Bronzeabguss des legendären Hengstes wieder in Trakehnen

Tempelhüter kehrt zurück

In voller Pracht auf dem alten Sockel.
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In voller Pracht auf dem alten Sockel.

Verden - Das Gestüt Trakehnen, im ehemaligen Ostpreußen, hat Geschichte geschrieben. Mit dem Namen Trakehnen verbunden ist der legendäre Hengst Tempelhüter.

Ein Bronzeabguss des weltberühmten Hauptbeschälers der Warmblutzucht kehrte nun an dessen Wirkungsstätte zurück. Das Gegenstück dazu steht in Verden vor dem Deutschen Pferdemuseum auf dem Holzmarkt.

Lange hat der Förderverein „Hilfe für Trakehnen“ für die Rückkehr der Statue gekämpft. Mit dem Festakt der Regionalverwaltung Kaliningrad und der Enthüllung des Abgusses schloss sich der Kreis des unermüdlichen Engagements. Der Tempelhüter steht damit wieder auf dem von 1932 stammenden Sockel vor dem Landstallmeister-Haus.

Ein Blick in die Geschichte: Anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Hauptgestüts Trakehnen in Ostpreußen und dessen Verdienste für die Pferdezucht hatte die Preußische Gestütverwaltung Berlin den Bildhauer Professor Reinhold Kuebart mit dem Guss der lebensgroßen Bronzestatue des Hauptbeschälers Tempelhüter beauftragt und machte diese dem Gestüt im Jahre 1932 zum Geschenk. Bis 1945 stand sie vor dem Landstallmeister-Haus und wurde dann von der Roten Armee nach Moskau gebracht, wo sie heute im Museum der Landwirtschaftlichen Akademie zu bewundern ist. Die Bronzefigur war weg, der steinerne Sockel der Statue blieb in Trakehnen. Das Fundament wurde als Ehrenmal mit einem Findling besetzt, in den das Seitenprofil eines Stahlhelm tragenden Rotarmisten eingeschlagen ist.

Seit 2007 bemühte sich Hagen Mörig, Gründer und erster Vorsitzender des Fördervereins „Hilfe für Trakehnen“, in Konsultationen mit dem Regierungsduo der Russischen Föderation, Alexander Medwedew und Wladimir Putin, um die Rückführung des Tempelhüters nach Trakehnen, heute Jasnaja Poljana. Ein Ortswechsel der Originalstatue war allerdings nicht verhandelbar. Doch Mörig gab nicht auf und wurde belohnt: Es wurde ihm, nach Vorlage von 11 000 Petitionsunterschriften, schließlich zugestanden, auf eigene Kosten eine Kopie zu gießen und in Jasnaja Poljana aufstellen zu lassen. Die Aufstellungsmodalitäten lagen in der Zuständigkeit der Regionalregierung des Oblast Kaliningrad. Auch die Schwierigkeiten eines Ortswechsels des Ehrenmals auf dem Sockel vor dem Landstallmeister-Haus konnte Mörig ausräumen, und so stand der Aufstellung des zirka 40 000 Euro teuren, aus Spenden finanzierten Abgusses, nichts mehr im Weg.

Unter großer Anteilnahme und erkennbarer Akzeptanz der Einwohner von Jasnaja Poljana, vielen angereisten deutschen Gästen, sowie Mandatsträgern der Regionalverwaltung, des Pferdesports und der Wirtschaft wurde der Tempelhüter enthüllt. An der Zeremonie nahmen Bürgermeister Bilinski, Hagen Mörig und Dr. Gerhard Kuebart, Großneffe des Bildhauers der Originalstatue, teil. Das sich anschließende, von der Bevölkerung und der Deutschen Schule Jasnaja Poljana liebevoll und abwechslungsreich gestaltete Festprogramm, schloss gegen Abend mit einem Höhenfeuerwerk über Trakehnen. „Möge dieses Licht Signal sein für den Aufbruch des kleinen Ortes Jasnaja Poljana in eine bessere und sich wirtschaftlich konsolidierende Zeit“, so die Hoffnung der Verantwortlichen.

In Verden steht der Tempelhüter seit 1974 und ist einer Initiative von Hans Joachim Köhler, dem früheren Leiter des Pferdemuseums, zu verdanken. Er wurde dabei besonders von Waldemar Zeitelhack aus der Nähe von Nürnberg unterstützt. Die russische Regierung war seinerzeit nicht bereit gewesen, die Original-Statue zur Herstellung einer Kopie herauszugeben, wohl aber einen Abguss nach Verden zu schicken. Sie verlangte dafür 10 500 US-Dollar, umgerechnet 30 000 DM. Mit einer Spenden-Aktion war es damals gelungen, den verlangten Preis aufzubringen. · mw

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