Straße nicht zu finden

Uesen - „Sehen Sie, uns gibt es nicht. Die Straße ist nirgends verzeichnet“, Björn Scherff tippt erneut den Namen „Steuben-Allee 1 Achim“ in die Suchmaschine Google ein. Seit dem 1. Juli 2011 ist der Orthopädie-Schuhmachermeister mit seiner Firma im neuen Baugebiet „Achimer Stadtwald“ angesiedelt. Die „Steuben-Allee“ führt über eine Rampe von der Landesstraße 156 direkt ins Mischgebiet.

„Auch ein Routenplaner findet uns nicht“, weiß Scherff, der sich durch den Umzug mit seiner Orthopädie-Schuhtechnik von der „Brückenstraße“ in Uesen durch den Neubau baulich vergrößert hat. „Die Werkstatt platzte dort aus allen Nähten.“ Jetzt hat er ein anderes Problem: „Die Kunden haben uns nicht gefunden. Sie suchten uns verzweifelt, wir haben sie telefonisch her gelotst. Uns zu finden ist für einen Ortsunkundigen schwer.“ Daher entschloss sich der Unternehmer, ein Schild direkt im Einmündungsbereich der „Steuben-Allee“ an der L 156 aufzustellen. „Die Kunden haben das Schild dankbar angenommen. Es wurde schlagartig besser“, erinnert sich Scherff. Damit soll es jetzt wieder vorbei sein. Das Schild muss entfernt werden.

„Da ist etwas falsch gelaufen. Das Schild steht auf dem Grundstück anderer Leute. Er hätte fragen können. Das hat er aber nicht“, beginnt Christian Erdmann am Telefon. Der Sonntags-Tipp wollte vom Leiter der Straßen- und Autobahnmeisterei Oyten erfahren, warum die Niedersächsische Straßenbauverwaltung zunächst nur in einem Gespräch mit Björn Scherff verlangt hat, das Hinweisschild wieder abzubauen. „Wenn derartige Schilder in der Nähe großer Straßen stehen, dann kommen immer Anrufe von anderen, die auch so ein Schild möchten“, erklärt Erdmann. Auf diese Weise erfährt die Behörde von illegalen Wegweisern.

„Als Grundstücksvertreter des Landes habe ich das Recht, das Schild zu entfernen. Das mache ich natürlich nicht. Die Stadt soll da regelnd eingreifen. Ich habe schon mit ihr gesprochen. Sie will sich der Sache annehmen.“ Alle baulichen Anlagen, die an der Böschung stehen, müssten entfernt werden. Christian Erdmann hofft darauf, dass eine „geregelte Lösung auf den Weg gebracht wird.“ Der Leiter der Straßen- und Autobahnmeisterei Oyten könnte sich ein Gemeinschaftsschild vorstellen, das die Unternehmen in diesem Gebiet aufführt und bündelt und für mehr Übersicht an der Landesstraße 156 sorgen würde.

Nachgefragt bei der Stadt: „Da kann nicht jeder einfach so ein Schild aufstellen. Man muss sich schon im Bauverwaltungsamt über bestehende Richtlinien informieren“, verdeutlicht Wolfgang Ritzenhoff am Telefon. Der Erste Stadtrat weiter: „Wir werden in der nächsten Zeit eine Lösung finden, um künftigen Bewohnern und Gewerbetreibenden Rechnung zu tragen, damit sie auch gefunden werden.“ Allerdings: „Das machen wir nicht nur für einen Gewerbetreibenden.“ Auf die Frage, ob das heiße, dass sich erst weitere Firmen ansiedeln müssten, bevor die Stadt ein Hinweisschild aufstelle, erklärt der Vertreter des Bürgermeisters: „Wir suchen eine Lösung. Auch kurzfristig.“

Der Sonntags-Tipp sprach nach der Recherche erneut mit Björn Scherff. „Ich bin mit einem großen Schild, auf dem alle Unternehmen stehen, natürlich einverstanden. Aber ich brauche jetzt eine Lösung und nicht erst in zehn Jahren, wenn vielleicht alles bebaut ist. Das ist jetzt wichtig. Die Straße ist jetzt nicht bekannt.“ Es sei immer geschäftsschädigend, wenn Kunden ein Geschäft nicht finden können. „Wie lange wollen die denn warten? Bis das Unternehmen von der Bildfläche verschwunden ist, weil es nicht gefunden wird?“

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