Leiterin Sarah Jasper legt Tätigkeitsbericht der Sozialstation vor

Ab Januar auch Palliativdienst

Sarah Jasper hat als Leiterin der Sozialstation alle Hände voll zu tun. Ihren Tätigkeitsbericht legte sie jetzt dem Sozialausschuss der Samtgemeinde vor.
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Sarah Jasper hat als Leiterin der Sozialstation alle Hände voll zu tun. Ihren Tätigkeitsbericht legte sie jetzt dem Sozialausschuss der Samtgemeinde vor.

Thedinghausen – Über einen Mangel an Arbeit brauchen sich die Mitarbeiter der Sozialstation Thedinghausen, gerade in Corona-Zeiten, nicht zu beklagen. Das wurde auch durch den Tätigkeitsbericht deutlich, den Leiterin Sarah Jasper jetzt im Samtgemeinde-Ausschuss für Tourismus, Kultur, Sport und Soziales vorlegte.

Die Sozialstation betreut demnach derzeit 142 Pflegebedürftige. Die Anzahl der zu Betreuenden steigt konstant. Zwischenzeitlich musste sogar eine Warteliste geführt werden. Ein Vergleich zu 2017: Da wurden „nur“ 114 hilfsbedürftige Personen registriert. Durchschnittlich verbleiben die Pflegebedürftigen 3,5 Jahre in der Obhut der Sozialstation. Sarah Jasper: „Zu dem am längsten Betreuten fahren wir seit 22 Jahren.“

Sarah Jasper weiter: „Aktuell nehmen wir wieder Pflegebedürftige auf, wenn der Leistungsumfang für uns machbar ist und die Tourenplanung es hergibt. Allerdings sind die möglichen Einsatzzeiten häufig nicht die attraktivsten. Im Moment zwischen 10 und 12 Uhr. Das ist für Frühaufsteher mit Grundpflegebedarf natürlich eine Umstellung.“

Die Leiterin wies auf ein weiteres Problem hin: „Der Pflegedienst Bennet aus Weyhe hat seine Einsätze in Emtinghausen und Riede aufgrund von Personalmangel reduziert. Wir konnten bis jetzt in drei Fällen übernehmen.“

Auch Covid-19 beschäftigte zwangsläufig die Sozialstation. Sarah Jasper: „Durch die Corona-Pandemie sind wir bisher mit nur wenigen Berührungen gut durchgekommen. Wir beschäftigen uns mit Beschaffung von Schutzkleidung, Erstellen von Ablaufplänen, Studieren von regelmäßigen neuen Handlungsempfehlungen und Reduzieren von Mitarbeiterfluktuation bei den Pflegebedürftigen.“

Und weiter: „Die jährliche Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) hat 2020 coronabedingt noch nicht stattgefunden, wird aber sicherlich in absehbarer Zeit nachgeholt werden. Corona sorgte auch dafür, dass die persönlichen Kontakte der Mitarbeiter untereinander reduziert worden sind. Auch Dienstbesprechungen finden nicht statt. Das führt dazu, dass jeder für sich noch mehr als Einzelperson unterwegs ist. Das hat für uns merklich Auswirkungen auf die Dokumentation. Wir versuchen es in Einzeltreffen, mit E-Mail-Kontakt, telefonisch und per Smartphone aufzufangen. Außerdem hat meine Stellvertreterin Rita Trantel regelmäßig Dokumentationen zur Überarbeitung im Büro.“

In der Sozialstation, die im Rathaus-Nebengebäude (Packhaus) ihr Domizil hat, sind derzeit 21 Pflegekräfte beschäftigt, davon ist eine in Elternzeit und eine weitere langzeitkrank. Eine Pflegekraft ist in Rente gegangen und eine scheidet zum Jahresende aus. Im Gegenzug stößt eine Fachkraft mit 15 Wochenstunden ab Januar neu zum Team. Ein Sonderlob hatte Leiterin Sarah Jasper für insgesamt drei Neueinstellungen in diesem Jahr parat: „Sie haben sich super eingefunden.“

Die Verstärkung macht sich auch beim Stand der Überstunden bemerkbar: Im Moment sind es insgesamt 290 – ein Jahr zuvor waren es noch über 1100.

Um den Pflegerinnen und den beiden männlichen Pflegefachkräften die Möglichkeit zu einem Ausgleich zum stressigen Job anzubieten, wird seit diesem Jahr einmal wöchentlich Yoga angeboten und, so Sarah Jasper, „auch gut angenommen“. Das Angebot findet in der Emtinghauer Mühle statt und wird vom Spendenkonto der Sozialstation finanziert. Im Moment ist allerdings Corona-Pause.

Ferner gab Sarah Jasper bekannt, dass die Sozialstation die Zulassung als Palliativdienst bekommen hat (ab Januar 2021). Die Ausbildung der Fachkräfte ist abgeschlossen. Die Thedinghauser Sozialstation wird sich dann dem Palliativnetz im Landkreis anschließen.

Jasper wies abschließend darauf hin, dass ihre Einrichtung 2022 um eine Tagespflege erweitert wird, die dann im Neubau beim ehemaligen Gasthaus Niedersachsen untergebracht sein wird. Die Sozialstation wird dann auch mit umziehen (wir berichteten). Sarah Jasper: „Wir freuen uns riesig auf dieses neue Angebot und die neuen Aufgaben.“  sp

Die Sozialstation residiert noch im Nebengebäude des Rathauses.

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