Tag der offenen Tür bei den Haakes am 3. Oktober / Küken mittlerweile drei Monate alt / Zwei Hähne und je vier Hennen

Straußenfarm Werder lässt Einblicke zu

Hunger haben Strauße fast rund um die Uhr. Hier erwarten sie auch von Farmbetreiber Jan Albert Haake offenbar etwas Leckeres.

Achim - WERDER (ha) · Die Idee zum Aufbau einer Straußenfarm hatte Peter Schröder während eines Aufenthaltes in Australien. Aus beruflichen Gründen konnte er das Vorhaben aber nicht gemeinsam mit Cousin Jan-Albert Haake umsetzten. So realisierte Haake in Werder das Projekt allein.

Unterstützt wird er von seiner Mutter Iris Haake und Friedel Lüers. Am Sonntag, 3. Oktober, lädt die Straußenfarm nun von 11 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür. Dann können alle Interessierten einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Nach den vielen notwendigen, aber nicht so einfachen behördlichen Auflagen hatte das Team zunächst ein Straußenzuchtseminar besuchen müssen. Als die ersten Hürden genommen waren, wurde mit Unterstützung vieler fleißiger Helfer und Handwerker mit dem Umbau der vorhandenen Stallungen begonnen.

Im Oktober vorigen Jahres zogen zwei Straußenfamilien dort ein. Die Hähne J.R. und Rambo bekamen je vier Hennen zugeordnet. Wegen des langen harten Winters verschob sich dann jedoch die üblicherweise im März beginnende Brutzeit. Erst als es wärmer wurde, fingen die Hennen fleißig an zu legen.

Jan-Albert Haake erinnert sich: „Es war gar nicht so einfach, die Eier aus dem bewachten Gelege zu stehlen“. Im Brutschrank, bei entsprechender Brutzeit von zirka 40 Tagen, erblickten Anfang Juli die ersten zwölf Küken das Licht der Welt.

Die Aufzucht war eine sehr schöne, aber auch schwierige und aufwendige Sache, so Iris Haake. Sie ist so etwas wie die Ersatzmutter für die Straußenküken geworden. Diese wurden in den ersten Wochen unter einer Rotlichtlampe im Aufzuchtkasten mit Kuscheldecke und Kuscheltieren aufgezogen. „Sand oder Stroheinstreu geht gar nicht, denn Strauße fressen alles, was ihnen vor den Schnabel kommt“, erläutert Friedel Lüers. „Das würden sie dann nicht überleben“.

Auch der hohe Zaun an der Landesstraße musste gezogen werden, damit die großen Vögel nicht von Neugierigen gefüttert werden oder Flachmänner und anderer Unrat im Gehege landet.

Die erste Kükengruppe ist fast drei Monate alt und darf zum täglichen Weidegang. Die zweite Gruppe hat bei gutem Wetter schon mal Ausgang im „Haakegarten“ und pflegt den Rasen. Müssen die Tiere abends zurück in ihren Stall, muss Ersatzmutter“ Iris nur mit dem Futtertrog locken, und ihre „Babys“ laufen ihr brav hinterher.

Ziel der Straußenfarm ist es, die Tiere zwölf Monate großzuziehen und dann mit der Fleischvermarktung zu beginnen. Straußenfleisch gilt zwar noch als exotisch, ist aber eine sehr leckere Alternative zu Geflügel-, Schweine-, oder Rindfleisch. Es soll zudem gesünder als andere Fleischsorten sein und ist gar nicht so schwierig zuzubereiten, wie Hobbyköche vermuten mögen.

Außerdem plant Jan-Albert Haake, die Farm regelmäßig für Interessierte zu öffnen – sozusagen als „Begehungsfarm“. Es soll dann auch die Möglichkeit geben, Straußenartikel wie Federn oder Eier zu kaufen und in den rustikalen Räumlichkeiten Kaffee und selbstgebackenen Kuchen zu genießen.

Am 3. Oktober ist ebenfalls für das leibliche Wohl gesorgt. Getränke und Speisen wie Straußenbratwurst gibt es zu je einem Euro. Für die Kinder wird eine Hüpfburg aufgestellt.

Das Straußenfarm-Team – die Haakes und Friedel Lüers – freuen sich schon auf die Besucher.

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