Auftakt des Sprachförderungs-Projektes „Leuchttürme“ an drei Achimer Kitas

Teller, Messer, Gabel – Subjekt, Prädikat, Objekt

+
Zu den Kooperationspartnern im „Leuchtturm“-Projekt zählen die Leiter der Kindertagesstätten (v.l.: Lars Niclas, Kita „Achimer Schlaumäuse“, Bärbel Elmers, Kita Achim-Mitte und Hannelore Lankenau, Kita Uphusen) sowie Denise Drewes, Fachberatung für Kindertageseinrichtungen im Landkreis Verden/Schwerpunkt Sprache. Daneben die Referentin Aysegül Kanat.

Achim - Von Lisa Duncan. Lakritzschnecken unterstützen die Aussprache, Reime trainieren die Merkfähigkeit und durch das Tischdecken entwickeln Kinder ein Verständnis für Grammatik. Dies sind nur einige Beispiele für Sprachbildung im Alltag.

Diese will die Stadt Achim mit dem Projekt „Leuchttürme für Sprachbildung und Sprachförderung“, das an drei Kindertagesstätten (Kitas) durchgeführt wird, vorantreiben. Gestern fiel der Startschuss für das Vorhaben, das finanziell von der Initiative „Frühe Chancen“ des Bundesfamilienministeriums gefördert wird.

Zur Auftaktveranstaltung referierte die Logopädin und Lerntrainerin Aysegül Kanat. Kernthese ihres Vortrags: „Alle Kinder können sprechen“. Sie gab konkrete Tipps, wie Erzieherinnen täglich die Sprache ihrer Sprösslinge fördern können. Das Tischdecken etwa vermittle Kindern, dass eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden muss – was auch in der Grammatik unerlässlich sei. Wichtig sei es, sich die Wirkung von Spielen und Tätigkeiten bewusst zu machen.

Die Bundesinitiative „Frühe Chancen“ ermöglicht es, eine Fachkraft zur Sprachbildung und -förderung in Vollzeit an konkreten „Leuchtturm“-Einrichtungen in Achim zu beschäftigen. Dies übernahm in einer Pilotphase die Erzieherin Bettina Nitzpon. An zwei Vormittagen in der Woche besuchte Nitzpon jeweils drei Achimer Einrichtungen, die Kitas Achimer Schlaumäuse, Achim-Mitte und Achim-Uphusen. Dort ist die Fachkraft für Sprachbildung Ansprechpartner für Kollegen und Eltern.

Aufgabe der sogenannten „Leuchtturm“-Kitas sei es, ihr Wissen auch an die anderen Kindertageseinrichtungen weiterzugeben, sagt Denise Drewes, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen im Landkreis Verden mit dem Schwerpunkt Sprache.

Dazu sollte auch die gestrige Auftaktveranstaltung dienen. Kitas mit dem Schwerpunkt Sprache präsentierten sich und ihr Angebot und stellten ihr Fachwissen zur Verfügung. Darüber hinaus soll das auch durch gegenseitige Hospitationen, interne Fortbildungen oder den Austausch von Material geschehen.

„Die Fachkraft soll das Team mitnehmen und nachhaltig beraten“, betont Drewes. Bis Ende 2014 werde das Projekt durch den Bund gefördert – bis dahin müssten die Kitas ihre Sprachförderung auf eigene Füße gestellt haben.

„Im Bereich Sprache gibt es klare Defizite, das betrifft nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund“, berichtet Bärbel Elmers, Leiterin der Kita Achim-Mitte. „Wichtig ist uns, dass wir die Eltern mit ins Boot holen“. Das „Leuchtturm“-Projekt lege den Fokus auf die alltägliche Sprachbildung, sagt Denise Drewes. Selbstverständlich schließe das andere Projekte zur Sprachförderung nicht aus, erklärt Lars Niclas, Leiter der Kita „Achimer Schlaumäuse“.

Die Einrichtung setze etwa auf das Sprachprogramm „Kon-Lab“, das aus Software und Spielmaterialien besteht und auf den Sprachrhythmus abzielt. Eine Lesestube für Krippen- und Kindergartenkinder hat die Kita Achim-Mitte eingerichtet. Die Uphuser Betreuungseinrichtung konzentrierte sich auf die „Mundmotorik“, die mit verschiedenen Übungen die Mundmuskulatur stärken und so die Aussprache verbessern soll. Das beginnt beim Lakritzschneckenkauen und dem Festhalten eines Stiftes zwischen Mund und Nase. Manchmal hilft auch eine Änderung der Gewohnheiten: „Wir fordern die Eltern zum Teil auf, ihren Kindern nicht die Rinde vom Pausenbrot abzuschneiden“, erzählt Elmers. Denn auch das Kauen der oft eher unbeliebten Brotrinde trainiere die Mundmotorik.

Zusätzlich hat auch der Landkreis Verden ein Konzept zur Sprachbildung und -förderung erarbeitet. „Der Landkreis sieht eine flächendeckende Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte im Bereich Sprachbildung vor und stellt dafür finanzielle Mittel aus der Landesförderung bereit“, erklärt Drewes. Die Qualifizierung soll zum einen über ein Fortbildungsangebot erreicht werden. Zum anderen sehe das Konzept vor, Wissen an Erzieherinnen weiterzugeben.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Generalstreik legt Katalonien lahm

Generalstreik legt Katalonien lahm

Tausende protestieren im Libanon

Tausende protestieren im Libanon

Abstimmung über Brexit-Deal könnte denkbar knapp ausgehen

Abstimmung über Brexit-Deal könnte denkbar knapp ausgehen

Die Hochzeitsnacht im Knast verbringen

Die Hochzeitsnacht im Knast verbringen

Meistgelesene Artikel

Verdener Stadtkante auf der Kippe: Investor und Bauherr wären da

Verdener Stadtkante auf der Kippe: Investor und Bauherr wären da

Sanierung des Ententeichs

Sanierung des Ententeichs

Qualm in Sparkasse Verden: Reinigungsgerät löst Feuer-Alarm aus

Qualm in Sparkasse Verden: Reinigungsgerät löst Feuer-Alarm aus

Radfahrer sind eben Freiwild

Radfahrer sind eben Freiwild

Kommentare