Tagungshaus Drübberholz verwandelte sich einen Zauberwald / Märchen „Die 2 Schwestern“ feierte Premiere

Tänzerinnen entführten in den Orient

Wunderschöne Atmosphäre entstand beim Lichtertanz.

Dörverden - DRÜBBER (nie) · Schon beim Einlass roch es nach 1001 Nacht. Bevor sich im Tagungshaus Drübberholz die Schleier an den imaginären Zwiebeltürmen lüfteten und das orientalische Tanzmärchen „Die 2 Schwestern“ seinen Anfang nahm, wehte den Besuchern bereits der Duft von orientalischen Spezialitäten um die Nase oder nahm sie der Zauber des morgenländischen Basars gefangen.

Tanzpädagogin Susanne Al Kaledi hat gemeinsam mit rund 100 Beteiligten aus Tanz- und Projektgruppen aus dem Schul- und Freizeitbereich ein landkreisübergreifendes, ehrgeiziges Projekt initiiert, das am Sonnabend im ausverkauften Veranstaltungssaal seine kleine Premiere feierte.

Den roten Faden für die Show lieferte Yvonne Schritt. Sie hat als Rahmen ein mystisches Märchen geschrieben, dessen Handlung schnell erzählt ist: König Vintur und seine Frau leben in einem Zauberwald. Das Paar hat zwei Töchter, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Nura ist sanftmütig, fröhlich und hilfsbereit, so dass sich jeder an ihrer Gesellschaft erfreut, während ihre Schwester Lilljana kaltherzig, berechnend und angsteinflößend ist. Einen besonderen Hass hegt sie gegenüber ihrer Schwester, da diese von allen geliebt wird. Eines Tages entdeckt Lilljana im Zauberwald eine fette schwarze Spinne mit feuerroten Augen. Die Spinne verspricht, Liljana im Kampf gegen die verhasste Schwester zu unterstützen. Im Gegenzug spricht sie nur eine Forderung aus: „Nimm mich mit in dein Schloss....“

Mit „Die 2 Schwestern“ hat Susanne Al Kaledi die mystische Variante eines Tanzmärchens geschaffen, das nahtlos an den Erfolg der vergangenen Inszenierung „Rami und der sprechende Fisch“ anknüpfen kann. Im teils nur angedeuteten exotischen Handlungsrahmen wurde eine Atmosphäre geschaffen, die die Choreografin mit schönen, in den unterschiedlichsten Stilen getanzten Szenen auszufüllen verstand. Auch hat Al Kaledi ihrem Tanzmärchen eine Erzählerin hinzugefügt, die die Handlungsfäden geschickt verknüpfte. Yvonne Schritt erschuf mit heiter-ironischem Unterton eine spannende Atmosphäre und leitete das Publikum immer wieder durch das Labyrinth der Geschichte.

Wunderbar gelungen sind Al Kaledi und Regisseur Thilo Ullrich die Verknüpfung von Spiel, Tanz, Bewegung und Musik, die teils live gespielt wurde. Die spritzigen Regie-Einfälle und viele liebevolle Details ließen keine Sekunde Langeweile aufkommen.

In Erinnerung bleibt zum Beispiel die pantomimische Darstellung der Konflikte zwischen den Schwestern, die mystische Stimmung im Zauberwald und die kraftvollen Sequenzen, die die Kehrtwende vom Dunkel hin zum Licht darstellten.

Ein großes Lob gilt den zahlreichen Akteurinnen auf und vor der Bühne. Sie überzeugten durchweg durch sichere, präzise Tanz- und Handlungsweise, Bühnenpräsenz und hervorragendes Engagement. Bis zuletzt schafften sie es, Spannung und Tempo zu halten. Der tosende Beifall mag für die harte Arbeit, die hinter der Inszenierung steckt, entschädigen.

Ein weiteres Mal wird das Tanzmärchen am Sonntag, 14. November, um 16 Uhr, in der Verdener Stadthalle Verden aufgeführt und vom Landessportbund Niedersachsen als landkreisübergreifendes Integrationsprojekt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen präsentiert.

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