Ehepaar berichtet in „Gangwechsel“ von Weltreise

Mit dem Tandem um den Globus

Zwei Jahre waren die Meinholds unterwegs. Ihr Weg führte sie auch nach Alaska.

Verden - (reg) · Vor vier Jahren kamen die gebürtige Verdenerin Julia Meinhold, geborene Hagemann, und ihr Mann Stefan auf eine außergewöhnliche Idee. Zu zweit gingen sie dann mit dem Tandem auf Weltreise quer durch Neuseeland, über die Panamericana von Alaska nach Mexiko, bis sie ihre zweijährige Reise in den peruanischen Anden beendeten.

Raus aus dem Büro, rein in das Abenteuer. Schon lange hatte das Ehepaar davon geträumt, einmal dem Alltag zu entfliehen. Begeisterter Radfahrer war Stefan Meinhold schon immer, so leitete er zum Beispiel die Mountainbike-Gruppe der Deutschen Bank in Frankfurt und absolvierte eine Ausbildung zum Mountainbike-Guide.

Seine Frau Julia steckte er sofort mit dem „Bike-Fieber“ an. Die ersten Reisen absolvierten sie noch mit Einzelrädern. Zur Hochzeit im Jahr 2003 bekamen sie schließlich von ihren Freunden ihr erstes Tandem geschenkt. Seitdem verbrachten sie jede freie Minute auf dem Rad, und es sollte nicht bei Touren in Deutschland bleiben.

Also kündigten sie kurzerhand ihren sicheren Job bei der Bank und zogen am 31. Dezember 2006 aus in die große, weite Welt.

Besonders die Gastfreundschaft in den fremden Ländern hat es Julia Meinhold angetan. „Überall wurden wir mit offenen Armen empfangen“, verrät die 36-Jährige. So sei ihnen zum Beispiel in Amerika heimlich das Essen bezahlt worden, und auch kostenlose Unterkünfte gab es immer wieder. Im Nachhinein habe diese Gastfreundschaft ihr Weltbild geprägt, stärker als die durchreiste Landschaft.

Natürlich gab es auch Dinge, die nicht so schön waren, aber die waren im Vergleich doch eher gering. Insbesondere die Großstädte und Grenzübergänge seien einschüchternd gewesen, so Julia Meinhold. In Mexiko beispielsweise seien sie und ihr Mann mit Polizeieskorte über die Grenze gebracht worden, da es sonst für die beiden zu gefährlich gewesen wäre.

Zurück in Deutschland, entschlossen sich die Meinholds dazu, ihre Erfahrungen in einem Buch niederzuschreiben. Abwechselnd, wie in einem Tagebuch, erzählen Julia und Stefan Meinhold in „Gangwechsel“ (Delius Klasing Verlag) von ihren Erlebnissen.

Rund 16 000 Kilometer teilten die beiden Weltenstürmer ein Fahrrad. Täglich fünf bis acht Stunden auf dem Sattel, das ist anstrengend, schweißt aber ungemein zusammen.

Kein Tag war wie der andere. Die Reise schenkte ihnen nicht nur spannende Erlebnisse und interessante Begegnungen, sondern auch Selbstvertrauen. So fanden sie für jedes Problem auch immer eine Lösung.

Diesen Optimismus teilen sie nun den Lesern mit. Interessierte können auf 280 Seiten ihre Erlebnisse im Buch „Gangwechsel – Eine Weltreise mit dem Tandem“ nachlesen. Und wer weiß – vielleicht spüren auch sie bald den Drang nach Freiheit und reisen um die Welt.

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