Häßler-Gemälde für Kunstverein

Surreale Landschaften und Visionen

Mit der großzügigen Schenkung einer privaten Sammlung ist der Worpsweder Maler Uwe Häßler jetzt auch in Fischerhude dauerhaft präsent. Fotos (2): Keppler

Fischerhude - (kr) · Zum Jahresende 2009 bereicherten die großzügigen privaten Sammler Gertrud und Friedel Gellerich aus Bremen den Fundus des Fischerhuder Kunstvereins in Buthmanns Hof um nicht weniger als 75 Bilder des Worpsweder Kunstschaffenden Uwe Häßler. Er stellt als zeitgenössischer Maler und Skulpturist eine feste Größe im modernen Worpswede dar.

Surreale Landschaften, oft in Mischtechnik auf Hartfaser, aus dem Unterbewusstsein entstandene Visionen, fantastische Welten aus Braun-, Grün- und Grautönen, weiche Linien und kühne Pinselschwünge wechseln sich ab mit Darstellungen von dunklen, verwunschenen Plätzen, wie sie im Moor zu finden sind. Wolkenbilder, Felsen und Wasserläufe regen die Fantasie an. Verschlungene Wege und Ansichten von Horizonten stehen erotischen Radierungen und Zeichnungen gegenüber.

Stehen die 75 geschenkten Bilder nebeneinander, wird die Experimentierfreude des 1938 in Thüringen geborenen Malers offenbar. Schon als 14-Jähriger wusste Häßler, dass er Maler werden wollte. In jeder freien Minute nahm er den Skizzenblock zur Hand, um einen eigenen Ausdruck zu finden. Über längere Zeit hinweg entstanden Aquarelle und Zeichnungen. Bis er sich an sein erstes Ölbild wagte, sollten viele Jahre vergehen. 1953 floh er mit seiner Familie aus der ehemaligen DDR nach Bielefeld und absolvierte auf Wunsch des Vaters zunächst eine kaufmännische Ausbildung, bevor er nach abendlichen Besuchen der Kunstschule an der Akademie in Münster ein Kunststudium begann. Für freie Malerei gab es keine Klasse, was ihn aber nicht hinderte, sich als Autodidakt weiterzubilden.

Gerade 20 Jahre alt, nahm ihn ein Freund mit nach Worpswede, wo Häßler Unterkunft im Haus im Schluh bei Martha Vogeler, der Frau Heinrich Vogelers fand. Ihr gefielen seine Zeichnungen. Sie gab ihm nicht nur Unterkunft, sondern richtete ihm auch ein kleines Atelier ein und integrierte ihn, wie sie es als große Förderin der Kunst mit vielen jungen Künstlern tat, in ihre Familie. Die Unterstützung fiel auf fruchtbaren Boden. Schon bald malte Uwe Häßler sein erstes Ölbild, dem weitere folgten. Der Anfang einer vielversprechenden Malerkarriere war gemacht. Studienreisen nach Italien waren äußerst produktiv. Mit Arbeiten von dort füllte er Galerien in Hamburg und Worpswede. Leben konnte der aufstrebende junge Maler von seinen Arbeiten damals jedoch noch nicht.

Für seinen Lebensunterhalt arbeitete Häßler einige Zeit als Bühnenbildner bei Radio Bremen, bevor er sich für ein recht bescheidenes Leben als freischaffender Künstler in der Alten Schule unterhalb des Weyerberges in Worpswede niederließ. In dem großzügig bemessenen Atelier konnten großformatige Arbeiten entstehen, die für Uwe Häßler typisch sind. Als großer Verehrer des Künstlers Max Ernst, fand Häßler schnell eine individuelle Ausdrucksweise und schloss in verschiedenen Schaffensphasen den Surrealismus darin ein, ohne sich in eine künstlerische Schublade stecken zu lassen.

„Uwe Häßlers Bilder kommen stets aus der Gegenständlichkeit und wenden sich dann der Abstraktion zu. Das ist besonders an seinen erotischen Werken zu erkennen“, erklärt Wolf Dietmar Stock, Vorsitzender des Fischerhuder Kunstvereins in Buthmanns Hof, der mit der Kunsthistorikerin Petra Hempel die umfangreiche Schenkung sichtet und auflistet. „Wir als Kunstverein sind außerordentlich dankbar für diese Gabe. Das Ehepaar Gellerich hat uns aus seiner tiefen Verbundenheit zu Fischerhude bedacht und auch in der Gewissheit, das diese wertvolle Sammlung bei uns gut aufgehoben ist.“

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