Fachausschuss: Pilotprojekt der Polizei in Achim als Alternative zu Schutzengeln

Strategien gegen Diskounfälle

Die Polizeibeamten weisen auf Diskounfälle wie diesen in Emtinghausen hin.

Verden - (kle) · Auf der Suche nach Möglichkeiten, die schweren Verkehrsunfälle mit Beteiligung von jungen Leuten einzudämmen, scheinen sich dem Kreistag neue Perspektiven zu eröffnen. „Strategische Sicherheitspartnerschaften“ nennt das Achimer Polizeikommissariat eine gemeinsame Präventionsmaßnahme mit den Fahrschulen. Beamte aus dem Verkehrs- und Streifendienst stellten das Pilotprojekt dem Ausschuss Brandschutz und Ordnungsangelegenheiten vor.

Zu schnell, zu waghalsig und schnell abgelenkt, das seien häufig die Gründe, die bei jungen Leuten nach dem Disko-Besuch zum Unfall führen, resümierten Gabriele Knigge und Jens Rosebrock. Und nicht selten spiele der Alkohol noch eine Rolle mit. Die beiden Polizeibeamten gehören zu den Mitwirkenden des Pilotprojekts, das versucht, die jungen Leute bereits in der Fahrschule für die Gefahren zu sensibilisieren. Dazu gehen sie mit einer Präsentation auf einem Laptop und einem Beamer bewaffnet in die Fahrschulen und stellen den angehenden Autofahrern Unfälle vor, die sie selber oder ihre Kollegen aufgenommen haben, und die Beispiele für die besondere Problematik der Disko-Unfälle sind.

„Seit einem Jahr sind wir jetzt im Echtbetrieb“, machte Rosebrock anschaulich, dass er und seine Kollegen mittlerweile schon über einige Erfahrung verfügen. Deshalb wurde das Programm mittlerweile auf den gesamten Landkreis ausgedehnt. Gestern waren Beamte zum erstenmal in einer Verdener Fahrschule zu Gast. Den Jugendlichen würden nicht nur die Faktoren vor Augen geführt, die zur Gefahr werden könnten, Müdigkeit, Alkohol, Unachtsamkeit und riskante Fahrweise, sondern auch die oft schwer wiegenden Folgen dieser Unfälle.

Bewusst werde auf die abschreckende Wirkung von Bildern und die Erfahrungen bei der Aufnahme des Unfalls gebaut, berichteten die Beamten. Und mittlerweile zeige sich auch, dass Betroffenheit und der Eindruck, denn die Darstellung bei den jungen Leuten hinterlassen, nachhaltige Wirkung hinterlasse. „Wichtig ist, dass wir und unsere Kollegen präsent sind, die die Zielgruppe dann auch bei Kontrollen wiedertreffen.“

Die Darstellung der beiden Beamten hatte den Vorsitzenden des Ausschusses, Jens Richter (CDU), offenbar überzeugt. Mit den vom Landkreis geförderten Sicherheitstrainings für Fahranfänger zusammen wertete er das Projekt als so vielversprechend, dass er darin bereits eine Alternative zum Schutzengel-Programm sah, das seine Fraktion vorgeschlagen hatte. Möglicherweise sei das im Nachbarlandkreis Soltau-Fallingbostel erfolgreich durchgeführte Programm aber auch als zusätzliche Maßnahme denkbar. Dabei werden Jugendliche, meist die jungen Frauen, die oft größeren Einfluss auf die jungen Fahrer haben, zu Schutzengeln ausgebildet. Sie sollen die Heißsporne am Steuer zu verantwortlichem Verhalten anhalten.

Richter schlug vor, dass die Kreistagsfraktionen sich zunächst intern eine Meinung bilden sollten, und das weitere Vorgehen dann in der nächsten Sitzung diskutiert werden soll.

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