Am 2. Oktober Tag der offenen Tür / Inzwischen 1100 Bedürftige / Spendenbereitschaft lässt nach

Der Tafel geht das Personal aus

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben im Verdener Tafelhaus eine Menge zu tun.

Verden - (koy) · Seit Montag wird bei der Verdener Tafel kein warmes Essen mehr ausgegeben. Der Verein habe die Notbremse ziehen müssen, sagte gestern Vorsitzende Heike Doppertin. Der Grund: Es fehlt schlicht und einfach am Personal.

„Wir bräuchten 35 Mitarbeiter“, so Heike Doppertin. Doch nur 16, darunter ein Mann, versähen im neuen Tafelhaus an der Ulanenstraße ihren ehrenamtlichen Dienst. „Mindestens zehn fehlen“, bilanzierte die Vorsitzende. Interessenten sollten sich umgehend melden im Tafel-Büro unter Telefon 04231/961448. Einmal in der Woche, von 10 bis 14 Uhr, könnte die Verdener Tafel Ehrenamtliche beschäftigen.

Inzwischen seien es 1100 Bedürftige (darunter 500 Kinder), die regelmäßig die Dienste der Tafel in Anspruch nehmen. Das habe sie kommen sehen, sagte Heike Doppertin. Vor zehn Monaten, bei der Einweihung des neuen Hauses, seien es noch 750 gewesen. Und in Zukunft: „Wenn ich sehe, was in den letzten zehn Monaten geschehen ist, dann weiß ich, was in einem Jahr hier los ist.“ Heike Doppertin rechnet dann mit rund 1500 Bedürftigen.

Am Hoppenkamp werden mittlerweile 70 Wohneinheiten versorgt. Zweimal in der Woche würden dorthin für 100 Erwachsene und 50 Kinder Lebensmittel gebracht. Alle 1100 Besucher seien registriert, würden hinsichtlich der Bedürftigkeit kontrolliert, schließt Heike Doppertin einen Missbrauch der Sozialleistungsempfänger quasi aus.

Eine Ein-Euro-Kraft in der Küche, eine als Fahrer, das reiche nicht aus. „Wir sind dabei abhängig von den Zuweisungen des Landkreises.“ Das gelte nach den Worten der Vorsitzenden auch für die ABM-Kraft, deren Job am 30. September auslaufe. Der Antrag auf Verlängerung beim Kreis laufe ebenfalls. Doch der Anteil des Vereins betrage immerhin 500 Euro. Kaum noch leistbar, da auch das Spendenaufkommen zurückgehe.

Das Tafelhaus verursache rund 3000 Euro an laufenden

▪ Gute Kontakte

▪ nach Havelberg

Kosten. Das sei vorher bekannt gewesen, eine Finanzierung gesichert. Doch von der Stadt und den umliegenden Gemeinden, aus denen die Bedürftigen zunehmend kämen, fließe kein Cent, beklagt Heike Doppertin.

Die Versorgung mit Lebensmitteln verlaufe dagegen völlig problemlos. „Wir haben in Verden sehr gute Spender, die Unterstützung der Firmen läuft optimal“, freut sich die Vorsitzende. Inzwischen gebe es ferner einen guten Kontakt zur Tafel in Havelberg.

Um die Arbeit der Institution noch bekannter zu machen, wird für Sonnabend, den 2. Oktober, von 10 bis 17 Uhr, zu einem Tag der offenen Tür ins Haus an der Ulanenstraße geladen. Jeder, der sich informieren möchte, sei herzlich eingeladen, so Heike Doppertin. Es gebe gespendeten Kuchen, außerdem eine Gulaschsuppe. Anlass ist der vierte deutsche Tafeltag. Und die Vorsitzende hat die Hoffnung, dass sich der eine oder andere durch den Blick hinter die Kulissen motivieren lässt, ehrenamtlich mitzuarbeiten.

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