne Liste, kritisiert. Über die Motorradfahrer würde ein „Bild des Grauens“ gezeichnet. Angesichts der Gleichberechtigungs- und Genderdebatte „fühlen wir uns diskriminiert.“

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