Hinter den Kulissen des Achimer Hallenbades / Betriebsleiterin Sabine Teichmann gewährt Einblick

Täglich 80 volle Badewannen

Die automatisch ermittelten Werte kontrolliert Sabine Teichmann manuell. Fotos (2): Gumz

Achim - ACHIM (gmz) · Vergnügt lachende und ausgelassen planschende Kinder auf der einen, sportlich-konzentriert ihre Bahnen ziehende Erwachsene auf der anderen Seite: Bei nass-kaltem Tauwetter ist es nur zu verständlich, dass jung und alt gleichermaßen verstärkt das wohlig-warme Achimer Hallenbad aufsuchen. Es herrscht reger Betrieb. Dafür, dass dieser möglichst reibungslos abläuft, zeichnen Betriebsleiterin Sabine Teichmann und ihr Team verantwortlich.

Der technische Aufwand sowie die mit dem Badebetrieb einhergehende Logistik bleiben den meisten Besuchern – derzeit sind es im Schnitt täglich rund 350 – verborgen. „Pro Badegast müssen gemäß der Vorschrift zur Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser (DIN 19643, d. Red) mindestens 30 Liter Frischwasser zugeführt werden“, erklärt die Meisterin für Bäderbetriebe. „Dies geschieht jedoch weitestgehend automatisch“, ergänzt Teichmann.

Ein kleines Rechenbeispiel: Legt man die bereits genannte Zahl von 350 Badegästen pro Tag zugrunde und multipliziert diese mit der Menge von 30 Litern Frischwasser, dann ergibt das 10 500 Liter, die täglich zugeführt werden müssen. „Insgesamt – den Wasserverlust durch Verdunstung und ähnliches mit eingerechnet – ergibt das während der derzeitigen Hochsaison bis zu 12 000 Liter am Tag“, so die Fachfrau. Mit dieser Menge an Wasser könnte man – ausgehend von einem durchschnittlichen Volumen von 150 Litern – insgesamt 80 Badewannen füllen.

Das hört sich zunächst nach einer großen Menge an. Berücksichtigt man jedoch, dass sich in Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sowie den dazugehörigen Leitungs- und Filtersystemen sowie den Rückspülbecken mehr als 1 400 Kubikmeter (1, 4 Millionen Liter) Wasser befinden, entspricht diese Menge weniger als einem Prozent.

Die für den Betrieb des Bades nötige Technik befindet sich eine Etage tiefer. Ist es in dem der Öffentlichkeit zugänglichen Bereich bereits sehr warm, so herrscht hier fast tropische Hitze, kreuz und quer verlaufen unterschiedlichste Rohre. „Zwischen 400 und 500 Metern misst allein die Länge der Leitungen für die Schwimmbecken. Rechnet man alle zusammen, dann kommt man wohl auf mehrere Kilometer“, erklärt Teichmann. Sie muss ein wenig lauter sprechen, denn im Hintergrund rauscht das Wasser aus den Rückspülbecken in das so genannte Schwallwasserbecken. Von dort aus wird das Wasser weiter durch die Filteranlagen und im Anschluss zu 50 Prozent durch Wärmetauscher geleitet, bevor es mit einer Temperatur von rund 26 Grad Celsius zurück in die Becken fließt.

Hier, in den Katakomben und direkt neben der 30 Zentimeter dicken Betonwand des Schwimmerbeckens, wird auch die Qualität des Wassers regelmäßig automatisch überprüft und werden die Ergebnisse von Teichmann manuell kontrolliert. „Das Wasser hat Trinkwasserqualität, die Auflagen sind genauso hoch“, erklärt die Betriebsleiterin. Die 47-Jährige zeichnet jedoch nicht nur für die Technik verantwortlich. Teil ihres Berufes ist auch das Management im Hallenbad.

„An meinem Beruf schätze ich besonders die Vielseitigkeit“, erklärt sie. Auch und gerade die Tatsache, dass etliche Badegäste sie mit Vornamen ansprechen, ist Beleg dafür, dass sie und ihr aus acht weiteren Mitarbeitern bestehendes Team nicht nur hinter den Kulissen ganze Arbeit leisten. „Geht nicht gibt es nicht!“, so laute ihr Motto, berichtet Teichmann.

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